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Die unbarmherzigen Schwestern

Dublin, 1964: Die von Nonnen geleiteten Magdalenen-Heime nehmen Mädchen auf, die in den Augen der erzkatholischen irischen Gesellschaft gesündigt und ihre Familien mit Schande befleckt haben: Rose (Dorothy Duffy) hat beispielsweise ein uneheliches Kind zur Welt gebracht, während Margaret (Anne-Marie Duff) von ihrem Cousin vergewaltigt wurde. Die hübsche Bernadette (Nora-Jane Noone) hat sich indes des Flirtens auf dem Schulhof schuldig gemacht. Sie alle landen hinter den hohen Mauern des Magdalenen-Heims in Dublin, wo unbarmherzige Schwestern sie unter unmenschlichsten Bedingen und bei härtester Arbeit dazu zwingen "Buße zu tun". Der Gedanke an Flucht ist das einzige, das die Mädchen in dieser heiligen Hölle überleben lässt... 

Es wird sparsam mit Dialogen umgegangen in diesem Film. Und doch wird alles gesagt. Allein durch ihre Mimik oder ihre Gesten drücken Peter Mullans Mädchenfiguren alle Gefühle aus, die sie in diesem klösterlichen Tempel der Grausamkeiten empfinden. Mit schonungsloser Offenheit hat der Regisseur sich des Themas der Magdalenen-Heime angenommen, die unvorstellbarer Weise in Irland noch bis Mitte der Neunziger Jahre im Namen Gottes ihre Insassinnen misshandelten. Mullans Tabubruch wurde in Venedig 2002 mit dem Goldenen Löwen geehrt.

 

 

 

 

 

 

 

Ein (un) möglicher Härtefall

USA 2003, Regie: Gebr. Coen, mit George Clooney, Catherine Zeta-Jones; Schwarze romantische Screwball-Komödie, in der sich ein erfolgreicher Winkeladvokat in die um ihr Vermögen gebrachte Ex-Frau eines Mandanten verliebt. Ein im Berufsleben und bei Frauen erfolgreicher Scheidungsanwalt (George Clooney) vollbringt für einen Mandanten das Kunststück, die Ex-Frau (Catherine Zeta-Jones) von dessen Vermögen fernzuhalten - obwohl er sie bewiesenermaßen betrogen hat. Das Opfer schwört Rache und will den Winkeladvokaten mit cleverem Plan um das mit der Scheidung verdiente Geld bringen - wenn die Liebe nicht dazwischenkäme.

Mit ihrem bisher wohl leichtesten und romantischsten Film blicken die Coen-Brüder zurück auf die schillernden Hollywood-Screwball-Komödien der fünfziger und sechziger Jahre und geben diesen mit ihrer unverwechselbaren Handschrift einen neuen Look. Mit George Clooney in der Hauptrolle stellen erneut das bewährte Schauspieler-Regisseur-Duo sowie Catherine Zeta-Jones ihr komisches Talent unter Beweis.

 

Und dann kam Polly

Komödie DARSTELLER: Ben Stiller, Jennifer Aniston, Philip Seymour Hoffman, u.v.a. REGIE: John Hamburg, USA 2004 FILMLÄNGE: 90 Minuten HOMEPAGE:http://movies.uip.de/unddannkampolly/
Reuben Feffer hat sich ein bequemes Leben aufgebaut und eine gute Karriere erarbeitet, indem er stets auf Nummer Sicher ging. Dabei ist er einer der Besten in seinem Metier: Er ist ein hoch geschätzter Mitarbeiter eines Versicherungsunternehmens. Er selbst scheut aber vor allem zurück, das außergewöhnlich oder riskant aussieht, frei nach dem Motto: Wer nicht spielt, der nicht verliert.

Dagegen betrachtet Polly Prince ihr Dasein eher als ein großes Glücksspiel, und erfreut sich an dem, was das Leben für sie als Weltenbummlerin so alles an zufälligen und unerwarteten Entdeckungen bereithält. Ihre Philosophie: es gibt immer eine nächste Gelegenheit - ein neuer Job, eine neue Wohnung in einer anderen Stadt - sollte sich die jetzige als auf Dauer ungeeignet herausstellen. Für Polly kein Problem - auf zum nächsten Abenteuer, zur nächsten Entdeckung, die um die Ecke wartet. Wieder zu Hause begegnet Reuben seiner alten Schulkameradin Polly - und Reuben setzt sich über seine Vorsätze, immer auf der sicheren Seite des Lebens zu wandeln hinweg... 

Underground

Die Nazis bombardieren Belgrad und sorgen für Chaos. Raubtiere aus dem zerstörten Zoo irren durch die Stadt und lediglich die beiden schlitzohrigen Gauner Marko und Blacky kann dies nicht aus der Ruhe bringen. Die Kriegswirren nutzen die Beiden zu lukrativen Geschäften auf dem Schwarzmarkt. Mit der Zeit erschaffen die patriotischen Schwarzmarktkönige eine Untergrundwelt, die ihrem Namen alle Ehre macht. In den endlosen unterirdischen Gängen entsteht eine neue Heimat, in der das Leben scheinbar normal weiter geht und die Bewohner Waffen für den Widerstand produzieren. Nur die beiden Gangsterkönige gelangen noch an die Oberfläche und wissen, was dort vor sich geht. Dieses Wissen beuten die beiden später aus und verheimlichen den Untergrund-Bewohnern, dass der Krieg längst beendet ist.

