Unsere Filme R

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rad der Zeit

Wir hatten im Grunde das „Privileg“, dass wir ihm ganz nahe rücken durften. Er lachte und nickte uns zu. Er gab uns das Gefühl, dass wir das ohne Scheu tun können. Und insofern hatten wir am Ende des Films ein fast physisches Verhältnis zu ihm. Die Kamera war fast einer der ihm assistierenden Mönche. (Werner Herzog)

Der Titel Dalai Lama wurde 1578 dem damaligen Großlama Sonam Gyatso durch den Mongolen-Fürsten Altan Kahn als Dank für die erhaltenen buddhistischen Weihen verliehen. Dalai Lama bedeutet soviel wie "Ozean des Wissens". Später wurde den beiden Vorgängern Sonam Gyatsos dieser Titel auch zuerkannt, so dass Sonam Gyatso als der 3. Dalai Lama in die Geschichte einging. Der Dalai Lama gilt als Wiedergeburt Tschenresis, des Buddhas des Erbarmens, der gleichzeitig der Schutzpatron Tibets ist. Tschenresi hat auf seine eigene Erlösung und den Eingang ins Nirwana verzichtet und wird solange wiedergeboren, bis alle Menschen erlöst sind. Der Dalai Lama war das religiöse und politische Oberhaupt Tibets. Der aktuelle Dalai Lama jedoch strebt für Tibet und die Tibeter eine Demokratie an, in der er keine politischen Ämter mehr innehaben soll.

Der heutige 14. Dalai Lama wurde am 6. Juli 1935 in Taktser, einem Dorf in der tibetischen Provinz Amdo, als Lhamo Dhondrub, Sohn von Bauern, geboren. Eine Delegation hoher Lamas, welche auf der Suche nach der Reinkarnation des Dalai Lama war, stieß 1937 anhand von Prophezeiungen und Hinweisen auf Lhamo Dhondrub und erkannte ihn als 14. Wiedergeburt des Dalai Lama wieder. Im Juli 1939 wurde der Knabe auch von der Tibetischen Regierung offiziell als der 14. Dalai Lama anerkannt und erhielt den neuen Namen Tenzin Gyatso. Am 22. Februar 1940 bestieg der 14. Dalai Lama im Alter von vier Jahren den Sengtri, den Löwenthron. Der Dalai Lama wurde von nun an von Lehrern in Klostern erzogen und ausgebildet. Erst im Alter von 25 Jahren sollte er seine intensive Ausbildung abgeschlossen haben.

Als im Sommer 1949 die chinesische Volksbefreiungsarmee mit der Eroberung Tibets begann (Höhepunkt am 7. Oktober 1950), wurde dem damals erst 15-jährigen Dalai Lama am 17. November 1950 die Herrschaft über Tibet übertragen. Am 9. September 1951 marschierten chinesische Truppen in Lhasa, der Hauptstadt Tibets ein und besetzten diese. 1954 versuchte der Dalai Lama in Peking vergeblich mit Mao Tsetung Friedensgespräche zu führen. Als sich das tibetische Volk am 10. März 1959 in einem Volksaufstand gegen die chinesischen Besatzer erhob und dieses letzte Aufbäumen bis zum Herbst 1960 rund 90'000 Tibetern das Leben kostete, sah sich der Dalai Lama gezwungen, über den Himalaja nach Indien zu fliehen. Seither ist der 10. März der Nationalfeiertag der Tibeter. Für seinen unermüdlichen Einsatz mit gewaltlosen Mitteln und durch Dialog eine Lösung für das Tibetproblem zu finden, erhielt der Dalai Lama am 10. Dezember 1989 den Friedensnobelpreis, die höchste vieler von ihm erlangter Auszeichnungen.

