Unsere Filme I

Ice Age

USA 2001, R: Chris Wedge, 83 min Ein schräges Trio aus Faultier, Mammut und Säbelzahntiger rettet in der Eiszeit ein Urmenschen-Baby und fahndet nach seiner elterlichen Horde. Cooler Animationsfilm mit fantasievollen Bildern und Geschichte.

Ich geh nach Hause  
Je rentre a la maison
Regie, Buch, Dialoge: Maoel de Oliveira( geb. 1908!), Portugal, Frankr. 2001, 86 min, OmU. der gefeierte und berühmte Theaterschau spieler Valence (Michel Piccoli) hört nach dem Ende einer Vorstellung, dass seine Familie bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Scheinbar kann Valence nach diesem schrecklichen Ereignis zu seinem Alltag zurückkehren. Er geht ins Theater und kümmert sich um seinen Enkel. Da wird ihm von einem amerikanischen Regisseur (John Malko vich) eine Rolle in einer „Ulysses"-Verfilmung angeboten. Im Studio steht alles bereit, doch Valence merkt, dass ihm die Welt aus den Händen gleitet und die Worte fehlen. Sein Enkel fällt ihm ein. Er will nur noch eines: nach Hause. „Eine überwältigende Interpretation" (Le Monde) „Michel Piccoli ist als alternder Theaterschauspieler eine himmlische Überraschung" Mit Catherine Deneuve

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe keine Angst

Originaltitel: Io non ho paura; Genre: Drama; Produktionsjahr: 2002; Produktionsland: Italien, Spanien, Großbritannien; Kinostart: 18.12.2003; Lauflänge: 109 Minuten; Website: http://www.ichhabekeineangst.deEin Sommerwind durchstreift die reifen Kornfelder. Wie ein goldgelbes Meer wogen sie auf den Hügeln, erstrecken sich bis zum Horizont. Die Sonne brennt vom tiefblauen Himmel. Der Sommer 1978 ist der heißeste seit Jahren und scheint das Leben im süditalienischen Apulien zu paralysieren.
In einem winzigen Dorf inmitten der Kornwüste stehen ein paar Häuser. Die Erwachsenen versuchen der Hitze zu entgehen, die Kinder jagen der Abwechslung hinterher, sehnen sich nach Abenteuern.
Hier lebt der neunjährige Michele mit seiner Schwester Maria und den Eltern. Als er mit Freunden an einem verlassenen Gutshaus spielt, entdeckt er im Erdboden ein tiefes Loch. Er schaut neugierig hinein, und in der Dunkelheit macht er eine blasse, menschenähnliche Gestalt aus. Michele erschrickt und sucht das Weite.
Doch das Wesen im Loch lässt ihm keine Ruhe, er kehrt zurück und erkennt die Wahrheit. Wie ein Hund wird ein Junge in der Grube gefangen gehalten, spricht wirr und ist der festen Überzeugung, schon tot zu sein. Finsternis, Isolation und Angst haben ihm arg zugesetzt.
Michele wagt nicht, mit jemandem darüber zu reden, versorgt den Wolfsjungen mit Wasser und Brot. Als er der furchtbaren Wahrheit auf die Spur kommt ˆ die Erwachsenen des Dorfes stecken hinter einer abgründigen Verzweiflungstat ˆ muß er all seinen Mut zusammennehmen, um dem Opfer zu helfen.
Ein lebensgefährliches Unterfangen ...


Mit dem atmosphärischen Drama stellt OSCAR-Preisträger Gabriele Salvatores einmal mehr die Vielfältigkeit seines Schaffens unter Beweis. In überwältigend poetischen Bildern und stimmungsvollen Szenarien fängt er den schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens ein. Er preist den Mut des Einzelnen, für Gerechtigkeit einzustehen und skizziert kritisch das ökonomische Gefälle zwischen Nord- und Süditalien.
Die vielschichtige Verfilmung von Niccolò Ammanitis Roman ≥Die Herren des Hügels„ war 2003 im Wettbewerb der Berlinale zu sehen und lief im Frühjahr 2003 in den italienischen Kinos, mit großem Erfolg bei Publikum und Kritik. Bei der Vergabe des italienischen OSCARS David-di-Donatello 2003 war ICH HABE KEINE ANGST einer der großen Gewinner und wurde unter anderem für Regie, Nebendarsteller und Bildgestaltung prämiert.
nach dem Roman „Die Herren des Hügels‰ von Niccolò Ammaniti, erschienen bei C. Bertelsmann Verlag 

 

