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Der Obrist und die Tänzerin


(The Dancer Upstairs, USA, Spanien 2001;Regie: John Malkovich;FSK: ab 12Darsteller: Javier Bardem, Laura Morante;Genre: Drama

 Wir befinden uns in einem fiktiven Land in Südamerika. Hier hat der ehemalige Anwalt und jetzige Polizist Agustin Rejas (Javier Bardem) die Aufgabe, eine Reihe von Attentaten und Sabotageakten aufzuklären, die mit den Guerilla-Aufständen in Zusammenhang stehen. Rejas steht unter gewaltigem Druck. Denn die Machtübernahme skrupelloser Militärs steht unmittelbar bevor, sollte es ihm nicht gelingen, die Täter aufzuspüren. Während korrupte Vorgesetzte die Arbeit des Cops behindern, verliebt dieser sich in Yolanda (Laura Morante), die Tanzlehrerin seiner Tochter. Doch als er herausbekommt, dass die Tanzschule nur eine Tarnung für terroristische Aktivitäten ist, gerät Rejas in einen Gewissenskonflikt...

 Das Regiedebüt des Schauspielers John Malkovich ist ein atmosphärisch dichter und spannend inszenierter Polit-Thriller. Basierend auf dem Roman von Nicholas Shakespeare ist es Malkovich in seinem Film gelungen, ein differenziertes Bild einer korrupten Gesellschaft in eine intelligente Thrillerhandlung einzubinden, ohne dabei in die Falle der üblichen Schwarz-Weiß-Schemata zu tappen. In eindeutiger Anspielung auf die peruanische Terrororganisation "Leuchtender Pfad" und deren Anführer Abimael Guzman zeichnet der Regisseur mit ausdrucksstarker Fotografie ein plastisches Bild von Gewalt, Terror und Angst, versäumt es dabei aber nicht, die Frage nach dem "Warum" zu stellen. Hauptdarsteller Javier Bardem liefert zudem eine glanzvolle und reife schauspielerische Leistung. Ein kleiner Leckerbissen für Fans des Schauspielers Malkovich ist außerdem dessen kurzer Cameo-Auftritt, den sich der Vollblutmime zugestanden hat.
Susanne Weiss( aus Film.de)


 

 

 

 

 

 

 

O brother where art thou

Musical USA2000 FSK: ab 12; 103 Min. Regie: Joel Coen Darsteller: George Clooney, John Turturro, Tim Blake Nelson, John Goodman
Everett Ulysses, Delmar und Pete fliehen während der Sträflingsarbeit in einem Maisfeld und machen sich auf den Weg zu einem Goldschatz, den Everett angeblich versteckt hat. Dabei erleben sie eine wahre Odyssee.

Sehr frei nach Homers Odyssee haben die Cohen-Brüder die Story in die Südstaaten zur Depressionszeit gelegt und mit Musical-Einlagen aufgepeppt. Skurrile Typen, Groteske Szenen, absurde Handlung - einfach ein Kultkandidat.

O da beni seviyor -Sommerliebe
Türkei 2000, 100 min, OmU. Malatya 1973. Die burschikose 13-jährige Esma wird zur Strafe für ein schlechtes Zeugnis im Sommer zu Verwandten aufs Land geschickt. Zur Freude Esmas trifft dort auch ihre unkonventionelle Tante Saliha ein, die nach einer Eskapade unverhofft in den Schoß der Familie zurückkehrt. Unterstützt von Saliha freundet sich Esma mit dem jungen Hüseyin an. Doch die erste große Liebe der beiden ist von den Schwierigkeiten des Zusammenlebens zwischen Sunniten und Aleviten überschattet.

 

 

Ocean´s Eleven

 USA 2001. 120 min, Regie: Steven Soderbergh, ab 12 Jahre. George Clooney alias Danny Ocean steht im schwarzen Smoking vor dem Gefängnistor. Endlich wieder in Freiheit! Und schon den nächsten Coup vor Augen! Er will drei Las-Vegas-Tresore in einer Nacht knacken. Unmöglich? Dieses Wort gibt es für Danny Ocean nicht. Mit seinem Freund Rusty Ryan (Brad Pitt) heuert er eine Crew an ( u.a. Matt Damon ). Denn persönliche Motive treiben seinen Plan an. Der Nachtklubbesitzer (Andy Garcia) hat ein Verhältnis mit Dannys Ex-Frau ( Julia Roberts ).