Raumpatrouille Orion

D 1966, Ein Raumschiff mit Bügeleisen, Jogurtbechern und Unterwasser-Disco: Ein nostalgisches Science-Fiction-Erlebnis."Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen schon Wirklichkeit sein. Hier ein Märchen von übermorgen." Mit diesen Worten begann 1966 die deutsche Science-Fiction-Serie "Raumpatrouille Orion". Sieben Folgen lang verfolgten über 40 Prozent der deutschen Fernsehzuschauer gespannt die Weltraumabenteuer um Commander Allister McLane und seine Orion-Crew. "Raumpatrouille Orion" schrieb noch in einer anderen Hinsicht Fernsehgeschichte. Die deutsche Mannschaft erkundete als erste den Weltraum, lange vor James T. Kirk und der Enterprise oder den Star-Warriors Luke Skywal-ker und Han Solo. Erst drei Jahre später holte die Wirklichkeit die Orion ein: 1969 landete der Amerikaner Neil Armstrong auf dem Mond.

Das Reich und die Herrlichkeit

USA 2000. Regie: Michael Winterbottom. 90 min. Beeindruckender, düsterer, symbolträchtiger Western. Sierra Nevada 1867. Ein harter Winter. Dillon ist Herrscher des kleinen Minenstädtchen Kingdom Come. Eines Tages kommen die tbc-kranke, mittellose Elena (Nastassja Kinski) und ihre Tochter Hope in die unwirtliche winterliche Stadt. Längst vergraben geglaubte menschliche Tragödien vermengen sich mit neuen, zarten Gefühlen. Dillon ist Hopes Vater. Als junger Einwanderer hatte er sich seinen Reichtum durch den Verkauf von Frau und Tochter an einen einsamen Trapper verdient. Er setzt nun Himmel und Hölle in Bewegung , um der schwer kranken Frau und seiner nichtsahnenden Tochter ein gutes Leben zu gewährleisten. Doch obwohl bei all seinen Bemühungen wieder die alte Liebe zwischen ihm und Elena zu spüren ist, soll es ihm nicht vergönnt sein, weiteres Unglück zu verhindern. „... eine große Geschichte visuell erzählt .. aber vom Gestus her mit äußerster Zurückhaltung. Ein Kammerspiel entfaltet sich, ein Kammerspiel unter kaltem, weitem Himmel." (tagesspiegel)

Die Reise nach Kafiristan

Deutschland, Schweiz, Frankreich 2001, Darsteller: Jeanette Hain, Nina Petri Regie: Fosco Dubini, Donatello Dubini FSK: ab 12 Länge: 100 Min.In einer abenteuerlichen Autofahrt reisen Annemarie Schwarzenbach (Jeanette Hain) und Ella Maillart (Nina Petri) im Jahre 1939 von Genf über die Türkei und Persien nach Afghanistan. Dabei tauchen die beiden Frauen zum Zweck der inneren Selbstfindung in die mystisch geheimnisvollen Kulturen des Orients ein. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird ihrer Reise jedoch ein jähes Ende bereitet...
Vor exakt 60 Jahren verstarb Annemarie Schwarzenbach. Die Schweizer Unternehmertochter war Schriftstellerin und zählte zum Freundeskreis von Erika und Klaus Mann. Auf ihren Erlebnissen, die sie zusammen mit der Reisejournalistin Ella Maillart niederschrieb, beruht dieser Film.

Reservoir dogs 

USA 1991, 99 min.,Sechs Gangster (u.a. Tim Roth, Harvey Keitel, Michael Madsen, Steve Buscemi), die sich nur unter ihren farbigen Codename kennen, sollen ein Juweliergeschäft überfallen. Das läuft jedoch schrecklich schief und ein paar Ganoven bezhlen den Einsatz gar mit ihrem Leben, da sich unter ihnen auch ein Verräter befindet. Die Überlebenden treffen sich in einem leeren Lagerhaus um die Situation zu klären. Sie kommen aber zu keinem Ergebnis. Nicht einmal ein gefolterter Polizist kann ihnen weiterhelfen, weshalb sie sich gegenseitig verdächtigen und sich anschließend umbringen. Nur den tatsächlichen Bösewicht verdächtigt zunächst niemand...


