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Zeit der trunkenen Pferde

Nach dem Tod ihres Vaters beginnt für fünf kurdische Geschwister der Kampf ums Überleben. Um ihrem kleinwüchsigen Bruder eine Operation zu ermöglichen, will Rojin (Rojin Yunesi), die älteste Schwester, sich an einen reichen Iraker verheiraten lassen. Als dieser es sich doch wieder anders überlegt und den Kleinen an der Grenze zurückweist, scheint das Geld für den dringend notwendigen Eingriff in unerreichbare Ferne gerückt. Also beschließ der 12-jährige Bruder Ayub (Ayub Ahmadi), sich einer Schmugglerbande anzuschließen, die Autoreifen über die verminte Grenze schafft... 

Der ausschließlich mit Laiendarstellern gedrehte Film des kurdisch-iranischen Regisseurs Bahman Ghobadi ist eine souverän gemeisterte Gratwanderung zwischen Dokumentation und Fiktion. Mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet besticht der Film durch seine schonungslose Härte ebenso wie durch seine klaren Bildern von den Menschen und der Landschaft, die sie umgibt. Die Authentizität, mit der die jungen Darsteller das Thema Geschwisterliebe auf die Leinwand bringen, ist aufwühlend und faszinierend zugleich. Ein Film, der unter die Haut geht. Man sollte unbedingt hinsehen, auch wenn es manchmal weh tut.

 

 

Zeit der Unschuld

USA 1993, Darsteller: Geraldine Chaplin, Daniel Day-Lewis, Michelle Pfeiffer, Winona Ryder Regie: Martin Scorsese FSK: ab 6 Länge: 136 Min. Genre: Drama. Die New Yorker High Society um 1870. Um seine gesellschaftliche Stellung zu festigen, heiratet der erfolgreiche Anwalt Newland Archer (Daniel Day-Lewis) die bezaubernde Mary Welland (Winona Ryder). Kurz vor ihrer Hochzeit lernt Newland Marys Cousine, die Gräfin Olenska (Michelle Pfeiffer), kennen. Diese ist, nachdem sie sich von ihrem gewalttätigen Mann hat scheiden lassen, nicht mehr gesellschaftsfähig. Newland verliebt sich dennoch Hals über Kopf in die attraktive Außenseiterin und spielt sogar mit dem Gedanken, die Verlobung mit Mary zu lösen. Dann aber wäre er gesellschaftlich ruiniert. Also heirat er die schöne Mary und lebt ein nach außen perfektes Leben.

Der mit dem Pulitzer Preis prämierte Roman von Edith Wharton diente als Vorlage zu Martin Scorseses Gesellschaftsstudie über die bigotte Welt der oberen Zehntausend des letzten Jahrhunderts. Dabei bewies er neben einer genauen psychologischen Beleuchtung der beiden Hauptcharaktere Daniel Day-Lewis und Michelle Pfeiffer ein besonderes Augenmaß für Details. Denn neben den engen korsettbesetzten Kostümen, die Winona Ryder und Michelle Pfeiffer die Luft zum Atmen nahmen, wird das Augenmerk immer wieder auf die vielfältigen Leckerbissen gerichtet, die den Edlen gereicht werden. Neben einer opulenten Ausstattung tragen aber vor allem die Hauptdarsteller zum Gelingen des Streifens bei. Winona Ryder spielt mit gewohnter Routine die strahlende Unschuld, die sich durch nichts in ihrer Liebenswürdigkeit stören lässt. Daniel Day-Lewis bringt überzeugend den Zwiespalt des Lewland Archer herüber, der sich trotz seiner Leidenschaft zur Gräfin Olenska nicht getraut, die Grenzen der Konventionen zu brechen und eher bereit wäre seine Verlobte zu töten, als sich von ihr offiziell zu trennen.

Zugvögel - Einmal nach Inari

Deutschland 1998, 83 min, Regie: Peter Lichtenfeld. Eigentlich ist es ja nicht nur eine, sondern gleich mehrere originelle Geschichten, die dem Zuschauer erzählt werden: die Odyssee zu einem Fahrplanwettbewerb, der ausgerechnet an einem der entlegendsten Orte Europas stattfindet; die Erzählung über die aufkeimende Liebe des schüchternen Hannes und der abgeklärten Sirpa; ein Kriminalstück über den Mord an Hannes Chef sowie weitere kleine Geschichten, die Hannes auf seiner langen Zugfahrt erlebt; alles vereint vor der Kulisse der nordfinnischen Wildnis, untermalt von stimmiger Hintergrundmusik. Wunderbar ist das Spiel von Joachim Kròl, der dem schrägen Zug-Vogel Hannes trotz seiner Marotten Wirklichkeitsnähe einhauchen kann, so dass wir alle uns fragen: ist es nicht eine ganz natürliche Sache, ohne weiteres die schnellste Verbindung von London nach Sewastopol zu wissen? Mysteriös ist der Auftritt von Outi Mäenpää als Sirpa, die in ihre Rolle viel von der Melancholie packt, die den Finnen nachgesagt wird, und sie wirkt mit ihrer unverbrauchten Natürlichkeit hundert mal attraktiver als jedes Filmsternchen. Erfrischend auch das Spiel von Peter Lohmeyer als Kommissar Fanck, der es schafft, den Menschen Hannes Weber in dem gejagten Mörder zu sehen. Was auf jeden Fall bleiben wird, ist die Frage, die sich auch Hannes stellen muss: ist die schnellste Verbindung auch immer die beste Verbindung?

Zwerg Nase

Russland 2003, 80 min. Zeichentrickfilm, Regie: Ilya Maksimow, Zur Durchführung ihrer heimtückischen Pläne braucht die böse Hexe die Hilfe des gutmütigen Schustersohnes Jakob. Als Jakob sich weigert, stiehlt die Hexe ihm sieben Jahre seines Lebens und verwandelt ihn in einen hässlichen Zwerg. Denn die Hexe ist sich sicher: Dieses Unglück kann Jakob nicht ertragen – er wird sicher nachgeben und ihr helfen.
Sieben Jahre vergehen, und Jakob kehrt als Zwerg in seine Heimat zurück. Doch dort ist nichts mehr so, wie es war: Sein Vater ist aus Kummer gestorben, und nicht einmal seine eigene Mutter erkennt Jakob wieder. Von den Bewohnern der Stadt wird er verspottet und fortgejagt. Der verzweifelte Jakob weiß nicht, was er tun soll.
Doch eines Tages – Jakob muss wieder einmal vor seinen Häschern fliehen – rettet er das Leben eines Gans. Es handelt sich um keine gewöhnliche Gans, sondern um Prinzessin Greta, die Königstochter, die von der Hexe verzaubert und entführt worden ist – Greta hatte nämlich mit angesehen, wie die Hexe jenes Geheimnis aus dem Königspalast stahl, das sie benötigt, um die Macht im Königreich an sich zu reißen.
Sofort machen Jakob und die Prinzessin gemeinsame Sache, um zu ihren Familien zurückzukehren und den verschlagenen Plan der Hexe zu vereiteln.

 

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