Ich liebe das Rauschen des Meeres

Italien / Frankreich 2000, 84 min. Der Vater des 15jährigen Rosario (Michele Raso) sitzt in Kalabrien im Gefängnis, seine Mutter wurde von der Mafia getötet. Als Luigi (Silvio Orlando), ein in Turin lebender entfernter Verwandter Rosarios, von dessen Schicksal erfährt, holt er Rosario nach Turin, in das Jugendheim von Pater Don Lorenzo. Luigi, der allein erziehender Vater des ebenfalls 15-jährigen Matteo (Paolo Cirio) ist, hofft auf eine Annäherung der beiden Jungen. Tatsächlich kommen sich der wortkarge, verschlossene Rosario und der rebellische Matteo zunächst näher, doch ist ihre Freundschaft nicht von Dauer. Zu groß sind die Unterschiede zwischen den beiden, zu verkrampft auch Luigis Versuche, so etwas wie Familienbande zu knüpfen. Am Ende wird die Kluft zwischen den Dreien immer größer...

Regisseur Mimmo Calopresti hat mit großem Feingefühl ein psychologisches Drama inszeniert, das von der Entfremdung innerhalb der eigenen Familie erzählt und von der Einsamkeit, die gerade Teenager wie Rosario und Matteo auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden begleitet. Mit genauer Beobachtungsgabe zeigt der Film wie jede der Figuren versucht, auf den anderen zuzugehen und doch alle Bemühungen von vorneherein zum Scheitern verurteilt sind: die Unterschiedlichkeit der Charaktere und auch der Mentalität zwischen Nord- und Süditalien ist einfach zu groß. Unauffällig lässt Calopresti aktuelle Themen des italienischen Tagesgeschehens, wie etwa einen der letzten Korruptionsskandale, in sein Werk mit einfließen, was seinem Film eine zusätzliche Authentizität verleiht. Am Ende bleiben viele Fragen offen, über die es sich auch nach dem Film noch zu diskutieren lohnt.

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Ich werde reich und glücklich

Dokumentarfilm von Doris Metz. Der Schweinfurter Motivationstrainer Jürgen Höller gab ratlosen Glückssuchern jahrelang Anleitungen - und machte sich selber damit erst reich und dann bankrott. Der Motivations-Guru musste wegen persönlicher Bereicherung in den Knast. Wie fließend die Grenze zwischen Motivation und Manipulation, Allmacht und Abhängigkeit ist, zeigt der hervorragende Dokumentarfilm von Doris Metz. Acht Monate lang begleitete Doris Metz drei Männer und drei Frauen auf ihrer Jagd nach dem Glück. Im Laufe der Dreharbeiten erfasst das Scheitern der New Economy auch die Erfolgsgurus

   

I love Beijing

China 2001. Regie: Ning Ying. Dezi ist ein junger rastloser Taxifahrer. Seine Arbeit bringt ihn mit Menschen in Kontakt, deren Lebensstil weit über seinen geistigen Horizont hinausgeht. Dezi ist immer unterwegs. Menschen und Orte treten in sein Leben und verlassen ihn wieder. So wird der Film zu einem Porträt der chinesischen Hauptstadt in einer Zeit rasanten Wandels. Dezis rastloses Suchen nach Halt bei einer Frau, seine Unentschlossenheit und das ununterbrochene Umherfahren werden Sinnbild der aktuellen chinesischen Gesellschaft.

 

Im Bann des Jade Skorpion

Von und mit Woody Allen, USA 2001, 102 min, ab 6 Jahre. Unterhaltsame Hommage an die Geniestreiche von Cukor, Hawks und Co. zwischen sophisticated comedy und Charlie-Chan-Mystery. Versicherungsdetektiv CW Briggs gerät schwer unter Beschuss. Grund: seine neue toughe Vorgesetzte Betty "Fitz" Fitzgerald (Helen Hunt) will ihn wegen seiner altmodischen Arbeitsmethoden wegrationalisieren. Die Gelegenheit dazu scheint gekommen, als Briggs verdächtigt wird, Drahtzieher eines Juwelenraubs zu sein. CW versucht seine Unschuld zu beweisen. 

