UNSER FILMARCHIV H

Halbe Treppe

D 2001, Regie: Andreas Dresen, 105 min., Chris (Thorsten Merten) schaut nicht gerade wie ein Traummann aus. Doch er ist nicht Irgendwer. Als Morgenmoderator von Radio 24 bietet er Dauer-Power aus dem Power-Tower in Frankfurt/Oder. Das sexuelle Interesse an seiner Frau Katrin (Gabriela Maria Schmeide) hat nachgelassen und er schaut sich ganz nüchtern nach Alternativen um. Er hat ein leichtes Spiel Ellen (Steffi Kühnert) zu verführen, die von ihrem Mann Uwe (Axel Prahl) chronisch vernachlässigt wird. Blöd an der Sache ist, dass die beiden Paare eng befreundet sind. Noch blöder, dass die beiden Ehebrecher zusammen in der Badewanne erwischt werden. Was folgt, sind verzweifelte Rettungsversuche der beiden Betrogenen, die mehr oder weniger erfolgreich sind. Die Suche nach einer Lösung der Krise zwingt alle Beteiligten ihren eigenen Lebenssinn zu hinterfragen...

Andreas Dresen hat mit "Die Polizistin" sein Talent für einfühlsame, lebensnahe Geschichten bereits bewiesen. Die Beschreibung des Inhalts ist irreführend, da es sich hier keinesfalls um billigen Klamauk handelt. Die Geschichte und seine vier Hauptpersonen sind absolut lebensnah und spitzen die Absurdität des Alltags zur bitteren Pointe zu. Geholfen hat dabei sicherlich auch, dass die Hauptdarsteller ihre Dialoge selbst vorschlagen konnten. Mit Handkamera gefilmt, wählt Dresen bewusst einen dokumentarischen Stil, der die Authentizität zusätzlich unterstreicht. Am bissigsten ist Humor immer, wenn er die Realität beschreibt. Auch deshalb ist dieser Film so wunderbar

 

Hannibals Kinder


I
talien 1997, 93 min, OmU, Buch und Regie: Davide Ferrario. Der Norden ist furchtbar. Kein Lächeln, keine Sonne, keine Arbeit. Also greift der Süditaliener Domenico zu radikalen Mitteln: Er will eine Bank in Como überfallen und sich anschließend in die Schweiz absetzen. Doch sein Gangsterdebut verläuft nicht nach Plan. Er hat mit dem Geschäftsmann Tommasino eine Geisel auf dem hals, die die einmalige Chance sieht, vor den Gläubigern zu fliehen und die öde Ehe zu verlassen. „Nach Süden!" heißt es jetzt. Der Beginn einer aberwitzigen Reise und einer wunderbaren Freundschaft beginnt ...

Hans im Glück
(Hans im Glück 


Deutschland 1998
;Regie: Rolf Losansky;FSK: Unbekannt;Darsteller: Karl Dall, Rolf Hoppe, Günter Schubert Genre: Kinderfilm


Der naive, aber gutmütige Hans wandelt im Glück und keiner kann ihm die Laune verderben. Alle anderen Menschen meinen zwar, ihn übers Ohr hauen zu können, aber seinen liebenswerten Charakter kann keiner trüben. Seinen Goldklumpen, den der Meister ihm als Lohn gegeben hat, tauscht er gegen ein Pferd ein, das er bereitwillig gegen eine Kuh weitergibt. Die Kuh schwatzt ihm ein Metzger ab, der ihm im Gegenzug ein Schwein in die Arme legt.
Aufwendiger Kinderfilm um einen Müllersburschen, der kein Wässerchen trüben kann. Mit prominenten Nebenrollen besetzt.