Man kann ohne Umwege sagen, dass Quentin Tarantinos zum Schreien komisches Erstlingswerk den Gangsterfilm revolutioniert hat. Das Low-Budget-Kammerspiel besticht vor allem durch seine haarsträubenden Dialoge über die unwichtigsten Kleinigkeiten, seine absurde Gewalt und durch die starken Einzelleistungen der Protagonisten. Da ist zum einen Michael Madsen als psychopathischer Folterknecht, dessen Gesangsversuche gefährlicher erscheinen als seine Ohrabschneideaktionen. Da ist Tim Roth als Verräter, der von seinem väterlichen Freund Harvey Keitel bis zum bitteren Ende beschützt wird. Und da ist Steve Buscemi als schmieriger Schleimer, der aus Überzeugung kein Trinkgeld bezahlt und gegen seinen "schwulen" Codenamen Mr. Pink revoltiert. Vor allem aber merkt man, dass den Leuten der Dreh richtig Spaß gemacht hat. Es ist schade, dass "Reservoir Dogs" in Deutschland nicht so bekannt ist wie sein Nachfolger "Pulp Fiction". Denn "Reservoir Dogs" ist einfach nicht zu toppen

 

Riekes Wildpferd

Norwegen 1994. Ab 6 J. Empfehlung ab 8 J. 86 min. Im Gewitterregen erkennt die 12-jährige Rieke ein Wildpferd im Hof ihrer Eltern. Rieke beschließt dem Tier zu helfen, doch weder die Eltern noch ihre Klassenkameraden glauben ihr, dass es noch Wildpferde gibt. Nach einigen Schwierigkeiten findet Rieke in Mona eine Verbündete.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ring des Buddha

Deutschland2000 FSK: 1292 Min. Regie: Jochen Breitenstein Darsteller: Birendra Bir Bikram Sha Dev, Dalai Lama, Martin Maria Abram, Dr. Toni Hagen,
Jaynanda Lama, Sonia Mehta, 
Nepal 1950. Ein geheimnisvolles, unerforschtes Land. Als erster Europäer durchquert der Schweizer Geologe Toni Hagen das "verbotene" Königreich. Bodenschätze findet er dort nicht. Er entdeckt vielmehr die Mysterien des Lebens und dringt zu einer tieferen Wahrheit vor, die seinem Leben eine neue Dimension verleiht. Im Frühjahr 1999 kehrt Hagen nach Nepal zurück, um ein fast 50 Jahre altes Versprechen einzulösen: Damals schenkte ihm ein buddhistischer Mönch einen kostbaren, mysthischen Ring. 

Auch mit 83 Jahren hat Toni Hagen nichts von seinem Elan, seiner Tatkraft und seiner Begeisterung für das Königreich im Himalaya verloren. Er selbst kehrt zurück, um seinen alten Freund, den Buddhistischen Mönch Chogye Trinchen Rimpoche, auf seiner letzten Reise zu begleiten. Tonis linke Hand schmückt ein mysteriöser Ring mit dem Symbol des tibetischen Vajra- Donnerkeils. Vor 40 Jahren wurde ihm dieser Ring als Dank für seinen aufopfernden Einsatz bei der Rettung Tibetischer Flüchtlinge überreicht. Der Rimpoche wurde zum Freund. Aber Hagen kommt zu spät. Der alte Mönch und sein Gefolge haben das Kloster in Bodnath bereits verlassen. Ihr Ziel ist unbekannt.

Hagen der sich selbst spielt, hat einen Fahrer und Reisebegleiter engagiert. Bei seiner Ankunft stellt er mit Überraschung fest, daß dies eine junge Frau ist -- selbst im heutigen, modernen Nepal eine ungewöhnliche Erscheinung. Auf der Suche nach seinem Freund durchstreifen Toni und die temperamentvolle Sarasvati, gespielt von der Indischen Schauspielerin Sonia Mehta, das faszinierende Land.

Nach jenem forschend, was den Mann an ihrer Seite zu einer Legende werden liess, beginnt "Sara" einen lebendigen Austausch von Ansichten und Erfahrungen. Die attraktive junge Nepalin präsentiert dabei ihr Heimatland aus einem Blickwinkel, den Toni nie erwägen konnte. Auf der anderen Seite veranlasst der Mann, der jeden Quadratmeter des Landes zu Fuss durchwandert hat, Sarasvati dazu, einen zweiten Blick auf jene Dinge zu werfen, die sie stets als gegeben hinnahm.

Flash-backs führen zurück in die fünfziger Jahre, zurück zu Hagens abenteuerlichen Expeditionen durch das noch unerforschte Land. Von ihm damals gedrehtes Farbfilmmaterial leitet nachgestellte Szenen ein, in welchen der Schauspieler Martin Maria Abram den jungen Geologen mit verblüffender Ähnlichkeit portraitiert.