In America

Irland/Großbritanien 2002. R: Jim Sheridan. B: Jim Sheridan, Naomi Sheridan. P: Jim Sheridan, Arthur Lappin. K: Declan Quinn. Sch: Naomi Geraghty. M: Gavin Friday, Maurice Seezer. T: Philip Alton, Daniel Birch. A: Mark Geraghty, Susie Cullen. Ko: Eimer Ni Mhaoldomhnaigh. Sp: Steve Kirshoff, Simon Stanley-Clamp. Pg: Fox/Hell’s Kitchen. V: Fox. L: 105 Min. FSK: 12, ffr. FBW: besonders wertvoll; Eine irische Familie wandert nach dem Tod des kleinen Sohns nach New York aus und schließt in einem heruntergekommenen Mietshaus Freundschaft mit einem schwarzen Künstler. Hervorragend gespieltes, bewegendes Drama, das auf der Vita Jim Sheridans beruht. Er erzählt konsequent aus der Perspektive der 10-jährigen Tochter Christy, für die ganz New York und auch das heruntergekommene Haus, in dem sie mit ihrer Familie wohnt ein Abenteuerspielplatz ist. Mit ihren Augen entführt uns Jim Sheridan in einen ganz eigenen Kosmos, in dem die Welt trotz aller Probleme noch irgendwie in Ordnung ist. IN AMERICA ist Sheridans bislang persönlichster Film, man könnte sogar sagen er ist halb-biografisch:

In Amerika – zwei Worte nur, doch sie sind so sehr mit Bedeutung und Mythologie aufgeladen, dass sie unter der Last förmlich ächzen. In America – der prägnante Filmtitel gibt eine Bewegung und eine Zielrichtung vor, ist vielleicht ein Seufzer der Erleichterung, bedeutet vor allem aber das Versprechen auf ein neues, glücklicheres Leben. From rags to riches – in Amerika, so der Mythos, kann es jeder schaffen.

Der irische Filmemacher Jim Sheridan, hierzulande besonders durch Mein linker Fuss und Im Namen des Vaters bekannt, ist nun seinen eigenen Spuren gefolgt und blickt zurück. 1981 war er mit seiner Frau und den zwei kleinen Töchtern Naomi und Kristen über Kanada in die Staaten eingereist, um in New York Theaterstücke zu inszenieren. 20 Jahre später hat Sheridan die Geschichte dieser Einwanderung gemeinsam mit seinen inzwischen erwachsenen Töchtern zu einem Drehbuch verarbeitet, Basis für seinen persönlichsten Film. Im Interview bestätigt der Regisseur, dass einzelne Szenen – die schweißtreibende Beschaffung einer Klimaanlage, das risikoreiche Glücksspiel auf dem Jahrmarkt – sich wirklich so zugetragen haben. Auch der Krebstod von Sheridans Bruder Frankie wird thematisiert. „Wieviele Kinder haben Sie?“ fragt der Beamte an der kanadischen Grenze, als das irische Ehepaar Johnny (Paddy Considine) und Sarah (Samantha Morton) in die USA einreisen will. „Drei!“ kommt spontan die Antwort, obwohl nur die Töchter Christy und Ariel (Sarah und Emma Bolger) zu sehen sind. Ihr kleiner Bruder, vor kurzem an einem Hirntumor gestorben, ist immer noch gegenwärtig. So erscheint der Neuanfang in New York auch als Flucht vor der Vergangenheit.

Ohne einen Penny in der Tasche kommt die Familie in einem heruntergekommenen Mietshaus unter, das mit seinen endlosen Treppen, düsteren Fluren und höhlenartigen Apartments aus einem Horrorfilm stammen könnte. Unter den Mietern – Junkies, Transvestiten und Verrückten – kommt sich das Quartett manchmal vor wie Spielbergs „E.T.“, der beim gemeinsamen Kinobesuch in einer etwas zu gewollten Analogie über die Leinwand huscht. Während die Eltern mit Aushilfsjobs den Lebensunterhalt verdienen, schließen Christy und Ariel Freundschaft mit dem geheimnisvollen schwarzen Künstler Mateo. In einer rasanten Parallelmontage verknüpft Sheridan Mateos schöpferische Besessenheit mit dem Liebesakt des Ehepaars, verbindet so die Personen auf magische Weise. Mateo ist es auch, der für das märchenhafte Ende des Films sorgt.

Sheridan erweist sich einmal mehr als großer Schauspielerregisseur. Besonders die beiden Schwestern Sarah (11) und Emma Bolger (7) spielen mit unbekümmerter Natürlichkeit. Der Film ist konsequent aus ihrer Sicht erzählt. Christy begleitet darüber hinaus mit einer Videokamera das Geschehen, gewinnt ihm quasi eine zweite Perspektive ab. Die sorglos geführte Handkamera wird so zum Chronisten eines neuen, aufregenden Lebens in einer brodelnden Metropole: ein New-York-Bild, mit dem das Trauma des 11. September überwunden scheint. 