 

Happy times

Regie: Znag Yimou, 95 min, ab 6 Jahre, China 2001. Zhao (Zhao Benshan) ist arbeitslos und finanziell abgebrannt. Er hat nicht einmal genug Geld, um seine raffgierige Freundin zu heiraten. Doch Not macht erfinderisch. Gemeinsam mit einem Freund baut Zhao einen ausrangierten Omnibus in ein billiges Stundenhotel für Liebespärchen um. Das Geschäft läuft ganz ordentlich an. Zhao gibt sich seiner Freundin gegenüber daher umgehend als erfolgreicher Geschäftsführer einer großen Hotelkette aus. Eine folgenschwere Lüge. Denn dadurch wittert sie sofort die Chance, endlich ihre blinde Stieftochter Wu (Dong Jie) loszuwerden. Sie bittet Zhao, dem jungen Mädchen einen Job und eine Unterkunft zu besorgen. Um seinen Schwindel nicht auffliegen zu lassen, muss Zhao auf die Bitte eingehen und sich weiterhin mit List und Tücke als erfolgreicher Hotelmanager tarnen...
Nach seinen beiden Landpartien "Keiner weniger" und "Heimweg" zieht es Regisseur Zhang Yimou in die Großstadt zurück. Er zeigt ein modernes Märchen über Lebenslügen und das Streben nach Glück. Mit erstaunlicher Leichtigkeit greift Yimou Handlungsstränge auf, um sie im nächsten Moment wie Seifenblasen zerplatzen zu lassen. So entpuppt sich Zhaos angebetete Freundin rasch als eine flüchtige Bekannte mit kaltem Herzen. Den Traum vom beruflichen Erfolg mit einem Minihotel lässt er buchstäblich in den Himmel entschweben. Schnell wird klar, dass wir es hier mit einem Verlierer zu tun haben, der sich und seiner Umwelt etwas vormacht, um privates Glück wenigstens vorzugaukeln. Auch die blinde Stieftochter Wu, deren Beziehung zu Zhao einen immer zentraleren Stellenwert einnimmt, lebt mit einer Lüge. Trotz ihrer jungen Jahre musste sie schon viele Enttäuschungen ertragen. Obwohl Zhao anfänglich aus purem Egoismus ihre Behinderung schamlos ausnutzt, spielt sie sein Spielchen mit. Er ist zwar ein Schwindler, doch immerhin kümmert sich mal jemand um sie. Gerade die beiden wunderbaren Hauptdarsteller Zhao Benshan und Dong Jie sorgen für eine brillante Tragikomödie voller Ironie und Herzlichkeit. Von Yimou mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik garniert. Gerade soviel, wie es die chinesische Zensur zulässt. Eine politische Gratwanderung, die Chinas erfolgreichster Regisseur ebenso spielerisch beherrscht wie das Filmemachen. Mit einem Wort: Sehenswert!


 

Harry Potter - Stein der Weisen

USA 2001. Regie: Chris Columbus. 153 min. Ab 6 Jahre, von uns empfohlen ab 8 Jahre. Verfilmung des ersten Bestsellers von Joanne K. Rowling, in der Zauberlehrling Harry Potter den Alltag der Zauberschule Hogwarts kennnelernt. Seit dem Tod seiner Eltern lebt Harry Potter bei der Familie seines strengen Onkels. Der Junge weiß nicht, dass seine Eltern Zauberer waren und er als einziger einen Angriff des seither verschollenenen Lord Voldemoort überlebte. Doch dann erhält Harry eine Einladung zur Zauberschule Hogwarts, wo er ausgebildet werden soll. Fortan steht sein Leben Kopf.Wer den Film bisher gesehen hat (z.B. Kinokollegen), war begeistert.

