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Lampedusa

Italien 2002, Regie: Emanuele
Crailese, 90 min, ab 6 Jahre, In einem kleinen Fischerdorf auf der Insel Lampedusa lebt Grazia (Valeria Golino) mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern Marinella (Veronica D`Agostino), Pasquale (Francesco Casisa) und Filippo (Filippo Pucillo). Doch die schöne Grazia ist anders als die anderen Frauen der Fischer. Sie beugt sich nicht den starren Regeln der Dorfgemeinschaft und lebt ihre Gefühle ungefiltert aus. Im Dorf gilt sie deshalb als "verrückt". Man will sich der Unruhe stiftenden Frau entledigen, indem man sie zur Behandlung nach Mailand schickt. Doch Grazia will nicht weg von ihrer geliebten Familie. Pasquale versteht seine Mutter und hilft ihr bei der Flucht...
Leuchtend, archaisch, herb - das sind die Assoziationen, die "Lampedusa" im Zuschauer weckt. Leuchtend sind der Himmel, das Meer und die Augen von Grazia, archaisch das Gefüge in dem kleinen Fischerdorf und herb die Landschaft und ihre Menschen. Der italienische Filmemacher Emanuele Crialese gewährt mit wunderschönen Bildern von einem Dorf, in dem die Zeit - so scheint es - stehen geblieben ist, einen tiefen Einblick in das Leben auf der Insel zwischen Sizilien und Afrika. Dabei gelingt es ihm, in keines der gängigen Klischees zu verfallen. Grazia wird nicht einfach als "Verrückte" abgestempelt und auch ihr Ehemann passt nicht in die bekannte Schublade des süditalienischen Machos. Sogar für die hässlichen Hinterlassenschaften illegaler Bautätigkeit ist zwischen all den poetischen Bildern Platz. Crialese ist es mit Feingefühl gelungen, eine märchenhafte Geschichte in sehr viel Realität zu betten.
Lantana

Drama, Australien 2001, 120 min, Regie: Ray LawrenceMit
zerrissener Strumpfhose liegt eine Frauenleiche übel zugerichtet in
einem dornigen Gestrüpp. Wie konnte es soweit kommen? Detective Leon
Zat (Anthony LaPaglia) wird beauftragt, das mysteriöse Verschwinden
einer Frau aufzuklären. Bei seinen Recherchen stößt er auf ein
undurchschaubares Dickicht aus den Schattenseiten menschlicher
Beziehungen. Selbst die harmlosesten Spuren scheinen dabei auf ominöse
Weise miteinander verknüpft. Bevor er den Schleier des Kriminalfalles lüften
kann, muss Zat auch seine eigene Ehe neu überdenken. Manchmal ist Liebe
nicht genug...
Ein Drama über die sexuelle Identitätssuche in den mittleren Jahren,
eingebettet in einen tödlichen Krimi. Das klingt ganz schön
pathetisch. Und tatsächlich wird die Geschichte recht schwerfällig und
mit langem Atem vorangetrieben. Alle beteiligten Personen ziert ein
schweres Los mit der Liebe. Sei es die Sexualtherapeutin, deren Ehe nach
dem plötzlichen Tod ihrer Tochter erkaltet ist oder sei es der
Polizist, der ein sexuelles Abenteuer wagt, um wieder Feuer in seiner
erloschenen Leidenschaft zu entfachen. Wie es sich gehört, sind natürlich
die Schicksale aller Beteiligten miteinander verknüpft. Der Titel
"Lantana" bezeichnet ein Gebüsch, das wild und dornig
wuchert, wegen seiner duftenden Blütenpracht aber dennoch gerne
angebaut wird. Diese Metapher lässt sich wunderbar auf dieses Drama
anwenden: Schwierig, aber bei wem damit der richtige Nerv getroffen wird
auch wunderschön.
The
last samurai
Action/Drama; USA 2000; Regie: Edward Zwick;
FSK ab 16 Jahren; 154 Min.; Captain Nathan Algren (TOM CRUISE) ist ein Mann ohne Ziel. Einst hat er gekämpft, doch das ist lange her und erscheint ihm heute völlig sinnlos. Einst hat er für Ehre und Vaterland sein Leben aufs Spiel gesetzt – in Antietam (Maryland) und Gettysburg (Virginia). Doch in den Jahren seit dem amerikanischen Bürgerkrieg hat sich die Welt verändert. Mut wird durch Pragmatismus ersetzt, Opferbereitschaft weicht dem Eigeninteresse, und die Ehre zählt nicht mehr – vor allem nicht draußen im Westen: Algren hat an den Feldzügen gegen die Indianer teilgenommen; ernüchtert und deprimiert kehrt er zurück.
Was auf der Ebene am Washita River geschehen ist, kann er nicht vergessen: Dort hat Algren seine Seele verloren.
In einer anderen Welt muss ein anderer Soldat erleben, wie seine Lebensgrundlage unter ihm zerbröckelt: Katsumoto, letzter Führer einer uralten Kriegerkaste, der hoch angesehenen Samurai. So wie die Moderne den amerikanischen Westen überrollt, die Ureinwohner verdrängt und verdammt, hält sie auch im traditionellen Japan Einzug. Die Telegrafenleitungen und Eisenbahnschienen bringen den Fortschritt, bedrohen aber auch die Werte und Umgangsformen, nach denen die Samurai seit Jahrhunderten leben und sterben. Doch Katsumoto wird nicht kampflos aufgeben.
Die Wege der beiden Krieger kreuzen sich, als der junge japanische Kaiser Algren engagiert, um in Japan eine moderne Armee von Wehrpflichtigen nach westlichem Vorbild aufzubauen. Denn der Tenno lässt sich von den Amerikanern umwerben, die ein begehrliches Auge auf den asiatischen Markt werfen. Doch während die Ratgeber des Kaisers versuchen, die Samurai auszurotten und Platz für eine westlich orientierte, dem Welthandel aufgeschlossene Regierung zu schaffen, ist Algren überraschend stark beeindruckt und beeinflusst von seinen Begegnungen mit den Samurai. Ihre kompromisslosen Prinzipien erinnern ihn an die Werte, für die er einst selbst eingetreten ist.
In der fremdartigen, rigorosen Umgebung kommt der entwurzelte amerikanische Soldat zur Ruhe – noch wichtiger: Er findet seinen Seelenfrieden wieder. Gleichzeitig gerät er aber auch zwischen die Fronten eines grausamen, gewaltigen Konflikts, in dem zwei Epochen, zwei Welten aufeinanderprallen. Dabei kann er sich auf nichts verlassen als auf sein Ehrgefühl.