Indien 

Österreich 1994, Regie: Paul Harather. Die beiden Gastronomieprüfer Heinzi und Kurt - der eine ist ordinär und schmuddelig, der andere ein zwanghafter Spießer - müssen sich zusammenraufen, um auf einer Dienstreise durch niederösterreichische Dörfer miteinander auszukommen. Die beiden Männer, die unterschiedlicher nicht sein können, nähern sich auf wunderbare und anrührige Weise an, bis dass der Tod sie scheidet. KULTFILM

Innocence

Austr 2000. 94 min. Liebesfilm. Ein pensionierter Organist trifft sich wieder mit seiner ersten Liebe und entflammt noch einmal das Feuer jener längst vergangenen Jugendjahre. Ungewöhnliche, romantische und vor allem stimmig, nie zu aufdringlich erzählte Geschichte einer letzten Möglichkeit, die ein natürliches Ende finden muss. Wir wiederholen den Filmwegen großer Begeisterung der Besucher im Februar

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Insomnia

Im tiefsten Alaska wird eine 17-jährige Schülerin tot aufgefunden. Bei den polizeilichen Ermittlungen erschießt der seit Tagen übermüdete Polizist Will Dormer (Al Pacino) aus Versehen seinen eigenen Partner. Da dieser in einem internen Untersuchungsausschuss gegen Dormer aussagen wollte, versucht Dormer den Unfall lieber zu vertuschen. Durch gefälschte Indizien will er den Todesfall dem vermeintlichen Mädchenmörder Walter Finch (Robin Williams) in die Schuhe schieben. Doch Finch ist clever. Er war Augenzeuge von Dormers unfreiwilligem Delikt und das nutzt er gnadenlos aus, um den zwielichten Cop seinerseits zu erpressen. Dormer stürzt in einen Gewissenskonflikt: Soll er den brutalen Killer tatsächlich laufen lassen, nur um sich selbst zu schützen?

Nach seinem intelligent rückwärts erzähltem Psychothriller "Memento" stützt sich Jungregisseur Christopher Nolan diesmal auf eine norwegische Kinovorlage aus dem Jahre 1997. Beide Filme verbindet die psychischen Probleme, die ihre tragischen Helden plagen. Anstelle des defekten Kurzzeitgedächtnisses rückt in diesem Streifen eine krankhafte Schlaflosigkeit, die durch aufkeimende Halluzinationen zu einer immer stärkeren mentalen Belastung wird. Die Handlung verlegte Nolan in seiner Adaption von Norwegen nach Alsaka, wo die Sonne in der Sommersaison ebenfalls niemals untergeht. Dadurch wird Dormers Schlaflosigkeit optisch untermauert. Das gleißende Licht verursacht einen bleiernen Schädel und erschwert dem Polizisten zunehmend, einen kühlen Kopf zu bewahren. Mit beeindruckender Souveränität verkörpert Al Pacino den übermüdeten Cop, der sich immer tiefer im eigenen Indizienschwindel verstrickt. Seine innere Zerissenheit, die von einem herrlich bösen Robin Williams perfide ausgenutzt wird, steht eindeutig im Vordergrund. Die Täterfrage wird hingegen recht schnell geklärt. Somit ist die implizierte Kriminalstory relativ spannungsarm. Wem allerdings eine kühle Atmosphäre, beängstigend klaustrophobe Momente und psychische Konflikte zusagen, der liegt mit diesem topbesetzten Thriller auf jeden Fall richtig

 

 

Interview mit einem Vampir

mit Tom Cruise, 118 min, Regie: Neil Jordan; Elegant gestylte, hervorragend ausgestattete Gruselballade, die mit beeindruckenden Darstellerleistungen eine intensive Atmosphäre erzeugt. In einem Hotel in San Francisco hört ein junger Reporter eine unfaßbare Geschichte: Louis, ein Vampir, offenbart ihm die schaurig-grausame Wahrheit seines Lebens nach dem Tode. Er erzählt von Lestat, seinem mörderischen Lehrer und Begleiter, der ihn zu dem machte, was er heute ist, ein menschenmordender Vampir von der Kindfrau Claudia und ihre Rebellion gegen die ewige Jugend und von einer blutgetränkten Reise durch die Jahrhunderte, die mit dem heutigen Tag noch nicht zu Ende ist. 