Harry Potter und die Kammer des Schreckens

Der Spielfilm basiert auf dem zweiten Roman der Bestseller-Serie "Harry Potter" von J.K. Rowling und ist die Fortsetzung zum "Harry Potter und der Stein der Weisen". In "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" sehen sich der Zauberlehrling Harry Potter (Daniel Radcliffe) und seine Freunde Ron Weasley (Rupert Grint) und Hermione Granger (Emma Watson) während ihres zweiten Schuljahrs an der Hogwarts-Schule für Zauberei und Hexerei neuen Herausforderungen gegenüber: Die Schule wird von einer dunklen Macht terrorisiert, und sie wollen herausfinden, wer oder was dahinter steckt.
Der Schauspieler, Autor und Regisseur Kenneth Branagh wird einen egozentrischen Neuankömmling an der Hogwarts-Schule für Zauberei und Hexerei spielen: Gilderoy Lockhart, Professor für Verteidigung gegen die dunklen Künste. Jason Isaacs wurde für die Rolle des Bösewichts Lucius Malfoy ausgesucht.
Zu den weiteren Neubesetzungen gehören Miriam Margolyes, die die "Kräuterhexe" Professor Sprout spielen wird, und Mark Williams, der die Rolle von Rons Vater, Mr. Weasley, übernimmt.
Info: http://harrypotter.warnerbros.de
Trailer: Harry Potter und die Kammer des Schreckens

     

 

Hasenjagd

D 1994, Regie Andreas Gruber. Winter 1944/45. Etwa 150 von 500 sowjetischen Offizieren gelingt die Flucht aus dem KZ Mauthausen in die umliegenden Wälder. Die Bevölkerung wird aufgerufen, bei der Jagd nach ihnen mitzuhelfen. Nur zwei finden bei einer Familie Unterschlupf.

Heaven

BRD 2001. Regie. Tom Tykwer. 95 min, ab 12 J. nach einem Drehbuch von Kieslowski wird sehr poetisch und bildgewal-tig von der unmöglichen Liebe zwischen der Englischlehrerin Philippa (Cate Blanchett) und dem schüchternen Polizisten Filippo erzählt. Sie hat als Terroristin vier unschuldige Menschen in die Luft gejagt. Er verliebt sich während des Verhörs in sie. Wie immer geht es bei Kie-slowskis Themen um Schuld, Erlösung und Kraft der Liebe. Zusammen fahren Filippo und Philippa nach Montepulciano in der Toskana, lassen sich die Köpfe scheren und werden zu Rache-und Schutzengel bis zum wunderbar offenen Ende.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heimliche Spiele - Les choses secretes

Fr 2002, 115 min., OmU; Erotische Fabel um Sex und Macht. Bester französ. Film 2002 nach den Cahiers du cinema. Regie: Jean-Claude Brisseau. Sandrine arbeitet in einer Bar. Sie ist fasziniert davon, wie schamlos die Stripperin Nathalie ihre Sexualität öffentlich auslebt. Die beiden Mädchen freunden sich an und Sandrine begreift, dass ihr Körper eine machtvolle Waffe sein kann. Die beiden Freundinnen beschliessen, ihre Erotik bewusst und skrupellos einzusetzen, um eine rasante Karriere zu machen. Sie nehmen eine Stelle in einem großem Bankaus an und machen mit vorgetäuschten Orgasmen und intertessanten Sex-Spielen eine rasante Karriere. Erst als Christophe, der Sohn des Direktors und zukünftiger Chef, ihnen entgegentritt, wird ihr Spiel gefährlich; denn es kommt Liebe mit hinein und auf der Gegenseite die gleiche Skrupellosigkeit.

Was sich wie eine häufig gesehene Geschichte liest, wird zu einem in hohem Maße erotischen Werk, ohne vulgär zu werden. (Nach Cahiers du Cinema und dem Kinomacher).

 

Heirate mich

Irgendwo in Havanna, nahe dem "Platz der Revolution" findet in einer Silvesternacht die Verlobung zwischen der Kubanerin Gladis und dem Deutschen Erik statt. Beide haben sich in einer feuchtschwülen Sommernacht in der kubanischen Provinz kennengelernt ­ 8 Busstunden von Havanna und 10 Flugstunden von Deutschland entfernt. Unter reger Anteilnahme der Familie empfängt Gladis den wortreichen Liebesbeweis von Erik und erklärt ihr Einvernehmen, mit ihrem siebenjährigen Sohn Omarito dem verlockenden Angebot eines neuen Lebens in Deutschland zu folgen.