L´auberge
espagnol
Frankreich 2002 - 122 Min. - Farbe - OmU - Regie
und Drehbuch: Cédric Klapisch. Mit Romain Duris, Judith Godréche, Cécile de France, Audrey Tautou, Kelly Reilly, Barnaby Metschurat u.a.
Eigentlich wollte der französische Wirtschaftsstudent Xavier nur seine Spanischkenntnisse in Barcelona verbessern, doch die bunt zusammengewürfelte europäische WG in der er schließlich landet, lehrt ihn mehr über die internationale Sprache der Liebe und Freundschaft und verändert damit nachhaltig sein Leben.
L'AUBERGE ESPAGNOLE ist charmant, rasant und witzig und sicherlich DER Film zum Thema Auslandsstudium.
Erasmus war ein holländischer Reisender und Philosoph im 15./16. Jahrhundert. Erasmus (European Community Action Scheme for the Mobility of University Students) heißt auch ein Austauschprogramm für europäische Studenten. Der 25jährige Xavier hat sich dazu entschlossen, an gerade jenem Programm teilzunehmen, um sein letztes Studienjahr statt in Paris im sonnigen Barcelona zu verbringen. Freundin und Mutter sind davon alles andere als begeistert, doch Xavier ist fest entschlossen und so meistert er nicht nur den Abschiedsschmerz, sondern auch alle bürokratischen Hindernisse, die ihm die heimische Hochschule in den Weg stellt. In Barcelona angekommen, gilt es erst mal eine adäquate Bleibe zu finden und nach einigen Fehlversuchen, nimmt ihn - natürlich nur nach erfolgreich bestandenem Eignungstest - eine multieuropäische Wohngemeinschaft auf. Die neuen Freundschaften sorgen neben einer Vielzahl von Erlebnissen für eine gewisse Reizüberflutung bei Xavier, die darin resultiert, dass der gute alte Erasmus von Rotterdam plötzlich neben ihm steht und sehr, sehr ernst dreinschaut...
Mehr als drei Millionen Zuschauer lockte L'AUBERGE ESPAGNOLE in Frankreich in die Kinos und endlich ist diese wundervolle Coming-of-age-Komödie auch hierzulande zu sehen. Regisseur und Autor Cédric Klapisch ("...und jeder sucht sein Kätzchen") hat das Ganze mit leichter Hand inszeniert, ohne auf nachdenkliche Momente zu verzichten. Die jugendliche, entsprechend ihrer Herkunft besetzte Darstellerriege (aus Deutschland der aus "Solino" bekannte Barnaby Metschurat) glänzt durch Spielfreude und genießt es sichtbar, die vorhandenen landestypischen Klischees zu interpretieren und damit Vorurteile zu entlarven.
Im Lauf der
Zeit
von Wim Wenders (BRD 1976), 175 Min.,
D/f : Bruno reist bereits seit zwei Jahren durch die Provinz und repariert in Land-Kinos die alten Projektoren. Eines Tages beobachtet er einen Kerl, der mit einem Käfer in die Elbe rast, dann aber durch das Schiebedach dem versinkenden Wagen entsteigt. Der Beginn einer Freundschaft, die zwei Männern einen Neuanfang ermöglicht. Gemeinsam treten sie nun ihre Reise an, vorwiegend durch trostlose Landstriche im ehemaligen Grenzgebiet zur DDR, aber auch in eigene Seelenlandschaften. Eine Geschichte von der Abwesenheit der Frauen, die gleichzeitig die Geschichte ist, von der Sehnsucht, dass sie noch da sind. Die beiden erleben, jeder auf seine Art, ihre befreiende Fluchtbewegung und heilsame Desillusionierung.Wim Wenders' Film vereint die bestechende Klarheit und epische Gelassenheit eines klassischen Bildungsromans mit den mythischen Qualitäten amerikanischer Genrefilme.
Das Leben
ein Pfeifen
Spanien, Kuba 2000, Warmer, kubanischer Regen. Pulsierendes Trommeln. Ungewöhnliche, wunderschöne Aufnahmen. Die Tänzerin Mariana, der Musiker Elpidio und Julia, eine Altenpflegerin, sind auf der Suche nach dem Glück.
Zärtlich und einfühlsam dargestellt, und gleichzeitig gemischt mit einem Schuß surrealistischem Humor - der über die Ernsthaftigkeit, mit der die Figuren diese Suche betreiben, herzlich lachen läßt: Vielleicht ist das Leben doch nur ein Pfeifen ...
Dirk Jasper (CyberKino): "Das Leben, ein Pfeifen" ist eine bunte Mischung aus Drama und Komödie, die Kuba am Ende des 20. Jahrhunderts beleuchtet. Eine Liebeserklärung an Havanna und seine Menschen und zugleich ein entschiedenes Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben.
TV Today 2000-02: Fernando Pérez Film - der einzige, der 1998 auf Kuba realisiert werden konnte - ist voller Melancholie. Doch wann immer Luis Alberto Garcia (als Elpidor) und das übrige Ensemble in Schwermut zu versinken drohen, bricht gut dosierter surrealer Humor durch. Und der findet in der Schilderung der aberwitzigen kubanischen Lebensumstände genug Nahrung. Poetisch-pittoreskes Filmpuzzle über die Jagd nach dem Glück.
Szenenfoto Der Spiegel 2000-01-17: Die keineswegs harmlose Kino-Mixtur aus theatralisch romantischem, politisch satirischem und märchenhaft surrealem Episodenstoff, die der liebe Gott selbst gewürzt und abgeschmeckt zu haben schein, ist ein abenteuerliches Exotikum: Nicht anbrennen lassen!
Freiburger Nachrichten: Ein Kunstwerk der Erzähltechnik. Reales und Surreales wird meisterlich gereiht und übereinander geblendet. Roher, ungeschliffener Humor wird mit pastellfarbenen, subtilen Einstellungen vermengt.
epd Film: Ein wahres Juwel (...) Ohne moralisierend, kompliziert oder elitär zu sein, werden große Inhalte und bewegende Menschenschicksale mit viel Witz und Herz erfrischender Leichtigkeit 'rübergebracht.
Szenenfoto film-dienst 2000-02: Ein reizvolles Märchen, erzählt als ein Fluss poetischer Metaphern, das ein Zeichen der Hoffnung setzt, ohne die politische und soziale Wirklichkeit des Landes aus den Augen zu verlieren.