In the Bedroom
USA 2001, 138 min, ab 12 J. Drama, Regie: Todd Field; die Fowlers sind eine ganz normale Familie. Matt ist Arzt und in der Freizeit angelt er gerne. Seine Frau Ruth ist Leiterin des Schulchores und ihr Sohn Frank hat gerade das erste Jahr auf dem College hinter sich gebracht. Frank ist verliebt in Natalie, eine junge Mutter, die noch nicht geschieden ist. Ihr Noch-Ehemann dreht vor Eifersucht durch und die Tragödie beginnt. Präzise gezeichnet, stimmige Darstellung machen diesen Film zu einem packenden Meisterwerk.

In the mood for love
Romanze und Drama, 97 minuten. Hong Kong, 1962. Die Stadt ist geteilt zwischen eingeborenen kantonesischen Chinesen und Immigranten vom Festland China. Ein Journalist, Chow mo-wan, zieht  in eine Wohnanlage, die hauptsächlich von Shanghainesen bewohnt wird. Er lernt Li-zhen Su, eine Sekretärin, in der Anlage kennen, als beide Gatten weg sind. Sie fnden heraus, dass ihre jeweiligen Gatten ein Verhältnis zueinander haben. Chow und Li-zhen Su kommen sich langsam näher. Immer wieder finden sie Entschuldigungen, um mehr Zeit miteinander zu verbringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In this world

USA 2002, Regie: Michael Winterbottom, 89 min, Goldener Bär von Berlin, Die beiden afghanischen Cousins Jamal und Enayatullah leben in der pakistanischen Stadt Peshawar nahe der afghanischen Grenze. Jamal, der jüngere der beiden, ist Waise und in dem Flüchtlingslager Shamshatoo untergebracht, tagsüber arbeitet er in einer Ziegelei.

Enayatullah arbeitet auf dem Marktstand seiner Familie. Diese entscheidet, dass Enayatullah nach England gehen soll, um seiner Familie und ihm ein besseres Leben zu ermöglichen. Jamal gelingt es, durch seine Überredungskünste und dank seiner englischen Sprachkenntnisse die Familie zu überzeugen, ihn gemeinsam mit Enayatullah gehen zu lassen.

Die beiden gehören nun zu den rund eine Millionen Flüchtlingen pro Jahr, die ihr Leben in die Hände von Menschenschmugglern legen.

Ihre Reise geht über Land: Länger und gefährlicher als mit dem Flugzeug, aber - und das ist entscheidend - viel günstiger. Ihre Route führt sie über die Grenze in den Iran, durch Teheran, in die Berge der Region Kurdistan und weiter in die Türkei. Ursprünglich Teil der Seidenstraße ist diese Strecke mittlerweile eine häufig benutzte Schmugglerroute.

Hinter Istanbul fängt der beschwerlichste Teil der Reise an - 40 Stunden eingeschlossen und versiegelt in einem Frachtcontainer zusammen mit anderen verzweifelten Flüchtlingen. Für die Überlebenden dieser Passage nach Italien ist der Weg aber noch nicht beendet.

Mit Schlauheit und Glück schlagen sie sich durch Europa und erreichen endlich das Flüchtlingslager Sangatte in Frankreich. Hier gibt es noch die letzte Hürde: als blinde Passagiere auf einem Lieferwagen versteckt nach Großbritannien zu kommen.

Der Film erzählt von den Erfahrungen von Migranten, von mutigen Menschen, die ein besseres Leben suchen, deren Geschichten aber oft in einer Tragödie enden.

Invasion der Barbaren

Kanada/Frankreich 2003, 99 Min., Regie: Denys Arcand; Mit: Rémy Girard, Stéphane Rousseau, Marie-Josée Croze

(C) http://www.die-invasion-der-barbaren.de "Und ich bin in Chicoutimi geboren", sagt Rémy beim letzten Abendessen zu seinen Freunden, kurz bevor er sich, der Liebe, dem Wein und den Trüffeln endgültig entsagend, den goldenen Schuß setzen läßt und in die ewigen Jagdgründe eingeht - vielleicht in die des verwunschenen Lac Memphremagog, an dessen Ufer er stirbt? Oder etwa in die des nordöstlichen Québec, woher er stammt?
Nein, es hieße Die Invasion der Barbaren, den neuen Film des kanadischen Regisseurs Denys Arcand, zu mißdeuten, wenn man ihn von der Peripherie her erklären wollte. Alles an dieser Familienparabel, die jüngst in Cannes zwei Goldene Palmen gewann, ist darauf angelegt, mit den Widersprüchen Nordamerikas, des Zentrums also, aufzuräumen.