In einem kleinen Kloster hoch oben im Himalaya findet Toni letztlich seinen Freund. Er zieht den Ring vom Finger und gibt ihn zurück an den wahren Besitzer. Er braucht ihn nicht mehr, mag er einem anderen Glück bringen. Der alte Mönch lächelt: "Mein Freund, der Kreis unserer beider Leben hat sich geschlossen".

Den Epilog zum Film spricht seine Heiligkeit der Dalai Lama, seit den frühen sechziger Jahren ein vertrauter Freund Toni Hagen's. 

Ring

Die engagierte Reporterin Rachel Keller (Naomi Watts) recherchiert gerade den plötzlichen Tod von vier Jugendlichen. Die Schüler hatten sich gemeinsam einen Videofilm angeschaut und waren exakt eine Woche später auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen. Rachel sichtet die ominöse Kassette und erhält kurz darauf einen Anruf, in dem ihr eine weibliche Stimme in sieben Tagen den Tod prophezeit. Rachel glaubt zunächst an einen üblen Scherz. Doch zahlreiche Ereignisse sprechen dafür, dass sie einem überirdischen Fluch auf der Spur ist... 
In ihrer Rolle als Karrierefrau Rachel Keller darf Naomi Watts nach "Mulholland Drive" und der TV-Serie "Project: Sleepwalker" ihren dritten filmisch bizarren Alptraum erleben. Hübsch aufgeteilt in sieben Etappen, kommt sie der übersinnlichen Lösung langsam auf die Schliche und ihrem eigenen Tod bedrohlich näher. Dabei lassen sich viele Elemente bekannter Thriller wiederfinden. Sogar eine kleine Hommage an die legendäre Duschszene aus Hitchcocks "Psycho" ist mit dabei. Für Genrefans gibt es also viel zu entdecken. Der Film sollte zudem durch einige verstörende Bilder und interessante Wendungen für ordentlich viel Gänsehaut sorgen.

 

 

 

 

 

Rio Bravo
Western; USA 1959; FSK: 12 136 Min; Regie: Howard Hawks
Darsteller: John Wayne, Dean Martin, Ricky Nelson, Angie Dickinson

Sheriff John Chance hat Joe Burdette wegen Mordes eingesperrt. Joes Bruder Nathan will ihn mit seiner Bande befreien. Hilfe erhält John vom ehemals gefürchteten Revolverhelden Dude Borachon, der jedoch dem Alkohol verfallen ist, und dem jungen Abenteurer Colorado Ryan. Dude versucht, wieder einen klaren Kopf und eine ruhige Hand zu bekommen, wird aber von Nathan gefangen, um einen Austausch zu erreichen...
Lexikon des internationalen Films: Herausragender Western von Howard Hawks, der die einfache, aber spannende Story mit professioneller Gelassenheit und ironischen Zwischentönen inszeniert. Die Figurenzeichnung ist brillant. 

Ritter aus Leidenschaft

USA 2001. Regie: Brian Helgeland. 132 min. Nur Männer des Adels dürfen an den Lanzenduellen der Ritterturniere teilnehmen. William, den Sohn eines armen Dachdeckers gibt sich als Sir Ulrich von Lichtenstein aus und hat bald die begeisterten Massen auf seiner Seite. Wäre da nicht der verschlagene Count Aldemar, der den scheinbar Unbesiegbaren ausschalten will... Gelungene, schwungvolle und moderne Ritterfilmversion.

Rivers and Tides

BRD 2000, R: Thomas Riedelsheimer, 90 min. Der Münchner Dokumentarfilmer hat den Künstler Andy Golds-worthy vier Jahre lang bei seinen Arbeiten begleitet. Goldsworthy ist weltbekannt für seine faszinierenden Kunstwerke, die er aus Naturmateria-lien herstellt, mit Blumen, Muscheln, Steinen, Eis, Blättern, Zweigen u.a. „Es gibt Momente von außergewöhnlicher Schönheit, wenn ein Werk plötzlich ... geschieht ... lebendig wird ... das sind die Momente, für die ich lebe." (A.G.)