 

 

 

 

 

 

Okay

Dänemark 2002, 93 min. Regie: Jesper W. Nielsen. Nete ist eine toughe Frau Mitte dreißig. Sie arbeitet als Sozialarbeiterin und hat eine pubertierende Tochter. Ihr Mann Kristian ist ein Schriftsteller, der nicht wagt, seine Manuskripte jemandem zu zeigen und statt dessen mit einer Teilzeitstelle als Dozent sein Geld verdient. Die drei leben ihr normales Alltagsleben bis eines Tages Netes Vater schwer erkrankt. Nete erzwingt von dem Arzt die erschütternde Prognose: Ihr Vater hat nur noch drei Wochen zu leben. Obwohl sie sich nie gut mit ihrem Vater verstanden hat, holt Nete den verbitterten alten Mann zu sich in die Wohnung. Er soll seine letzten Tage im Kreis der Familie verbringen. Trotz der zusätzlichen Belastung versuchen alle, mit der ungewohnten Situation klar zu kommen. Netes Bemühungen, ihren Vater und ihren schwulen Bruder Martin wieder zu versöhnen, scheitern. 3 Wochen vergehen. Ein Monat. Netes Vater stirbt nicht

Die beengte Situation beginnt allen auf die Nerven zu gehen. Netes Tochter wird immer rebellischer, Kristian flüchtet sich in eine Affäre. Netes Beziehung zu ihrem Vater verschlechtert sich. Die Situation eskaliert.

 

On the Edge

Irl 2000, R: John Carney, 86 min, FSK: ab 6, OmU, mit Stephen Rea. Innerhalb von 24 Stunden wirft Jonathan sein bisheriges Leben über Bord. Morgens beerdigt er seinen Vater und in derselben Nacht fährt er mit einem gestohlenen Wagen über die Klippen einer irischen Küstenstadt. Das Auto ist Schrott, aber Jonathan hat nur einen Finger gebrochen. In der Heilanstalt trifft er Jugendliche, die - wie er - „etwas anders" sind. Der Film porträtiert die ebenso zarten wie vehementen Versuche der Jugendlichen, miteinander und mit den Erwachsenen Kontakt aufzunehmen.

One hour photo

Psychodrama um obsessiven Voyeurismus mit Robin Williams in der Hauptrolle. Er spielt Sy Parish, der Leiter einer Fotoabteilung in einem Supermarkt ist. Dort vervielfältigt er heimlich die Fotos "seiner" Familie Yorkin. Er liebt die schönen Bilder von Glück und trautem Heim. Als er aber bemerkt, dass der Ehemann fremdgeht, beschließt Sy seinen eigenen Rachefeldzug zu starten ...

"One Hour Photo" zeigt sich als typisches, aber doch auch tief gehendes Kinodebüt eines Video-Regisseurs, der für Madonna und Nine Inch Nails arbeitete. Diesmal will der Kritiker nicht über die Video-Clipper lästern, denn neben einer ästhetischen Linie, einer Farbdramaturgie, die so konsequent selten durchgehalten wird, bringt Romanek auch noch ein Bewusstsein für Bilderwelten mit, für Images, für Oberflächenglanz und dem Problem, hinter diese Fassaden zu dringen. Die Fotoaufträge der aufgereihten Kunden halten der Gesellschaft humorvoll den Spiegel vor

 

Open hearts

Dänemark 2002, Darsteller: Nikolaj Lie Kaas, Mads Mikkelsen,Regie: Susanne Bier Drehbuch: Susanne Bier,  FSK: ab 12 Länge: 113 Min. Dokumentarisch genau beobachtender neuer Dogma-Film über Schicksalsschläge, die das Leben verändern. Jugendlich und innovativ beginnt dieser Film. In bunten verschwimmenden Farben erzählt er die Geschichte von Niels und Cecilia, die heiraten wollen. Da wird Niels von einem Auto erfasst. Die Fahrerin kommt aus einem gutsituierten Haus. Niels ist querschnittgelähmt. Cecilia ist verzweifelt. In ihrer Not wendet sie sich an den Mann der Unglücksfahrerin, einen Arzt. Was zunächst harmlos erscheint, stellt mehr und mehr den Zusammenhalt der einstmals intakten Familie in Frage. Von allen Dogma-Filmen scheint dieser am nächsten an der Wirklichkeit. Die Schauspieler übertreffen sich gegenseitig in ihrer Authentizität und der Zuschauer kann sich sehr schnell mit allen identifizieren. Das ist das Schöne am europäischen Film. Es gibt nicht nur Gute und Böse, sondern einfach nur Menschen mit ihren Reaktionen.