Da ist zunächst Rémy, ein alternder Lebemann und Geschichtsdozent an der Universität von Montréal, der von einer überraschenden Krebsdiagnose aus der Sorglosigkeit des Lebens gerissen wird. Da ist weiter sein Sohn Sébastien, ein erfolgreicher Ölmanager, der auf Wunsch seiner Mutter Louise samt Lebensgefährtin Gaëlle aus London anreist, um etwas für seinen Vater zu tun - von dem ihn zu diesem Zeitpunkt so ziemlich alles trennt. Da gibt es den griechischen Chor der Freunde und Bekannten aus früheren Zeiten - Kennern dürften Pierre, Claude, Diane und Dominique noch aus Arcands Erfolgsfilm Der Untergang des amerikanischen Imperiums (1986) bekannt sein -, die sich am Krankenbett ihres alten Sauf- und Bettgefährten versammeln. Und schließlich ist da noch Dianes Tochter Nathalie, eine drogenabhängige Verlagsangestellte, deren Aufgabe es fortan sein wird, Rémy mithilfe von Heroin über die Schmerzen seiner letzten Lebenstage hinwegzuhelfen.
Was die überall aufscheinenden Widersprüche dieser Welt zunächst in der Hauptsache aus dem Weg zu räumen vermag, ist das Geld, das Sébastien sprudeln läßt wie sein Öl. Dieses Geld besticht die Leiterin und die mafiösen Gewerkschaftsbosse des maroden Montréaler Krankenhauses und ermöglicht es dem Kranken, aus seinem kargen Bett in ein eigens renoviertes Zimmer zu ziehen. Mit diesem Geld wird der Krankenbesuch dreier Studenten erkauft und das Rauschgift besorgt, das Rémys Sterben in eine Art Genuß verwandelt.
Mit diesem Geld wird jedoch nichts erworben und nichts verdorben, was nicht ohnehin zum Scheitern verurteilt wäre - daß am Ende ein Mensch gestorben sein wird und mit ihm eine ganze Lebensauffassung, ist von den ersten Minuten an klar. Im Gegenteil. Für einen Moment wird eine Symbiose wieder hergestellt, die lange schon zerstört schien. Aus allen Ecken der Welt kommen die Figuren, die bereits 17 Jahre zuvor im Haus am See fröhliche Urständ feierten, zu einem letzten sarkastisch-witzigen Tête-à-tête zusammen. Wenn es dabei in erster Linie um Liebe, Triebe und ihre Verarbeitung geht, so ist das Programm. Diane will noch immer "kräftig gebumst werden", Claude hat sich inzwischen mit seiner Homosexualität und seinem Lebensgefährten arrangiert, und für Rémy sind die seligen Zeiten, als er im Traum "mit den schönsten Frauen dieser Welt einschlief", nur noch eine matte Erinnerung - die letzte im übrigen, bevor er im Liegestuhl auf der Veranda des Ferienhauses von Nathalies Spritzen eingeschläfert wird.
Nathalie, gespielt von Marie-Josée Croze, die für ihre Rolle die Goldene Palme der besten Hauptdarstellerin erhielt, ist die wirklich epische Figur in Die Invasion der Barbaren, der rettende und der Todesengel zugleich. Nicht nur daß die von Schuldgefühlen geplagte Fixerin endlich einmal gebraucht wird. Ausgerechnet das, wofür sie sich am meisten schämt, ihre Sucht nämlich, soll nun Grundlage für ihren verantwortungsvollen Dienst am Menschen werden. Und es ist der Moment, in dem sie ein einziges Mal versagt - und statt ihrer die stark religiöse Schwester Constance dem mittlerweile schwer abhängigen Rémy die Heroin-Spritze setzen muß -, der in ihr neuen Lebensmut entfacht, wenn sich das auch zunächst nur in einer Methadon-Therapie andeutet.
Für den smarten, unnahbaren Sébastien, der mit so kühlem Geschick das Sterben seines Vaters organisiert, wird Nathalie ebenfalls zum Stolperstein. "Perfekter junger Mann", sagt sie an einer Stelle, "perfekte Karriere, perfekte Verlobte. Ich bin nicht perfekt. Das ist schade, verdammt schade." Es gibt nur einen echten Kuß in diesem Film - sicherlich keine große Leistung für einen Regisseur, der seine Charaktere so viel von den süßen Seiten des Lebens reden läßt -, und der wird sofort wieder unterbrochen. Aber es ist dieser Kuß, den Nathalie ihrem alten Sandkastengefährten ganz am Ende in der Wohnung des Vaters gibt, der Hoffnung und Zukunft birgt: Nicht nur darf sie nun inmitten von Rémys Büchern ein neues Leben beginnen, für einen kurzen Moment scheint auch Sébastien - der mit Stéphane Rousseau von einem der bedeutendsten kanadischen Comedy-Darsteller verkörpert wird - aus der Unweigerlichkeit seines Lebenslaufes gerissen.