Gladis hat mit ihren siebenundzwanzig Jahren schon so fast alles mit Männern erlebt, was sich zwischen leidenschaftlicher Hingabe und abgrundtiefer Verzweiflung bewegt. Jedenfalls handelt sie seit geraumer Zeit nach dem Grundsatz: "wenn die Männer anfangen, dich schlecht zu behandeln, dann schmeiß sie einfach raus". Mit dieser selbstbewußten Einstellung wurde es für die einheimischen Verehrer immer schwerer, einen Fuß in ihre Tür zu bekommen. Und eigentlich war Gladis mit ihrem Frauen-Power-Image nicht unzufrieden - bis zu jenem Tag, als sie diesen Deutschen in der Diskothek in Camagüey traf. Wie es in ihrem Herzen zu jenem Zeitpunkt wirklich aussah, welche inneren und äußeren Beweggründe sie trieben, alles auf eine Karte zu setzen, um mit einem Ausländer fortzugehen, das versucht der Film in den darauffolgenden zwei Jahren zu erkunden.

Doch zunächst gilt es für Gladis, solche Ereignisse wie Heirat und Visagenehmigungen unter einen Hut zu bekommen. Und vor allen Dingen muß sie sich an den Gedanken gewöhnen, ihr vertrautes, hundertmal verfluchtes und doch irgendwie geliebtes Kuba wirklich zu verlassen, damit der Traum von der Reise in das Land, in dem Milch und Honig fließen würden, Realität werden kann. Mit diesem Gefühl, aber auch mit Optimismus und Abenteuerlust brechen Gladis und ihr Sohn Omarito aus dem kubanischen Sommer ins herbstlich verregnete Hamburg auf. Dort treffen sie auf einen von Sehnsucht zerfressenen, zu Tränen gerührten Erik, der mit einem bunt ausgestatteten Empfangskomitee auf dem Hamburger Flughafen ungeduldig seine neue Familie endlich in den Arm schließen will.

Die ersten Wochen vergehen mit Elternbesuchen, Pflaumenkuchenessen, Einschulungen und Amtsgängen, in denen Gladis und ihr kleiner Omarito sich durchaus nicht als unerfahren erweisen. Für Gladis ist eine Sache klar, sie wird ihre in Kuba hart erkämpfte Selbständigkeit auch in diesem fremden Land nicht ohne Widerstand aufgeben. Und so kämpft sie mit den ersten deutschen Worten genauso hart wie gegen Eriks überschäumende Liebe. Mehr und mehr zerreibt sich die anfängliche Euphorie am täglichen Aufeinanderprallen der Mentalitäten und Verständigungsschwierigkeiten. Wider Erwarten machen sich Probleme im Viertel bemerkbar. Und als Gladis dann eines Tages auch noch von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt wird, ist die Beziehung zu Erik und ihr weiterer Verbleib in Deutschland zum ersten Mal ernsthaft in Frage gestellt.

Einzig der kleine Omarito scheint Herr der Lage zu sein. Er saugt alles begierig in sich auf und ist ein stiller, aber scharfer Beobachter seiner Umwelt. Das erste Weihnachtsfest der neuen Familie soll dann wieder etwas Ruhe in das aufgewühlte Meer der Emotionen bringen. Doch die Nerven liegen blank auf beiden Seiten. Die Lunte des Streits wird erneut entfacht.