Road to perdition

USA 2001, Regie Sam Mendes, Mit Tom Hanks, Jude Law, Paul Newman, 116 min. Wer hätte gedacht, dass sich hinter der Fassade des liebevollen Vaters Michael Sullivan (Tom Hanks) in Wahrheit ein skrupelloser Mafiakiller verbirgt. Der 12-jährige Michael, Jr. (Tyler Hoechlin) fällt jedenfalls aus allen Wolken, als er seinen Vater zufällig bei einem seiner blutigen Aufträge beobachtet. Zeit, das Gesehene emotional zu verarbeiten, bleibt ihm allerdings nicht. Denn schon bald sollen Profikiller den Augenzeugen und seine Familie zum Schweigen bringen. Seine Mutter und sein jüngerer Bruder sind die ersten Opfer. Kurzentschlossen fliehen die beiden Michaels anschließend vor den Mafiakillern. Auf ihrer Fahrt schmieden sie grausame Rachepläne. Dabei kommen sich die beiden langsam näher...

Nach seinem großartigen Regiedebüt "American Beauty", entführt uns Sam Mendes diesmal ins korrupte Chicago der 30er Jahre. In atmosphärisch starken Bildern vermag der britische Theaterregisseur eine fesselnde Geschichte zu erzählen, die irgendwo zwischen familiärem Beziehungsdrama und knallhartem Mafia-Thriller angesiedelt ist. Neben den beiden Hauptakteuren, glänzt vor allem Jude Law in seinem Part als kaltblütiger Killer, der auf die flüchtigen Sullivans angesetzt wird. Ebenso gibt es ein Wiedersehen mit Paul Newman in der Rolle des väterlichen aber eiskalten Mafia-Bosses John Rooney. Der Rachefeldzug eines Vaters, der nichts mehr zu verlieren hat - außer der Zukunft seines Sohnes - ist sinister und bedrohlich inszeniert und top besetzt. Schon deshalb lohnt ein Kinobesuch.

Roger & Me

USA 1989, Regie: Michael Moore, 90 min, Ein aus subjektiver Perspektive pointiert formulierter und mit bissigem Humor gestalteter Dokumentarfilm über die Situation der amerikanischen Autostadt Flint im Bundesstaat Michigan, die nach Massenentlassungen durch den Automobilkonzern General Motors in den 80er Jahren am Rande des Zusammenbruchs steht. Keine chronologisch exakte Rekonstruktion der Ereignisse, sondern eine schwarze ideologiekritische Sozialsatire über Ungerechtigkeiten im amerikanischen Wirtschaftssystem. O.m.d.U.

 

Ronja Räubertochter

Originaltitel: Ronja Rövardotter, Schweden/ Norwegen, 1984, Regie: Tage Danielsson, Drehbuch: Astrid Lindgren, nach ihrer gleichnamigen Erzählung, BJF/KJF-Empfehlung: ab 10 Jahren, FSK: ab 6 (besonders wertvoll)Länge: 126 Minuten, "Eine der schönsten Lindgren-Verfilmungen! Ein Zauberwald, wie man ihn noch nicht gesehen hat - und eine Eltern-Kinder-Geschichte aus Räuberkreisen, in denen sich alle wiederfinden können: die auf ewig verfeindeten Familien; die Bälger, die immer genau das tun, was sie nicht tun sollen; die jähzornigen Väter, dummstolz und dickschädelig und die Äpfel, die nicht weit vom Stamm fallen. Sowohl ein pädagogisches Meisterstück vom Lernen durch Hineinfallen wie auch ein fabelhaftes Märchenabenteuer." (Münchner Abendzeitung vom 28.6.85)

Rosenstrasse

Deutschland 2003, Regie: Margarethe von Trotta, mit Katja Riemann und Maria Schrader, 136 min. Die New Yorkerin Ruth Weinstein hat soeben ihren Ehemann beerdigt. In ihrem Schmerz besinnt sie sich auf ihre jüdisch-orthodoxe Religion und ordnet für die ganze Familie 30 Tage Trauer an. Überdies lehnt sie die Heirat ihrer Tochter Hannah mit dem Südamerikaner Luis ab. Das stößt bei Hannah auf völliges Unverständnis.