Von Die Invasion der Barbaren wird immer wieder gesagt, der Film sei genauso zum Lachen wie zum Weinen - und das liegt sicher nicht zuletzt an der Hauptfigur, bravourös dargestellt von Rémy Girard. Es gibt eine Szene, in der Rémy Schwester Constance sehr nachdrücklich darlegt, warum das 16. Jahrhundert sehr viel blutiger gewesen ist als das zwanzigste - 150 Millionen Ureinwohner, ermordet im Namen der Kirche und vor allem - "mit der Axt". Er, der aufrechte Linke, muß nun miterleben, wie er der kapitalistischen Fürsorglichkeit seines Sohnes, den er ironisch "Prinz der Barbaren" nennt, vollkommen ausgeliefert ist. Indem sich der Konflikt zwischen den beiden Kontrahenten am Ende klärt, kann sich Rémy auch von seinen Idealen, von seinem Leben verabschieden. "Du und Mama, ihr habt aus uns beiden starke Kinder gemacht", meldet sich zuletzt noch die verlorene Tochter Sylvaine per Satellitenübertragung von ihrer Weltumseglung. "Das ist im Grunde echt ein Wunder."
Ja, es geht weiter nach Rémys Tod. In dieser Figur drückt sich aber zugleich auch die tiefe Skepsis aus, die den gealterten Denys Arcand umtreibt. "Ich fühle mich zunehmend asynchron mit der heutigen Realität", hat der Regisseur, der für sein Drehbuch ebenfalls in Cannes ausgezeichnet wurde, über seine Motivation gesagt, den Film zu machen. Auf einem Fernsehbildschirm in der Hausmeisterloge des Krankenhauses sieht man irgendwann zwischendurch einen Intellektuellen, der die Anschläge des 11. September als "Auftakt zur großen Invasion der Barbaren" kommentiert. Daß Arcand seinen Helden aus dem Untergang des amerikanischen Imperiums sterben läßt, erscheint angesichts dessen nurmehr konsequent.
Ein bißchen darf man dennoch verwundert darüber sein, warum der Film so gelobt worden ist. Ohne seinen erfolgreichen Vorgänger wäre er nämlich nur eine zwar ausgeklügelte Parabel, die jedoch - abgesehen von Rémy und Nathalie - an der Statik ihres Figurenpersonals krankt. Andererseits haben die jüngst zu Ende gegangenen Französischen Filmtage in Tübingen gezeigt, daß der Invasion der Barbaren eine Intensität innewohnt, die auch 15- bis 19jährige Kinogänger anspricht. Die fanden den Film nämlich "cool" und verliehen ihm kurzerhand den Prix de la Jeunesse.
Ab dem 27. November wird Die Invasion der Barbaren auch in deutschen Kinos zu sehen sein. Bleibt zu wünschen, daß das kanadische Kino, das frankophone zumal, weiter aus seiner Schmollecke am Rande der amerikanischen Imperiums hervorkommt und seine Bewunderer auch künftig nicht nur in Chicoutimi oder am Lac Memphremagog findet. 

Iris

USA 2001. Regie: Richard Eyre, OSCAR 2002 für Jim Broadbent. Mit Kate Winslet und Judi Dench. Die gefeierte Literatin Iris Murdoch ist seit mehr als 40 Jahren mit dem Literaturkritiker John Bayley verheiratet. Sie hatte in dieser Beziehung stets die Hosen an. Bis zu jenem schicksalhaften Tag 1997 als die Ärzte Alzheimer bei Iris diagnostizieren. Ihre Beziehung wird einer schweren Belastungsprobe ausgesetzt. 95 min

 

 

 

 

 

Irreversible

Regie: Gaspar Noe, mit Monica Bellucci; Genre: DramaM; Farbe, Frankreich, 2002; 99 Minuten, ab 18 J., Irreversibel. Weil die Zeit alles zerstört. Weil bestimmte Taten nicht gut zu machen sind. Weil der Mensch ein Tier ist. Weil der Wunsch nach Rache ein natürlicher Impuls ist. Weil die meisten Verbrechen nicht bestraft werden. Weil der Verlust eines geliebten Menschen einen trifft wie ein Blitz. Weil die Liebe der Ursprung des Lebens ist. Weil Vorahnungen den Lauf der Dinge nicht ändern. Weil die Zeit alles aufdeckt. Das Schlimmste und das Beste.