Das Erstaunliche ist, daß sich Erik und Gladis trotz aller Schwierigkeiten irgendwie immer wieder zusammenraufen können. Sie beschließen in den Winterferien dem Frühling entgegen zu fliege und besuchen eine langjährige Freundin von Gladis auf Sizilien. Luisa, eine Vollblutkubanerin, nimmt sich die angeschlagene Gladis zur Brust und gibt ihr wertvolle Hinweise für das weitere Vorgehen mit Ehemann, Kind und Europa. Luisa muß es wissen, denn sie hält es in Italien schon seit sechs Jahren aus und hat alle Höhen und Tiefen mit ihren Erfolgsrezepten umschifft. Doch auch im ersten gemeinsamen Urlaub der jungen Familie überschlagen sich irgendwann die Ereignisse. Und schließlich geschieht etwas, was dem Leben von Gladis, Erik und auch Omarito eine neue Richtung geben wird. An dieser Stelle entläßt der Film seine Hauptdarsteller.

Es gibt kein Resümee, keine allwissende Erkenntnis, keine Sieger und Verlierer. Wir sind mit den Dreien ein Stück Lebensweg gegangen, an dessen Biegungen wir viel Schmerz, Enttäuschung und Melancholie fanden, aber auch Hoffnung, Glück und eine neue Selbständigkeit. Wir waren ein Teil von Annäherung und Entfernung, Verständnis und Unverständnis, von Haß und Leidenschaft und oft auch Mitwisser und Auslöser.

Inspiration und Musik von den ORISHAS. 

Heimweg

Der Anlass, der Luo Yusheng (Sun Honglei Luo) nach vielen Jahren der Abwesenheit in sein Heimatdorf zurückführt, ist kein erfreulicher: sein Vater ist vor ein paar Tagen in einen schweren Schneesturm geraten und später an seinen Erfrierungen im Krankenhaus gestorben. Jetzt soll er mit Luo’s Hilfe nach traditionellem Brauch zu Fuß vom Krankenhaus ins Dorf zu Grabe getragen werden. Neben der Organisation des Traueraktes, bleibt Luo Yusheng genug Zeit, noch einmal auf die romantische Liebesgeschichte seiner Eltern zurückzublicken.

Nach "Keiner weniger" ist "Heimweg" der zweite Film des chinesischen Regisseurs Zhang Yimou, der in diesem Jahr in Deutschland in die Kinos kommt. Wieder spielt die Handlung in einem kleinen Dorf, dessen Mittelpunkt eine Schule bildet. Dieses Mal dreht sich die Geschichte jedoch nicht um das marode chinesische Bildungssystem, sondern vielmehr um die unerschütterliche und gleichzeitig schwierige Liebe zwischen einem gebildeten Lehrer aus der Stadt und einem einfachen Landmädchen. Unterlegt mit malerischen Landschaftsaufnahmen und einem romantisch asiatischen Sound, der entfernt an Celine Dions "My Heart Will Go On" erinnert, knüpft Zhang Yimou damit nahtlos an frühere Meisterwerke wie "Das rote Kornfeld" oder "Judou" an. Ergreifend, farbenprächtig, brillant