Der Tagesspiegel, Berlin: Pérez (...) plädiert dafür, sich gegen das Schicksal zhur Wehr zu setzen, sich am Leben zu freuen, zu lieben, zu tanzen oder ganz einfach nur zu pfeifen.
Cinema 2000-01: In diesem Episodenfilm begleitet Regisseur Fernando Pérez ein paar Kubaner durch Havanna, erlebt ihr Glück und ihre Niederlagen, immer Anteil nehmend, aber ohne Kitsch.
Münchner Merkur: Klug und witzig, ohne plakative Botschaften, aber um so politischer darin.
Das
Leben des David Gale 
USA, Großbritannien 2002, Darsteller:
Kevin Spacey, Kate Winslet, Regie: Alan Parker Drehbuch: Charles Randolph
FSK: ab 12 Länge: 130 Min. Prädikat: besonders wertvoll Genre: Drama,
Zeit seines Lebens war David Gale (Kevin Spacey) ein vehementer Gegner der
Todesstrafe. Jetzt sitzt der intelligente Akademiker wegen Vergewaltigung
und Mordes selbst im Todestrakt. Die Exekution soll in vier Tagen
vollzogen werden. David lässt die engagierte Journalistin Bitsey Bloom
(Kate Winslet) zu sich kommen, um ihr sein bewegtes Leben zu beichten. Bei
den Gesprächen kommen Bistey zunehmend Zweifel, dass David die ihm zur
Last gelegten Delikte tatsächlich begangen hat...
Nirgendwo in den USA wurde seit 1982 die Todesstrafe so häufig
vollzogen wie in Texas. In den letzten 20 Jahren waren es 285 Exekutionen.
Stolze 146 Hinrichtungen wurden von George W. Bush während seiner
Gouverneurszeit in Texas autorisiert. Sicherlich Grund genug wie dereinst
in "Dead Man Walking" gegen die staatlich organisierten
Exekutionen zu protestieren. Zumal der britische Regisseur Alan Parker
nach eigenem Bekunden selbst ein großer Gegner der Todesstrafe ist. Doch
seinen Film sieht er in erster Linie als einen packenden Thriller an,
dessen Clou allein die verzwickte Geschichte ist. Besonders Kevin Spacey
gefällt darin in seiner undurchschaubaren Rolle als Todeskandidat. Er ist
zusammen mit Kate Winslet und Laura Linney der Garant für einen
spannenden Thriller, dessen stiller Protest natürlich trotzdem nicht von
der Hand zu weisen ist.
Lebewohl,
meine Konkubine
169 min., Regie: Chen Kaige,
China/Hongkong 1993, mit Leslie Cheung, Gong Li; Lebewohl, meine Konkubine besteht aus zwei Filmen, verwoben zu einem: die Geschichte einer Männerfreundschaft, die ein halbes Jahrhundert moderner chinesischer Geschichte überspannt, und ein Melodrama über das Leben hinter der Bühne der berühmten Pekingoper. Während der Zeit des Bürgerkriegs im Jahr 1924 wird der Knabe Dieyi in ein Internat für Bühnendarsteller gegeben. Die traditionelle Oper Chinas besetzt auch Frauenrollen mit Männern und so formt man den zarten, empfindsamen Dieyi in der Ausbildung zur weiblichen Bühnenfigur. Mit Härte verlangen ihm seine Lehrer die totale Aufgabe der männlichen Identität ab; sein bester Freund Xialou indes erlernt das Handwerk des Heldendarstellers. Schließlich werden die beiden Stars der Pekingoper Lebewohl meine Konkubine.
Japanische Besetzung, Nationalismus und Kommunismus, Gründung der Volksrepublik und Kulturrevolution bilden den politischen und sozialen Hintergrund der Erzählung. Dieyis Liebe zu seinem Freund wird durch dessen Heirat mit einer Prostituierten tief enttäuscht. Nach der Revolution von 1977 stehen die in Hassliebe verbundenen Schauspieler noch einmal gemeinsam auf der Bühne und vollenden ihr Stück mit letzter Konsequenz.
Chen Kaige inszeniert in seinem preisgekrönten Film (Goldene Palme, Cannes 1993) ein monumentales Geschichtsepos, ohne sich in der bombastischen Optik der Darstellung zu verlieren. Immer wieder kehrt er zur Intimität eines erotischen Kammerspiels zurück. Dabei gelingt ihm das Kunststück, die leidenschaftliche Verstrickung seiner Protagonisten als Spiegel des epochalen gesellschaftlichen Wandels ihrer Zeit vorzuführen. Auch formal ist Kaige ein Meister der Synthese: Die bewegliche Kamera steht im Kontrast zur Operndramaturgie, rasante Schnitte folgen auf den Zeitrhythmus der Bühne und Massenszenen wechseln mit individuellen Beobachtungen. Ein gewaltiger künstlerischer Kraftakt! --Carola Feddersen
Leo
& Claire

D 2001. Regie: Joseph Vils-maier nach
dem Roman „Der Jude und das Mädchen", der zur Pflichtlektüre in
den Schulen über die Entwicklungen gegenüber den Juden während der
Nazizeit gehören sollte. Hier wie im im Film wird die kleinbürgerliche
Welt der Hinterhöfe seziert und präsent gemacht. Sie führte
schließlich dazu, dass der jüdische Schuhverkäufer Leo Katzenberger wegen
seines angeblichen Verhältnisses zu einer „Arierin" zum Tode
verurteilt wurde. Erzählt wird die Geschichte von seiner Tochter. Mit
Michael Degen
Das
letzte Kino der Welt
(El Viento se llevó lo qué, Argentinien, Frankreich, Niederlande 1998);
Darsteller: Vera Fogwill, Angela Molina, Regie: Alejandro Agresti Drehbuch: Alejandro
Agresti, ab 0 Jahre, 84 Min. Argentinien in den 70er Jahren: Taxifahrerin Soledad (Vera Fogwill) landet nach ihrer Flucht aus Buenos Aires in Rio Pico, einem zwar abgelegenen, aber total kinoverrückten Dorf ohne Radio und Fernsehen. In Carusos (Sergio Povez Campos) Kino werden die Filme jedoch derart ramponiert vorgeführt, dass alle Kinogänger schwere Verständigungsschäden davon tragen. Eine Männerrunde beschließt, das Übel mit einer dorfeigenen Wochenschau zu bekämpfen. Dafür engagieren sie Soledad als Moderatorin...
Die Komödie gewann 1998 auf den internationalen Filmfestspielen von San Sebastian die "Goldene Muschel" als bester Spielfilm und
ist im spanischen Original mit Untertiteln zu sehen .