Alex wird auf dem Heimweg von einer Party brutal vergewaltigt und misshandelt. Sie ist alleine nachhause gegangen ohne ihren Freund Marcus, von dem sie ein Kind erwartet und der nicht in der Lage ist, die zarten Gefühle, die zwischen ihnen bestehen, zuzulassen. Ohne Pierre auch, ihren Ex-Freund, der sie noch immer liebt.

Was folgt, ist eine Jagd von Marcus und Pierre, getrieben von Verzweiflung und blinder Rache. Eine Irrfahrt durch die Nacht, die in einem Sado-Maso-Club der Schwulenszene mit einem Mord endet, der genauso sinnlos ist, wie die Tat an sich. Der Falsche wird gerächt, die Dunkelheit wird nicht vertrieben. Die Geschichte wird rückwärts erzählt, vom unfassbaren Dunkel ins alltägliche Licht, das uns nicht davor bewahrt, dass die Zeit alles zerstört. 

 

The isle

Korea 2000. Regie: Kim Ki-Duk. An einem See lebt Hee-Jin davon, dass sie Fischern Lebensmittel und auch ihren Körper zur Verfügung stellt. Als ein Mörder in seiner Verzweiflung versucht, sich dort umzubringen, rettet ihn Hee-Jin. Es ist der Beginn einer selbstzerstörerischen Leidenschaft. Surreal anmutende, betörende, stellenweise meditative Bilder werden kontrastiert von einer radikalen und bisweilen geradezu erschreckenden, sado-masochistischen, nicht leicht verdaulichen Liebesgeschichte. Ab 18 Jahre

 

Italienisch für Anfänger

Regie: Lone Scherfig, Dänemark 2000, Silberner Bär Berlin 2001. 108 min. Wunderbarer, fröhlicher und nachdenklicher Dogma-Film um einen Italienischkurs als Kontaktbörse. Ein vitaler Kellner, ein schüchterner Hotelangestellter, ein milder Pfarrer, eine vereinsamte Friseuse, eine tollpatschige Verkäuferin und eine lebenslustige, italienische Küchenhilfe treffen sich zunächst zufällig, dann aus Interesse, Neugier und Liebe im Italienischkurs. Als der Lehrer einen Herzschlag kriegt, übernimmt der Kellner die Stunden und man kommt sich näher. Das Publikum, das „Brot und Tulpen" genoss, wird hier, wo Zärtlichkeit, Komik und Raffinesse herrschen, und herrliche Charaktere Hand in Hand gehen, seinen Spaß haben, zumal der schöne Schluss wieder in Venedig stattfindet. Ab 12

The Italian job

USA 2003, 117 min, Thriller; Regie: F. Gary Gray, mit Charlize Theron, Mark Wahlberg, Donald Sutherland; The Italian Job ist ein actionlastiges, aber launiges und raffiniertes Remake des 1969-Thrillers „Charlie klaut Millionen ( mit Michael Caine). Auf hohem Niveau gleicht es vor allem Oceans Eleven. Motorboot-Jagden durch Venedigs Kanäle, Verfolgungsjagden im Minicooper und nicht zuletzt das größte Verkehrschaos, das L.A. wohl je gesehen hat, bieten dem Zuschauer packende Schauwerte.

Charlie Croker ist ein Meisterdieb. Gemeinsam mit seinen Komplizen Lyle, Handsome Rob, Left-Ear und Steve sowie seinem väterlichen Mentor John hat er gerade bei einem Aufsehen erregenden Coup in Venedig Goldbarren im Wert von 35 Millionen Dollar erbeutet. Doch die Freude über den Reichtum währt nur kurz.

Auf einer abgelegenen Gebirgsstraße entpuppt sich der vermeintliche Freund Steve plötzlich als Verräter. Skrupellos erschießt er John und treibt seine Ex-Komplizen mit ihrem Jeep ins eiskalte Wasser eines Gletschersees. Nur durch Zufall können Charlie, Lyle, Rob und Left-Ear überleben.

Ein Jahr später gelingt es den bestohlenen Dieben, Steves Spur aufzunehmen.

Gemeinsam mit Johns Tochter Stella, die das Safeknacker-Talent ihres Vaters geerbt hat, tüftelt Charlie einen mehr als raffinierten Plan aus, wie er Steve zum armen Mann machen kann.