Um den Grund für das Verhalten ihrer Mutter, die nie über ihre Vergangenheit ein Wort verloren hat, herauszubekommen, begibt sich Hannah auf Spurensuche nach Berlin. Dort setzt sie sich mit der 90-jährigen Lena Fischer in Verbindung, die endlich die Mauer des Schweigens bricht ...

Als junge Frau hatte Lena Fischer die kleine Ruth in der Berliner Rosenstraße angetroffen. Dort versammelten sich im Jahre 1943 Hunderte von Frauen, um gegen den Abtransport ihrer jüdischen Männer, die dort in dem zum Gefängnis umfunktionierten jüdischen Versorgungsamt festgehalten wurden, zu demonstrieren.

Lena sucht hier nach ihrem Mann Fabian und Ruth nach ihrer Mutter. Nach einem verzweifelten Kampf mit den nationalsozialistischen Behörden, bei dem auch Lenas Bruder Arthur, ein verwundeter Wehrmachtsoffizier, aktiv wird, geschieht tatsächlich das Unglaubliche.

Die Tore des Gefängnisses öffnen sich, und wie viele andere Frauen auch kann Lena ihren geliebten Mann tatsächlich wieder in die Arme schließen. Ruths Mutter aber bleibt verschwunden, und so nimmt Lena die Kleine auf und rettet ihr damit in den Wirren der letzten Kriegsjahre das Leben ..

 

Das rote Eichhörnchen

Spanien 1993. Regie: Julio Medem, 108 min, ab 16 J. Der Rockstar Jota will gerade Selbstmord begehen. Da wird er Zeuge eines Motorradunfalls. Er rettet die Fahrerin, die in der Folge an Amnesie leidet. Gemeinsam fahren die beiden auf einen Campingplatz, wo sie ungestört zu sich selbst finden wollen. Doch beide werden von der Vergangenheit eingeholt. Wie immer verwebt Medem, dessen neuester Film „Lucia und der Sex" am 5.9. bei uns startet, Wirklichkeit und Traum in kunstvoll poetischen Bildern. Mehrere Handlungsstränge werden wie in „Die Liebenden des Polarkreises" zusammengefügt und wieder getrennt. Gepaart mit der starken Kameraarbeit entsteht eine kunstvoll verwobene Geschichte.

Roter Drache

USA 2002, Darsteller: Ralph Fiennes, Anthony Hopkins, Edward Norton, Philip Seymour Hoffman, Harvey Keitel, Regie: Brett Ratner ; FSK: ab 16 Länge: 123 Min.Plakatmotiv (USA) - Klicken für große Version Vor einigen Jahren wäre FBI-Agent Will Graham (Edward Norton) beinahe dem Kannibalen Dr. Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) zum Opfer gefallen. Nur mit allerletzter Kraft konnte er den intellektuellen Psychopathen damals hinter Schloss und Riegel bringen. Kurz drauf quittierte Graham den Dienst. Doch jetzt ist sein Fachwissen wieder gefragt. Ein neuer Serienkiller versetzt das Land in Angst und Schrecken. Graham lässt sich reaktivieren und beginnt mit den Ermittlungen. Um den Fall zu lösen, braucht er allerdings die mentale Unterstützung seines einstigen Widersachers... 

 

Die Rückkehr

Russland 2003, Andrej Swjaginzew, Regisseur, 106 min.

Zehn Jahre lang lebten die Brüder Iwan und Andrej mit ihrer Mutter allein in einer russischen Provinzstadt. Sie führten ein unbeschwertes, sorgenfreies Leben, bis plötzlich der Vater wieder auftaucht. Bisher kannten sie ihn nur von einem Foto. Er nimmt die beiden Kinder mit auf eine abenteuerliche Reise, die auf einer geheimnisvollen Insel endet - sieben Tage eines gefahrvollen Unterwegsseins, das zu einem archaischen Vater-Sohn-Drama wird. Die rauhe Landschaft Nordrußlands spiegelt die Wildheit des Mannes, der am Ende mit den Kräften kämpfen muss, die er selbst entfesselte. Andrej Swjaginzews erstaunlicher, bildgewaltiger Debütfilm "the return-Die Rückkehr" erhielt bei den Filmfestspielen in Venedig 2003 den Goldenen Löwen. 
"Als ich diesen Film gemacht habe, betrachtete ich die Geschichte nicht als eine alltägliche oder eine soziale Story. Der Film versucht zum größten Teil, einen mythologischen Blick auf das menschliche Leben zu werfen. Ich wünschte mir, das Publikum würde sich dessen bewußt sein, wenn es ins Kino geht."