Letzte
Runde - Last orders 
Großbritannien 2002 Darsteller: Michael Caine, Bob Hoskins, Helen Mirren Regie: Fred Schepisi FSK: ab 6. Noch einmal kommen Ray (Bob Hoskins), Vic (Tom Courtenay) und Lenny (David Hennings) in ihrer Stammkneipe zusammen. Diesmal ist es ein trauriger Anlass. Denn ihr langjähriger Tresenkumpel Jack (Michael Caine) ist tot. Das Trio hat sich versammelt, um Jacks letztem Willen nachzukommen und seine Asche im Meer zu verstreuen. Mit dessen Sohn Vince (Ray Winstone) machen sie sich auf den Weg nach Margate. Für alle ist es eine emotionale Fahrt in die gemeinsame Vergangenheit. Während sie ihre Trauer nach außen mit Späßen überdecken, schwelgen sie im Stillen in wehmütigen Erinnerungen...
Der letzte
Tango von Paris
Originaltitel: L'ultimo tango a Parigi - Regie: Bernardo Bertolucci - Buch: Franco Arcalli, Bernardo Bertolucci und Agnès Varda nach einem Buch von Robert Alley - Kamera: Vittorio Storaro - Schnitt: Franco Arcalli und Roberto Perpignani - Musik: Gato Barbieri - Darsteller: Marlon Brando, Maria Schneider, Jean-Pierre Léaud, Massimo Girotti, Veronica Lazare, Darling Legitimus, Catherine Sola, Mauro Marchetti, Gitt Magrini - 1972; 125 Minuten
Dass seine Frau ihn mit einem anderen Mann betrog und sich jetzt das Leben nahm, wirft einen vor fünf Jahren nach Paris gekommenen Amerikaner aus der Bahn. Nur in einer rein sexuellen Beziehung unter Missachtung der gewohnten Umgangsformen, außerhalb der Gesellschaft, glaubt er das Leid vergessen zu können.
Dem fünfundvierzig Jahre alten Amerikaner Paul (Marlon Brando) gehört ein billiges Hotel in Paris, das früher von seinen Schwiegereltern geführt worden war. Dass seine Frau Rosa (Veronica Lazare), die er während eines Aufenthalts in diesem Hotel vor fünf Jahren kennen gelernt hatte, ihn seit einem Jahr mit einem anderen Mann namens Marcello betrog und sich nun die Pulsadern öffnete, wirft ihn aus der Bahn. Seine Schwiegermutter (Gitt Magrini) lässt ihren kranken Mann zu Hause und reist mit dem nächsten Zug an, um nach einer Erklärung für den Suizid ihrer Tochter zu suchen. Aber sie findet weder einen Abschiedsbrief noch einen anderen Hinweis auf das Motiv. Paul nimmt hin, dass sie für eine stilvolle Aufbahrung und Bestattung sorgt; nur als sie einen Priester dabei haben möchte, wird er wütend: Rosa sei nicht gläubig gewesen, und die Kirche habe etwas gegen Selbstmörder.
Während Paul gerade seine Frau verloren hat, beabsichtigt die zwanzigjährige Pariserin Jeanne (Maria Schneider), in ein oder zwei Wochen ihren Freund zu heiraten, den Filmregisseur Tom (Jean-Pierre Léaud). Es stört sie allerdings, dass er den Auftrag für einen Dokumentarfilm über eine junge Französin angenommen hat, sie als Objekt dafür ausgesucht hat und sie mit einem Kamerateam regelrecht überfällt, ohne sie auch nur zu fragen. Bei Tom dreht sich überhaupt alles nur um seine Filmideen. Eigentlich will Jeanne nicht immer nur tun, was Tom vorgibt. "Ich habe es satt, mich vergewaltigen zu lassen." Aber sie fügt sich dann doch und zeigt bei den Filmaufnahmen, wo sie aufgewachsen ist, stellt Olympia, die frühere Haushälterin der Familie vor und berichtet, dass ihr Vater 1958 als Offizier in Algerien gefallen ist.
Als Jeanne eine leer stehende Vier-Zimmer-Wohnung besichtigt und die Rollläden hochzieht, erschrickt sie: In einer Ecke kauert Paul. Er war ihr zuvor schon unter einer Eisenbahnbrücke aufgefallen, weil er zwar einen offenen Kaschmirmantel trägt, die Kleidung darunter jedoch einen verwahrlosten Eindruck macht. Unvermittelt schließt er die Tür und umarmt die junge Frau. Ohne auch nur den Mantel auszuziehen, nimmt er sie im Stehen, und sie klammert sich an ihn, während sie vor Lust und Schmerz schreit. Nachdem sie sich offenbar darauf verständigt haben, dass er die Wohnung mietet, damit sie sich dort auch weiterhin treffen können, gehen sie grußlos auseinander.
Er lässt Möbel anliefern, aber sie richten die Wohnung nur behelfsmäßig ein. Seinen Namen verrät er nicht, und als sie ihren sagen will, hält er sie brüsk davon ab: "Ich will nichts wissen! Wir treffen uns hier und wissen nichts von den Dingen, die sich da draußen abspielen." Sie bringt ihn doch dazu, von seiner Kindheit zu erzählen. Seinen Vater, einen kleinen Farmer, charakterisiert er als gewalttätigen Säufer; die Mutter sei sehr poetisch gewesen und habe ihn gelehrt, die Natur zu lieben. Zu seinen Aufgaben gehörte es, morgens und abends die Kuh zu melken.
Als er ihr ostentativ nicht zuhört und nicht auf sie eingeht, wehrt sie sich, indem sie sich auf die Matratze legt und selbst befriedigt. Währenddessen hockt Paul in einer Zimmerecke und weint.
Als Jeanne das nächste Mal die halb leere Wohnung betritt, wartet Paul bereits auf sie und fordert sie ohne weitere Erklärung rüde auf, Butter aus der Küche zu holen. "Es macht mich wahnsinnig, dass du so sicher bist, dass ich jedes Mal wieder komme", schimpft Jeanne, während sie die Butterdose auf den Boden stellt. Ohne ein Wort zu sagen, packt er sie an den Fußgelenken, dreht sie brutal auf den Bauch, reißt ihr die Jeans ein Stück herunter, gräbt mit den Fingern in die Butter und streicht sie ihr ungeachtet ihres Protests in den After. Während er sich in ihr befriedigt, muss sie blasphemische Sprüche nachsagen.