Der Herr der Ringe - Die Gefährten

USA 2001. Regie: Peter Jackson. Sechs Jahre investierte er in die Adaptation der Mutter aller Fantasy-Stoffe. Die Mühe hat sich ausgezahlt. Das aufwändigste Filmprojekt aller Zeiten, in das New Line 300 Mio. Dollar anlegte, um die parallele Verfilmung aller drei Bände von J.R.R. Tolkiens Klassiker zu garantieren, entfaltet bereits im ersten Teil eine epische Wucht, die sich in unvergesslichen Bildern, packenden Szenen und großer Emotionalität entlädt. Obwohl streng genommen nur Exposition für die dramatischen Ereignisse in „Die zwei Türme" und „Die Rückkehr des Königs" steht „Die Gefährten" allemal auf eigenen Beinen. Die Geschichte des Hobbit Frodo, der in Mittelerde aufbricht, um den einen Ring der Macht im Reich des bösen Herrschers Sauron zu zerstören, ist ein visionärer Instant Classic, der Staunen und Wundern und Mitfiebern lässt, wie es großes Kino seit „Titanic" nicht mehr zugelassen hat.
Wer seinen Film mit der größten Schlacht der Filmgeschichte beginnen lässt, der verfügt entweder über ungeheure Chuzpe oder er weiß, dass selbst ein solches Spektakel gerade einmal ein bescheidener Auftakt füralles Folgende ist. Bei Peter Jackson trifft beides zu. In dem knapp zehn-minütigen Prolog berichtet er, wie der eine Ring der Macht von den Schlacht-feldern Mordors in das idyllische Auenland geraten konnte, wo die Hobbits ihr harmonisches Dasein fristen. Mehr ist nicht nötig, um das Publikum zu fesseln.
Jackson verlegt sich anders wie bei „Harry Potter ..." nicht auf sklavisches Nachstellen einer Erfolgsvorlage. Sein Film ist eine Interpretation, die sich Freiheiten nimmt, aber immer der Essenz des Stoffes gerecht wird. Kongenialer lässt sich der in den 50-er Jahren erstmals veröffentlichte und in den 60-er Jahren zum Kultroman der Gegenkultur avancierte Klassiker wohl nicht verfilmen. Schließlich handelt er um nicht mehr oder weniger als um Macht, Neid, Verrat, Freundschaft, Verantwortung, Liebe, Tod und immer wieder Versuchung, verkörpert von dem einen Ring. Freigegeben ab 12 Jahre, aber nicht für die zartbesaiteten dieses Alters.

 

 

Herr der Ringe - Die zwei Türme

Das lange Warten hat ein Ende: Teil 2 der größten Filmtrilogie aller Zeiten! Die Gefährten machen sich auf getrennten Wegen nach Mordor, um den Einen Ring zu vernichten. Frodo und Sam befinden sich verfolgt von Gollum auf dem gefahrvollen Weg nach Mordor. Merry und Pippin entkommen den Fängen des Orks und begegnen den wunderlichen Ents, die sie bis zu Sarumans Turm Orthanc begleiten, den sie mitsamt dessen unterirdischer Schmiede zerstören. Aragon, Legolas und Gimli treffen am Rande des Fangorn-Waldes wieder auf Gandalf. PETER JACKSON schuf mit ELIJAH WOOD, IAN McKELLEN, SEAN ASTIN, CATE BLANCHETT u.v.a. eine atemberaubend-spannende und faszinierende Fortsetzung.

Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs

Regie: Peter Jackson - Darsteller: Elijah Wood, Ian McKellen, Liv Tyler, Cate Blanchett, Ian Holm, Christopher Lee, John Rhys-Davies, Billy Boyd, Orlando Bloom, Sean Bean, - 2001/02/03; 180/180/210 Minuten. In einer Schlacht vor 3000 Jahren wurde dem bösen Sauron der Ringfinger abgeschlagen. Nun ist sein Geist wieder erwacht und sucht nach dem magischen Ring, der seinem Träger absolute Macht verleiht, um damit die Herrschaft über ganz Mittelerde anzutreten. Der schüchterne, rechtschaffene junge Hobbit Frodo Beutlin, in dessen Besitz sich der Ring befindet, bricht auf, um ihn zu zerstören und die Gefahr abzuwenden ...

Mit einem detailreichen Nachbau von Tolkiens Märchenwelt, aufwändigen technischen Effekten, einer ausgezeichneten Kameraführung und gut ausgewählten Schauspielern gelang Peter Jackson eine opulente, mitreißende Inszenierung des dreibändigen Fantasy-Romans "Der Herr der Ringe".

Im dritten Teil gibt es die letzte und entscheidende Konfrontation zwischen den Kräften des Guten und des Bösen, um die Zukunft der Mittelerde zu kontrollieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herr Lehmann

D 2003, 105 min, Regie: Leander Haußmann; Wir schreiben das Jahr 1989: Berlin Kreuzberg SO 36 ist ein kleiner Kosmos in einer riesigen Galaxie, schon das angrenzende Kreuzberg 61 ist befremdendes Ausland, Charlottenburg ein anderer Kontinent und die DDR ein fremder Planet.