Andrej Swjaginzew

Langinhalt

Die Brüder Iwan und Andrej leben mit ihrer Mutter und der Großmutter in einer russischen Provinzstadt. Nichts scheint ihnen zu fehlen. Doch plötzlich taucht nach zehn Jahren Abwesenheit ihr Vater wieder auf. Iwan und Andrej wissen weder, was er in dieser Zeit getan hat, noch wo er gewesen ist, sie kennen ihren Vater nur von einem Foto. Der ältere Andrej ist von diesem wortkargen und rätselhaften Mann sofort fasziniert, verzweifelt ringt er um seine Anerkennung. Iwan jedoch bleibt der Vater fremd und unheimlich. Es fällt ihm sogar schwer, Vater zu ihm zu sagen. Ein Verbrecher, ein Mörder könnte er sein, meint Iwan. Woher kommt er? Was hat er in der Vergangenheit getan?

Der Vater hüllt sich jedoch in Schweigen und nimmt die Kinder mit auf eine Reise durch die wilde Schönheit einer nordrussischen Seenlandschaft. Das anfangs unterhaltsame Abenteuer entwickelt sich mehr und mehr zu einem Härtetest. Immer wieder stellt der Vater die Kinder vor Bewährungsproben, werden die Jungs mit Situationen konfrontiert, denen sie nicht gewachsen zu sein scheinen. Der Vater stellt die Widerstandskraft der Söhne rücksichtslos auf die Probe - ein Konflikt ist vorprogrammiert. So wird Iwan, der sich in ständiger Verweigerung befindet, für einige Zeit einfach im Regen stehen gelassen. Nichts entgeht dem strengen Blick des Vaters, gegen seine kompromißlose Haltung kommen die Jungen nicht an. Trotzdem bleibt er für den älteren Sohn in seiner Härte und Männlichkeit lange Zeit ein geheimes Vorbild.

Am Ziel der Reise, einer unbewohnten Insel, gräbt der Vater eine Blechkiste aus - ganz offensichtlich der Grund dieser Tour. Doch welche Bedeutung dieser Gegenstand haben könnte, bleibt so offen wie die Frage nach der Natur dieses Mannes, in dessen Gesicht bei aller Härte und Undurchdringlichkeit manchmal auch ein liebevoller Blick aufzuleuchten scheint.

In den sieben Tagen ihrer Reise reifen Iwan und Andrej zu eigenständigen Menschen heran, die sich von dem Druck, den der Vater ausübt, befreien.

Der archaische Kampf zwischen einem autoritären Vater und seinen Söhnen mündet in eine Tragödie, deren Dimension weit über den familiärem Konflikt hinaus weist.

Andrej Swjaginzew's Film, erfüllt von biblischen und mythologischen Bezügen, bleibt in seiner Kargheit und Strenge doch immer ein realistisches Werk. Sparsam inszeniert und gleichzeitig atmosphärisch dicht, lässt der Film viel Raum für Interpretationen, seien sie politischer, moralischer oder religiöser Natur. Die imposante Natur Nordrusslands bildet hierfür eine ideale Kulisse. Präzise gezeichnete Charaktere, zeitlose, minimalistische Bilder - atemberaubend fotografiert und komponiert - und eine ausgefeilte Tonebene tragen dazu bei," the return - DIE RÜCKKEHR" zu einem der erstaunlichsten Debütfilme der letzten Jahre zu machen.

(Der) Ruhm meines Vaters

Im ersten Teil der Verfilmung der Kindheitserinnerungen von Marcel Pagnol stehen die idyllischen Ferien im Hochland der Provence im Mittelpunkt, wo Marcel die Geheimnisse der Natur kennenlernt. Liebevoll inszeniert, von zartem Humor getragen und wunderschön fotographiert.Mit Depardieu