Einmal erwartet sie ihn bereits unten am Aufzug und entschuldigt sich, weil sie ihn verlassen wollte. "Aber ich kann es nicht." In der Wohnung versucht sie ihn zu provozieren, indem sie von einem Mann schwärmt, mit dem sie regelmäßig schläft. Als sie dann sagt, er selbst sei dieser Mann, verlangt er barsch, dass sie sich zwei Fingernägel kurz schneidet und hält ihr sein Hinterteil hin. Dabei beschreibt er ein noch ekelhafteres Szenario mit einem kotzenden, krepierenden Schwein, und sie muss ihm versichern, dass sie auch bereit wäre, das von dem Tier Erbrochene aufzuessen, wenn er es von ihr verlangen würde.
Verwundert stellt Jeanne eines Tages fest, dass die Möbel wieder aus der Wohnung verschwunden sind. Auch die Concierge weiß nicht, wie der ehemalige Mieter heißt und wo er zu finden ist.
Jeanne ruft Tom an und zeigt ihm die Wohnung, aber sie gefällt ihm nicht. Er findet, dass sie stinkt. "Da kann man nicht leben", urteilt er.
Einige Tage später begegnen sich Paul und Jeanne auf der Straße, und er spricht sie an. Sie wehrt ihn ab: "Es ist aus." Doch er entgegnet unbekümmert: "Wir haben die Wohnung verlassen. Jetzt fangen wir neu an." Paul erzählt ihr vom Suizid seiner Frau und von seiner vergrößerten Prostata. In einen Ballsaal, in dem gerade ein Tanzturnier stattfindet, bestellt er eine Flasche Whisky, gesteht ihr seine Liebe und dass er mit ihr zusammen auf dem Land leben möchte. Sturzbetrunken schleppt er sie zwischen die Turniertänzer und versucht, einen Tango mit ihr zu tanzen. Noch einmal konstatiert Jeanne: "Es ist aus." Dann lässt sie ihn einfach sitzen und geht. Er läuft ihr nach, lässt sich nicht abschütteln, obwohl sie um Hilfe ruft, und folgt ihr auch in die Wohnung, in der sie mit ihrer verwitweten Mutter lebt, die jedoch nicht zu Hause ist. Er bemerkt nicht, dass sie den Armeerevolver ihres Vaters aus einer Schublade nimmt. "Mademoiselle, wie hätten Sie Ihren Helden gern? Halb durch oder blutig?", fragt er und drückt sie an sich. Noch einmal gesteht er ihr seine Liebe. Jetzt möchte er auch ihren Namen wissen. Da kracht ein Schuss. Paul taumelt hinaus auf den Balkon, klebt seinen Kaugummi unter das Geländer, bricht zusammen und bleibt wie ein Embryo zusammengekrümmt liegen. Jeanne greift nach dem Telefon und übt wie geistesabwesend, was sie sagen will: "Ich weiß nicht, wer es ist. Ich kenne seinen Namen nicht. Er ist mir auf der Straße nachgegangen. Ein Verrückter! Ich weiß nicht, wie er heißt."
Lichter Inhalt: Zwei Länder, zwei Orte, ein Fluss. Die Oder trennt nicht nur das deutsche Frankfurt vom polnischen Slubice, sondern ganze Welten. Menschen, egal ob arm oder reich, suchen hier ihr Glück - und stoßen dabei oft an ihre Grenzen.

Zum Beispiel der junge Zigarettenschmuggler Andreas, der durch eine unerwiderte Liebe zum Verräter wird. Oder Ingo, der Pächter eines Matratzen-Discounts, der versucht seinen Laden mit allen Mitteln vor dem sicheren Untergang zu bewahren. Antoni, ein polnischer Taxifahrer, der dringend Geld für das Kommunionskleid seiner Tochter braucht.

Da sind Kolja, Anna und Dimitri, drei Ukrainer, die um jeden Preis in den goldenen Westen wollen. Sonja, eine deutsche Dolmetscherin für russische Flüchtlinge, die es einfach wagt, das Richtige zu tun. Und Philip, ein junger Architekt aus dem Westen, der zu spät begreift, dass man für sein Glück auch Verantwortung übernehmen muss.
LICHTER ist ein Film über Menschen, die - durch ihr Schicksal für zwei Tage untrennbar miteinander verbunden - stehlen und betrügen, lieben und helfen, hoffen und verzweifeln. Mit all ihren Fehlern und Schwächen, aber auch mit guten Vorsätzen und ihrer ganzen Kraft versuchen sie, sich in dieser verwirrenden Welt zu orientieren und ihren Platz zu finden: manche im Licht und andere in der Dunkelheit...
Regisseur Hans-Christian Schmid (�Nach fünf im Urwald�, �23", �Crazy"), der zu den erfolgreichsten und spannendsten jungen deutschen Regisseuren gehört, drehte mit einem beeindruckenden Schauspielerensemble einen bewegenden Film, der mit rauer Poesie und berührendem Feingefühl emotionale, zutiefst menschliche Geschichten erzählt.
Die
Liebenden des Polarkreises 
Spanien 1998, Regie: Julio Medem, 112 min. Die beliebte Mischung aus
Zufällen, Schicksalsschlägen und Liebe bildet den Dreh- und Angelpunkt
in der Regiearbeit des Basken Julio Médem. Mal aus der Sicht der
bodenständigen, tatkräftigen Ana, mal aus der Sicht des
introvertierten, leicht chaotischen Ottos lässt er die
Entwicklungsgeschichte einer scheinbar unendlichen Romanze reflektieren.
Geschickt gelingt es Médem dabei, der komplexen Story eine teils
mystische, teils schwermütige, aber stets liebenswerte Struktur zu
verleihen.
Die
Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen USA
2003, 110 min., Actionkino vom Feinsten: Mit Sean Connery als Anführer kämpft eine sagenhafte Helden-Crew für die Rettung der Welt.
Die größten Abenteuerer der Welt
In der "Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" agieren einiger der größten Abenteuer-Romanfiguren gemeinsam als Superhelden-Team. Der Versuchung, diese erlesene Gesellschaft auf die Leinwand zu bringen, konnte der britische Regisseur Stephen Norrington ("Blade") einfach nicht widerstehen. Das Ergebnis ist atemberaubend!
Ein technisch hochgerüsteter Verbrecher, der sich "Fantom" nennt, hat mit einem Panzer die Bank von England ausgeraubt und will nun auf dem europäischen Festland einen Krieg anzetteln. Die britische Regierung schickt nach dem ebenso legendären wie arroganten Jäger und Abenteurer Allan Quatermain (Sean Connery), der ein Team von Helden anführen soll, das diesem Unhold den Garaus machen soll.