 

 

Das Opfer

 

 

 

 

 

Orphee

Fr 1949 95 min: ab 16; Regie: Jean Cocteau. Seine Version der Orpheus-Sage: Im Paris der Gegenwart beginnt die abenteuerliche Odyssee eines Dichters, der auf der Suche nach seiner geliebten Frau das Reich der Imagination und des Todes durchquert. Cocteau schließt inhaltlich und formal an die Motive seines ersten Films "Das Blut des Dichters", 1931 an und zieht den Zuschauer in ein kunstvoll verschachteltes Labyrinth aus poetischen Zeichen, mythologischen Anspielungen und ironischen Seitenhieben auf die Situation des modernen Künstlers. Die verblüffenden cinematografischen Tricks haben ihren Charme über die Jahrzehnte bewahrt.

Osama
Drama, Afghanistan 2000, Regie: Siddiq Barmak, 83 Min.Was tut eine Frau, die das Haus ohne männliche Begleitung nicht verlassen darf, aber keine männlichen Angehörigen mehr hat? Nach der Machtübernahme durch die Taliban stehen in Afghanistan tausende Witwen und alleinstehende Frauen vor einem unüberwindlichen Problem: Wie sollen sie ihren Lebensunterhalt verdienen, wenn sie nicht allein aus dem Haus gehen dürfen?

In Kabul filmt ein ausländischer Reporter den einheimischen Jungen Espandi, der sich etwas Geld als Glückwunschbote verdient, und wird Zeuge einer Massendemonstration afghanischer Frauen gegen das neue Regime. Der Junge rettet sich zusammen mit einer Frau und ihrer Tochter vor den Wasserwerfern in einen nahe gelegenen Hauseingang. Von dort aus beobachten sie, wie die Taliban den Protestmarsch mit brutaler Gewalt beenden.



Die Mutter des 12-jährigen Mädchens weiß, dass sie in ständiger Gefahr schweben, denn ihr Mann und ihr Bruder sind in den russisch-afghanischen Kriegen getötet worden. Wer soll sie aber in der Öffentlichkeit durch die Straßen begleiten, wenn sie unerlaubt ihrer Arbeit im Krankenhaus nachgeht.
Auf Anraten der Großmutter wird die Tochter als Sohn verkleidet, um als männlicher Begleitschutz auf der Straße zu dienen. Als das Krankenhaus, in dem die Mutter illegal arbeitet, geschlossen wird und sie auch eine private Pflegestelle verliert, muss das Mädchen die Familie ernähren. Bei einem Milchverkäufer, der mit dem im Krieg gefallenen Vater befreundet war, kommt sie als "Junge" unter.



Die Sitten der Männerwelt bleiben ihr fremd, ihre Stimme ist zu hoch, ihre Bewegungen zu mädchenhaft. Sie lebt in ständiger Furcht vor Entdeckung. Der Milchverkäufer zeigt ihr, wie Männer ihre religiösen Waschungen vornehmen und er achtet in der Moschee darauf, dass sie sich den Ritualen entsprechend verhält. Trotzdem unterlaufen ihr Fehler.



Als die Taliban sie gemeinsam mit allen anderen Jungen in die Koranschule holen, scheint die Enttarnung nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Espandi, der gemeinsam mit ihr und ihrer Mutter während der Frauendemonstration geflüchtet war, erkennt sie trotz ihrer Verkleidung wieder und hilft, ihr Geheimnis zu wahren. Um sie vor weiteren Übergriffen zu schützen, gibt er ihr den Namen Osama und zeigt ihr, wie sie sich als Junge verhalten muss. Doch die Hoffnung, es könne ihr gelingen als Junge zu bestehen, ist kurz. Osama fällt auf, wird öffentlich bloß gestellt und bestraft. Dabei entdeckt ein alter Mullah, dass sie ein Mädchen ist. Sie wird als Verräterin ins Gefängnis geworfen, wo bereits unzählige Frauen auf ihre Verurteilung warten.



Beim öffentlichen Prozess wird sie Zeugin, wie die Todesurteile an dem ausländischen Reporter sowie einer westlichen Ärztin vollstreckt werden. Sie selbst wird dazu verurteilt, den alten Mullah, der sie in der Koranschule enttarnt hat, zu heiraten.