Rauschende Hochzeiten auf einem Donaudampfer bei dem die Schnapsflaschen geköpft und Revolvermagazine geleert werden. Trotzt Kriegszustand wird gesoffen und gefeiert: Die schnelle stimmungsvolle Musik Goran Bregovics heizt die Stimmung bis zum Siedepunkt an. Das mit einer Goldenen Palme ausgezeichnete Werk ist vielleicht Kusturicas gelungenster Film. "Underground" ist atmosphärisch dicht, von der Handlung sehr vielschichtig und daher ein unglaublich intensiver Filmgenuss. Schnaps, Krieg und Liebe sind die dominierenden Elemente dieses Films, der eine künstlerische Abrechnung mit der jugoslawischen Geschichte und dem Balkankrieg darstellt. Unglaublich schöne Bilder, schnelle Schnitte – man möchte am liebsten mittanzen...

  Unterwegs in die nächste Dimension
D 2001. 103 min, ab 6 J. Regie: Clemens Kuby. Der Regisseur von Living Buddha reist mit einer Digitalkamera erneut um die Welt und filmt Phänomene, die uns normalerweise verborgen bleiben. Er begegnet Menschen mit unerklärbaren Fähigkeiten. In Peru, Russland, Nepal, Myanmar, Korea und auf den Philippinen findet er ihre Spuren und dokumentiert, wie diese Heiler leben und wirken. Der Zuschauer taucht ein in die magische Welt, in der unfassbare Kräfte wirken und ungeglaubte Möglichkeiten real werden. Ein Schamane im Amazonas-Dschungel, ein philippinischer Chirurg ohne Messer, ein in Trance heilendes Medium in Nepal, eine koreanische Ekstasetänzerin. Gezeigt wird die rätselhafte Herstellung eines AIDS-Heilmittels und und und ....

Untreu

USA 2002, R: Adrian Lyne, 124 min.  Erotisches Psychodrama einer verbotenen Liebe - die Neuverfilmung von Chabrols Klassiker „Eine untreue Frau". Behutsam und charakter-orientiertes Psychogramm einer Beziehung, die aus ihrer Routine gerissen wird.Die Summers (Richard Gere, Diane Lane ) führen eine Vorzeigeehe. Sie zerbricht, als sie sich hemmungslos mit einem jungen Franzosen einlässt, der all das zu haben scheint, was die Ehe in ihrem Alltag nicht mehr bieten kann.

Unter dem Sand

F 2000, R: Francois Ozon, 95 min. „Ich gehe Schwimmen. Kommst Du mit?" Das sind die letzten Worte, die Marie Drillon (Charlotte Rampling) von ihrem Mann Jean (Bruno Cremer) hört. Danach ist er verschwunden. Auch eine groß angelegte Suchaktion der Polizei bleibt ergebnislos. Mit jedem Tag schwindet eigentlich die Hoffnung, dass Jean noch lebt. Doch Marie will es einfach nicht wahr haben. Sie meidet die Konfrontation mit der Trauer, zieht sich innerlich zurück und flüchtet in Tagträume...

Unterwegs in die nächste Dimension

D, 2002, Clemens Kuby hat nach "Da alte Ladakh" und "Living Buddha" einen neuen Dokumentarfilm über Wunderheiler rund um den Erdball gedreht.

Unterwegs mit Jungs

USA 2001. Regie: Penny Marshall. Tragikomische Lebensgeschichte einer Frau (Drew Barrymore) zwischen 15 und 36 Jahren, die am Ende der Schulzeit all ihre Träume zerplatzen sieht, als sie nach einer Nacht mit dem liebenswerten Verlierer Ray schwanger wird. Bald muss sie sich alleine durch´s Leben schlagen.

 

 

Unter der Sonne der Toskana

USA / Italien 2003, Regie: Audrey wells, 114 min., ab 6 Jahre, mit Diane Lane, Schriftstellerin und Literaturkritikerin Frances Mayes (Diane Lane) leidet unter ihrer Scheidung. Weil in ihrer neuen Wohnung in San Fransisco die Decke auf den Kopf zu fallen droht, schenkt ihre Freundin Patti (Sandra Oh) ihr das vor der Schwangerschaft erworbene Ticket auf eine Schwulen- und Lesben-Rundreise durch die Toskana. Dort blüht Frances auf, und als die illustre Gay-Truppe nahe dem pittoresken Städtchen Cortona an einer alten Villa vorbeikommt, entschließt sie sich spontan zum Kauf.
Die Renovierung der baufälligen Villa Bramasole erfordert viel Engagement, lenkt Frances jedoch auch von ihrer bisherigen Misere ab und trägt dazu bei, ihre Schreibblockade abzubauen. Dabei helfen ihr der Immobilienmakler und ein polnischer Bautrupp. Als sie den charmanten Neapolitaner Marcello (Raoul Bova) kennenlernt, scheint das Glück perfekt... 