L.I.E.
- Long Island Expressway
 USA
2001, Regie: Michael Cuesta, 96 min. L.I.E. führt den Zuschauer in die Welt des 15jährigen Howie, der, durch die Langeweile eines amerikanischen Vororts geprägt, mit seiner Clique in fremde Häuser einbricht. Obwohl es nur um den Kick des Verbotenen geht, machen sie ihre Sache gut. Gary, der Anführer der Gruppe, is Howies bester Freund.
Es ist Garys Idee, in das Haus eines älteren Mannes, den sie alle nur "Big John" nennen, einzusteigen. Diesmal geht es leider schief, sie werden ertappt und können nur mit knapper Not entkommen.
Doch kurze Zeit später ist ihnen Big John bereits auf der Spur. Howie erkennt, dass Big John und Gary mehr verbindet als dieser harmlose Einbruch. Er entdeckt, dass Gary etwas vor ihm verborgen gehalten hat, ein anderes, geheimes Leben.
Die Liaison, die Big John und Gary zu einander hatten, war eine Sex-for-Pay-Beziehung: Sex für Geld. Howie ist fasziniert von dieser dunklen Seite Garys, zum ersten Mal realisiert er, dass es ein anderes Leben jenseits der Fesseln von Schule und dieser scheinbar vorherbestimmten Vorstadt-Idylle geben kann. Und er entdeckt, dass seine Gefühle für Gary tiefer gehen als die zu seinen anderen Freunden.
Doch Gary findet eine Möglichkeit, den verhassten Ort zu vlerassen und Long Island für immer den Rücken zu kehren. Howie fühlt sich im Stich gelassen und bleibt mit seinem Scherz allein zurück.
Howies Vater Marty, ein Bauunternehmer, der nicht ganz legalen Geschäften nachgeht, ist zu sehr mit sich und seiner Freundin beschäftigt, um zu merken, dass sein Sohn leidet und Probleme hat. Als Marty schließlich wegen seiner krummen Geschäfte vom FBI verhaftet wird, steht Howie vollkommen alleine da, bis Big John auftaucht und ihm hilft.
Doch was motiviert Big John wirklich? Und wie viel kann ein 15jähriger Junge ertragen?
Liegen
lernen
Deutschland 2003, 94 min,
Regie: Hendrik Handloegten, mit Fabian Busch. Die romantische Komödie liegen lernen, nach dem gleichnamigen Bestseller von Frank Goosen, ist eine Liebeserklärung an die Unentschiedenheit der Jugend und erzählt mit viel Witz und Ironie die Geschichte von Helmut und seinen verpassten Chancen im Leben wie in der Liebe
"Ich möchte wirklich mal wissen, wie du so ein gefühlsgehemmter,
bindungsunfähiger und feiger Penner geworden bist."

Helmut ist geschockt: Die Worte
seiner Freundin Tina sitzen mit der Wucht eines Fausthiebs. Helmut
weiß: Tina hat recht. Obwohl mittlerweile 32 Jahre alt, hat Helmut
immer noch nicht viel in seinem Leben bewegt, was er sich mit den
verpassten Chancen der Vergangenheit erklärt - insbesondere der einen
großen Liebe, die sich niemals erfüllt hat: Britta.
Dabei sah das doch so gut aus damals. Mit der
Entscheidung konfrontiert, ob es endlich weitergehen soll in seinem
Leben oder er für immer unfähig bleiben will, sich für die EINE
wirklich zu entscheiden, tritt Helmut den Weg zurück in die 80er Jahre
an: Zurück nach Westdeutschland, einem kleinbürgerlichen Elternhaus,
zurück zur Musik der Zeit, einer Klassenfahrt ins geteilte Berlin, den
Nicaragua-Arbeitsgruppen und der ersten Liebe: Britta ... und wie es
wirklich war.
Life according to Agfa
Regie: Assi Dayan, Israel 1990,
OmU. Eine Bar in Jerusalem, die Besitzerin und ihr Mann; ein Mädchen,
das Fotos des Tages schießt; ihr Liebhaber; israelitische Soldaten und
Fundamentalisten; betrunkene Araber; sowie ein melancholischer Pianist,
der alles mit den richtigen Texten begleitet. Bilder in Schwarz-Weiß,
Musik von Leonard Cohen zur Zeitlupe, am Ende .... keiner faxt mehr das
Meer ...
Like
Mike
Das Leben im Waisenhaus ist für den 14-jährigen Calvin Cambridge
(Lil Bow Wow) absolut kein Zuckerschlecken. Von den anderen Kindern und
Heimleiter Stan Bittleman (Crispin Glover) wird er ständig schikaniert
und eine Adoptivfamilie ist weit und breit nicht in Sicht. Sein Leben ändert
sich, als er bei einer Kleiderspende ein Paar alte Basketballschuhe erhält.
Auf magische Weise verleihen sie Calvin unter dem Korb übermenschliche
Fähigkeiten. Schon bald wird der Coach der erfolglosen Los Angeles
Knights auf den Knirps aufmerksam. Zunächst heuert er Calvin nur als
Werbegag an. Doch schon bald führt das Waisenkind sein professionelles
NBA-Basketballteam von Sieg zu Sieg. Zum perfekten Glück fehlt Calvin
jetzt nur noch eine Familie...
Lilo & Stitch
USA 2002. Der neueste
Zeichentrickfilm aus den Disney-Studios. Das außerirdische Monster
Stitch ist klein, blau und gemein. Auf der Erde trifft er auf das
hawaiianische Mädchen Lilo. Von ihr lernt er, dass es im Leben außer
Hass noch andere Werte gibt...
Lilya
4-ever 
Schweden 2003, Regie+Buch: Lukas Moodysson;
Kamera: Ulf Brantås; Schnitt: Michal Leszczylowski; 109 Minuten
Nach "Zusammen" und "Raus aus Amal" der nächste Geniestreich des schwedischen Jungregisseurs Lukas
Moodysson.
Vollkommen auf sich allein gestellt, lebt die 16-jährige Lilya (Oksana Akinshina) in einem trostlosen Wohnviertel in Russland. Weder vom Sozialamt noch von ihrer in die USA getürmten Mutter erhält sie finanzielle Hilfe. Ihre zunehmende Perspektivlosigkeit ertränkt sie mit Wodka und billigen Drogen. Lilyas einzige Bezugsperson ist der 13-jährige Volodja (Artiom Bogucharskij). Nur gemeinsam lässt sich das Leid ertragen. Ihren kläglichen Lebensunterhalt verdient das zarte Mädchen notgedrungen durch Prostitution. Auf dem Strich macht sie eines Tages Bekanntschaft mit Andrej (Pawel Ponomarjow). Er verspricht ihr in Schweden ein besseres Leben. Lilya willigt dankbar ein, auch wenn sie ein schlechtes Gewissen plagt, weil sie Volodja zurücklassen muss. Doch schon sehr bald hat sie in ihrer neuen Heimat ganz andere Sorgen...