 

Unterwegs nach Cold Mountain

GENRE: Drama DARSTELLER: Jude Law, Nicole Kidman, Renée Zellweger, u.v.a. REGIE: Anthony Minghella, Großbritannien/Rumänien u.a. 2003 FILMLÄNGE: 146 Minuten;  
Sattes, prachtvolles Abenteuerkino vom Allerfeinsten präsentiert Oscar-Gewinner Anthony Minghella ("Der englische Patient") mit seiner wuchtigen Verfilmung des Bestsellers von Charles Frazier. Schwer verletzt schleppt sich der Soldat Inman durch die Wirren des Amerikanischen Bürgerkriegs, um den Weg zurück nach Cold Mountain zu seiner großen Liebe Ada zu finden.
Während Ada nach dem Tod ihres Vaters lernen muss, ihre Farm mit eigener Kraft am Laufen zu halten und dabei Unterstützung von der geheimnisvollen Ruby erfährt, muss Inman Abenteuer um Abenteuer meistern, eines gefährlicher als das andere... 
Die erst ein paar Tage junge Liebe zwischen Inman und Ada wird durch den Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieg gestört. Inman zieht an die Front, während Ada sehnsüchtig im heimischen Ort Cold Mountain auf seine Rückkehr wartet. Als Inman sich Jahre später als Deserteur auf den Heimweg macht, hat sich die einst wohlbehütete Ada an das harte Leben gewöhnt und hütet gemeinsam mit der raubeinigen Ruby Haus und Hof.


Kritik:
Die romantische Liebe zwischen Inman und Ada dient als Basis für ein Bürgerkriegsepos, das die grausamen und zerstörerischen Folgen an der amerikanischen Bevölkerung aufzeigt. Will man mehr über dieses düstere Kapitel der Entstehungsgeschichte der Vereinigten Staaten erfahren, bietet Cold Mountain eine wunderbare Gelegenheit. Anthony Minghella zeigt in seiner Verfilmung des gleichnamigen Romans von Charles Frazier viele Aspekte der Auswirkungen des Krieges auf die Bevölkerung - fast zu viele. Aber das ist wohl schwer zu umgehen, wenn man 4 Jahre der wichtigsten Epoche Amerikas in 150 Minuten packen muss.

Nachdem der freiwillig einmarschierte Inman, solide gespielt von Jude Law, 1894 schwer verwundet aus dem Lazarett desertiert und sich zu Fuß auf den Weg nach Hause macht, muß er viele Hindernisse überwinden, die ein Happy End in ungreifbare Ferne rücken lassen: Feindliche Soldaten, Betrüger und Kopfgeldjäger reiten mit einer Mordslust durch die Lande und würden dem Leben eines Kriegsflüchtlings mit großer Freude ein Ende bereiten. Doch auch die alleine zurückgebliebene Ada, gespielt von einer zu cleanen und farblosen Nicole Kidman, muß sich vor dem Verhungern bewahren und ihr Gut und sich selbst vor herumlungernden Männern schützen.

Zum Glück - für Ada und auch für das Publikum - wird sie dabei von der robusten Ruby unterstützt. Renée Zellweger geht in ihrer Rolle als trampeliger Naturmensch ganz und gar auf und sorgt für angenehme Unterhaltung. Nicole Kidman und Jude Law wirken dagegen unspektakulär und blass. Die frische und innige Liebe der Beiden sollte zwar den Rahmen und das ersehnte Ziel des Dramas darstellen, jedoch fehlt das nötige Knistern zwischen den Beiden. Wenn Scarlett O'Hara auf ihren Ashley wartet, blutet einem das Herz. Selbst das Wiedersehen zwischen Orry Maine und seiner Madeleine läßt einen nicht unberührt. Doch ob Ada und Inman sich letzten Endes in die Arme schließen können oder nicht, wird bald nebensächlich. Das mag daran liegen, dass ihre Bekanntschaft erst ein paar Tage alt ist. Aber viel eher daran, dass sowohl Kidman als auch Law ein wenig zu unterkühlt agieren: Beim ersten Blickkontakt springt einfach kein Funke über. Da nützt auch eine freizügige Liebesnacht nicht viel weiter.

Dennoch bietet Cold Mountain ein sehr schön gefilmtes Kriegsdrama, das weniger die gloriosen Schlachten, als viel mehr das Leiden der unschuldigen Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wundervolle und beeindruckend inszenierte Bilder mischen sich mit den Schrecken der Zeit zu einem Epos, das man sich durchaus ansehen kann, aber nicht muss, wenn man seine geschichtlichen Defizite bereits mit Fackeln im Sturm abgedeckt hat.