Bislang zeichneten den jungen schwedischen Filmemacher Lukas Moodysson sympathische Gesellschaftskomödien mit wohligem Unterton aus. Das ist mit "Lilya 4-ever" vorerst vorbei. Hier bestimmen Armut und Hoffnungslosigkeit das Bild. Aber es gibt auch Parallelen zu früheren Werken. Wie in seinem Filmjuwel "Raus aus Amal" sehen wir die Welt aus den Augen einer Teenagerin, die ihren Platz im Leben erst finden muss. Allerdings mit dem nicht zu vernachlässigenden Unterschied, dass es für Lilya nicht bloß um pubertäre Orientierung, sondern ums nackte Überleben geht. Moodysson beweist auch bei dieser schweren Thematik sein außerordentliches Gespür für Bilder, Atmosphäre und Musikauswahl. Mit der Handkamera begleitet er seine überragende Hauptdarstellerin Oksana Akinshina auf Schritt und Tritt. Nur in wirklich unschönen Momenten bleibt der Zuschauer entweder beschämt vor der Tür oder er muss das ganze Elend direkt aus Lilyas Blickwinkel betrachten. Das ist erschütterndes, authentisches und schlichtweg brillantes Kino. Waren "Raus aus Amal" und "Zusammen" schon großartige Filme, so ist "Lilya 4-ever" Moodyssons vorläufiges Meisterstück. Den Regisseur auch hiernach weiterhin bloß als "internationales Talent" abzustempeln, wäre ein echter Frevel!
Lisbon
story
D 1995. Regie: Wim Wenders. Seine Ode an
die Kulturhaupt-stadt Europas 1994 ist zugleich eine erste Begegnung mit
der melancholisch-sehnsüchtigen Musik des Fado, kongenial dargeboten
von der Gruppe „Madredeus", die erst kürzlich wieder in München
mit großem Erfolg aufgetreten ist. Folgerichtig verliebt sich der
Toningenieur Philip Winter ( Rüdiger Vogler, seit „Im Lauf der
Zeit" häufiger Begleiter Wenders-scher Filme ) , der dem
Filmemacher Friedrich Monroe Hilfe leisten soll - auch in die Sängerin
Teresa, streift durch Lissa-bon, lernt Manoel de Oliveira kennen, der
heute 93-jährig immer noch Filme macht, und begleitet eine Bande von
Gangstern auf ihren Streifzügen durch die Straßen der Stadt.
Little
Senegal
Fr/Algerien 2000, Regie: Rachid Boucha-reb, 97 min,
OmU. Nach seiner Pensionierung reist der 65-jährige Alloune vom Senegal
in die USA. Im ersten ruhigen Teil des Films sucht und findet Alloune
auf den Friedhöfen der Südstaaten, in Archiven und Museen zur
Sklaverei die Spuren seiner Vorfahren, die ihn schließlich nach New
York führen, wo er auf seinen Neffen trifft. Der junge Hassan will
dazugehören, er will Amerikaner sein. Dennoch ist sein
Tradi-tionsbewusstsein groß genug, um dem On-kel aus der Heimat den
besten Schlafplatz in der Wohnung anzubieten. Das Bett nimmt der alte
Alloune gerne, aber wichtiger ist, dass er seine Cousine findet...Ein nicht von westlichen (Film-) traditionen geprägter Blick auf die
USA und New York.
Living
Buddha
D 1993,
Regie: Clemens Kuby, 137 min. Dokumentarfilm über die Suche
tibetanischer Mönche nach der 17. Wiedergeburt des "Karmapa",
den sie 1992 als siebenjährigen Nomandenjungen im tibetanischen
Hochland entdecken. In ruhigen, genau beobachtenden Bildern versucht der
Film, mit einem der geheimnisvollsten Themen der Menschheit, der
Reinkarnation, vertraut zu machen
Lohn
der Angst
Frankreich/Italien, 1952, 150 min, ab 16; Regie: Henri-Georges Clouzot.
Ein Nest irgendwo im lateinamerikanischen Dschungel. Die Zeit vergeht,
die Leute haben keine Arbeit. Die eigene Würde liegt darnieder. Da
explodieren Erdölquellen und man kann viel Geld verdienen. Die
amerikanische Firma braucht vier Fahrer für zwei Lastwagen, die
Nitroglyzerin in das Landesinnere bringen sollen. Einziger Nachteil: Bei
der geringsten Erschütterung werden die Lastwagen explodieren. Wer wird
diesen Himmelfahrtsjob annehmen? Alle bewerben sich.
Loin
- Weit weg
Fr 2001, Regie: Andre Techine, 120 min., Serge
(Stéphane Rideau) fährt mit seinem LKW regelmäßige Touren zwischen Frankreich und Marokko. Als er eines Tages drei Tage Aufenthalt in der nordafrikanischen Küstenstadt Tanger hat, lässt er sich erstmals überreden, Drogen über die Grenze zu schmuggeln. Mit seiner Entlohnung will er seine Freundin Sarah
(Lubna Azabal), die in Tanger eine kleine Pension unterhält, davon überzeugen, nicht nach Kanada auszuwandern. Auch Serges marokkanischer Kumpel Said (Mohamed
Hamaidi) will weg. Er träumt von glücklicheren Tagen in Europa. Doch sein ziel rückt in immer weitere Ferne..
Long Walk home
Rabbit Proof Fence, Drama,
Australien/Großbritannien, 2002, Regie: Philip Noyce, 94 min
"The policeman came and took us, Gracie, Daisy and me. They put us in that place. They told us we had no mothers. I knew they were wrong. We run away. Long way from there. We knew we find that fence, we go home." (Molly Craig, 85)
Jigalong, West-Australien, 1931. Konsequent verfolgt der Chief Protector of Aborigines, A.O. Neville, die australische Rassenpolitik. Ziel ist, routinemäßig alle Mischlingskinder von ihren Eltern zu trennen, um sie in staatlichen Heimen zu englisch sprechenden Hausangestellten und Farmarbeitern
umzuerziehen.
Opfer dieser Politik werden auch Molly Craig, damals 14, ihre jüngere Schwester Daisy und ihre Cousine Gracie. Gewaltsam werden sie von ihren Müttern getrennt und in das weit entfernte Camp Moore River verschleppt. Molly beschließt, mit Daisy und Gracie aus dem Camp zu fliehen.
1.500 Meilen trennen sie von ihrem Zuhause. Die einzige Orientierung, die die Mädchen in der endlosen Weite Australiens haben, ist ein Zaun, der als Schutz vor Kaninchenplagen den gesamten Kontinent durchläuft - der "Rabbit-Proof Fence". Doch den müssen sie erst mal finden.
Verfolgt von der Polizei und dem erbarmungslosen Spurensucher Moodoo machen sich Molly, Daisy und Gracie auf den weiten Weg nach Jigalong ...
Lost
in translation
Drama/Komödie, USA 2003, Regie: Sofia Coppola; FSK ab 6 Jahren/Besonders Wertvoll;
102 Min., Bob Harris (BILL MURRAY) und Charlotte (SCARLETT JOHANSSON) sind zwei ziellose Amerikaner in Tokio. Bob, ein Schauspieler, der gerade in der Stadt einen Werbespot für Whiskey dreht und Charlotte, eine junge, frisch verheiratete Frau, die ihren Mann (GIOVANNI RIBISI), einen vielbeschäftigten Fotografen, begleitet. In einer schlaflosen Nacht lernen sich Bob und Charlotte an der Bar eines Luxushotels kennen. Was als eine zufällige Begegnung beginnt, entwickelt sich überraschend schnell zu einer ungewöhnlichen Freundschaft. Ihre gemeinsamen Streifzüge durch die fremde Metropole führen sie nicht nur in amüsant bizarre Situationen, sondern eröffnen den beiden ungeahnte Perspektiven und einen überraschenden Blick auf ein Leben, das sie bisher nicht
kannten.LOST IN TRANSLATION ist eine bewegende Hommage an die Freundschaft, die Stadt Tokio und die vielen flüchtigen Begegnungen im Leben, die sich unauslöschlich in unsere Erinnerung graben
Love the hard way
D 2001, Regie: Peter Sehr, 96
min, Kriminal-und Liebesfilm, Bayrischer Filmpreis 2002, Nach außen mimt der Kleinganove Jack (Adrien Brody) den harten Bursche. Mit raffinierten Betrügereien hält er sich finanziell über Wasser und vor Freunden prahlt er gern herum, bereits mit über 200 Frauen geschlafen zu haben. Sein nächstes Betthäschen soll die attraktive Studentin Claire (Charlotte Ayanna) werden. Tatsächlich schafft es Jack mit seinem halbseidenen Charme bei Claire zu landen. Doch nach dem One Night Stand wird er das naive Mädchen nicht mehr los. Sie ist hoffnungslos in Jack verliebt und versucht nun hartnäckig, aus ihm einen besseren Menschen zu machen. Denn in dem kriminellen Macho steckt in Wahrheit ein sensibler Kern. Doch Jack blockt immer wieder kaltblütig ab - bis Claire aus Verzweiflung selbst in einen Strudel aus Prostitution und Drogen gerät...
Sehr führt die beiden Protagonisten mit äußerst gegensätzlichen, beinahe irrealen Attitüden zwischen Coolness und Liebenswürdigkeit in die Geschichte ein, um sie in einem langwierigen Prozess ins jeweils andere Extrem zu bringen. Allmählich wird aus dem hartherzigen und kaltblütigen Jack ein sentimentaler Poet, der (zu spät) bemerkt, dass auch er hoffnungslos verliebt ist. Die offene und gutmütige Claire wandelt sich hingegen zu einer gleichgültigen, menschlichen Hülle.
Lucia
und der Sex
Spanien 2001, Regie: Julio Medem, 128 min, ab 16 J. Die attraktive Kellnerin Lucia (Paz
Vega) betet den
Schriftsteller Lorenzo (Tristán Ulloa) an, ohne ihn zu kennen. Beim
ersten Treffen erklärt sie, dass sie für immer mit ihm zusammen Leben
will. Lorenzo akzeptiert zunächst ihre erotischen Vorzüge und nach
wochenlangem, wildem Sex scheint er auch Liebe für sie zu verspüren.
Doch der Schriftsteller hat noch eine Vergangenheit, die ihn einholt: Er
hat bei spontanem Sex auf einer Insel ein Kind mit einer Unbekannten
gezeugt. Die Tochter einer Pornodarstellerin, die den Mann ihrer Mutter
begehrt, passt auf sein Kind auf. Als sie ihn verführen will, stürzt
sich der Haushund über das Kind und tötet es. Lorenzo verfällt in
tiefe Depression und verschwindet über Nacht. Scheinbar ist er
gestorben, doch als Lucia zur Insel zurückkehrt, geschieht ein
Wunder...
Der spanische Regisseur Julius Médem hat mit "Die Liebenden des
Polarkreises" bereits ein viel beachtetes Werk geschaffen. Auch
seinem neuen Film sieht man an, dass er ein Gespür für Bilder und
geniale Übergänge hat. Das mit Digitalkamera gedrehte Erotikdrama
bietet beeindruckende Aufnahmen, die von Sonnenstrahlen scheinbar
gebleicht sind. Seine Darstellung der Sexszenen ist deftig und lässt
keine Details aus.
Lucky break
GB 2001, Regie: Peter Cattaneo („Ganz
oder gar nicht"), 112 min. Jimmys geplanter Banküberfall geht voll
in die Hosen und er landet hinter Gittern. Da gibt´s nur eines: So
schnell wie möglich wieder raus. Jimmy überredet seine Knastbrüder,
ein Musical einzustudieren, um während der Premiere zu türmen. Dass es
schwieriger als erwartet ist, harten Männern das Singen beizubringen,
ist nur eine der Schwieirgkeiten auf dem Weg in die ersehnte Freiheit.
Zu allem Übel verliebt er sich nämlich auch noch in die
Gefängnispsychologin
Lust for life - Y
tu mama tambien
Mexiko 2001, ab 16. Zwei mexikanische Jugendliche, deren Freundinnen im
Urlaub sind, nutzen die Gelegenheit zu einem erotisch motivierten Trip
mit einer älteren Spanierin. .Aus der Körperlichkeit dieses Films
entwickeln sich die Fragen nach sexueller Identität und nach dem, was
diese Identität mit der eigenen Lust und dem/der anderen gegenüber zu
tun hat. Eine der überraschendsten Begegnungen, die es zur Zeit im Kino
zu beobachten gibt.(epd-film)106 min
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