Kreuzberg SO36* ist der Kiez, in dem Herr Lehmann zu Hause ist. Er ist der Guru einer beschaulichen, übersichtlichen Welt voller Philosophen, Künstler, Biertrinker, Kokser, Heteros, Schwuler und anderer Lebenskünstler, die inmitten einer feindlich gesinnten Welt ihre Enklave und das Recht auf Stillstand gegen jede Form von Veränderung verteidigen.

Herr Lehmann heißt eigentlich Frank, aber da er schon bald dreißig wird, nennen ihn alle nur noch "Herr Lehmann".

Doch unaufhaltsam schleichen sich Störungen in die lieb gewordenen Gewohnheiten seines Lebens. Ein aufdringlicher Hund, der Besuch seiner Eltern die schöne Köchin Katrin, sein bester Freund Karl und ein bis dato unbekannter Kristallweizen-Trinker werden in kurzer Zeit für mehr als nur Unruhe sorgen.

Während sich im Ostteil der Stadt und in der ganzen DDR große Umbrüche ankündigen, hat Herr Lehmann alle Hände voll zu tun, die an ihn herangetragenen Herausforderungen zu bewältigen.

* Kreuzberg SO36: bis zur Einführung der neuen Postleitzahlen wurden die einzelnen Bezirke Westberlins in Postzustellbezirke unterteilt. In Kreuzber gab es Kreuzberg 61 (vorderes Kreuzberg) und eben SO36, das Gebiet, das dahinter, nah an der Mauer, lag. 

Hierankl

Was ist Hierankl?

Für Lene ein einsames Gehöft am Rande der Alpen, in dem ihre Familie wohnt, die sie zuletzt vor fünf Jahren gesehen hat. Jetzt geht sie zurück und entdeckt mit dem Geheimnis von Hierankl auch das Geheimnis ihres Lebens.

Auf einem Bahnsteig in München steht Lene (Johanna Wokalek). Sie muss sich entscheiden: zurück nach Berlin, wo sie lebt, oder in Richtung Süden. Dort, am Rande der Alpen, wohnt Lenes Familie auf dem einsamen Gehöft Hierankl. Seit Jahren hat Lene ihre Familie nicht mehr gesehen. Mit siebzehn ist sie nach einem Zerwürfnis mit ihrer Mutter Rosemarie (Barbara Sukowa) nach Berlin abgehauen. Jetzt endlich fühlt sie sich stark genug, nach Hierankl zurückzukehren und Rosemarie wieder zu begegnen. Der sechzigste Geburtstag Ihres Vaters Lukas (Josef Bierbichler) ist ein willkommener Anlass, und, Lene wird Paul (Frank Giering), ihren Bruder wieder sehen. Sie nimmt den Zug nach Süden. Am gleichen Tag trifft überraschend ein weiterer Gast in Hierankl ein. Goetz Hildebrand (Peter Simonischek), ein gemeinsamer Freund der Eltern aus Studienzeiten. Er taucht nach dreißig Jahren zum ersten Mal wieder auf. Goetz kennt Hierankl noch so, wie Lene es in Erinnerung hat, und er weiß auch, wie es hier vor ihrer Zeit war, als er noch ein dramatisches Liebesverhältnis mit Rosemarie hatte. Lene hegt sofort tiefe Gefühle für den undurchschaubaren, gut aussehenden Fremden und stürzt sich in eine amour fou, die jedoch eine ungeahnte Kettenreaktion in Gang setzt.....

Dem Himmel so fern

Eine US-Kleinstadt im Jahr 1957. Die Whitakers sind eine Bilderbuchfamilie: Vater Frank (Dennis Quaid) ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, Mutter Cathy (Julianne Moore) hütet die zwei adretten Kinder und das repräsentative Heim. In der hübschen Fassade zeigen sich erste Risse, als Frank nach Jahren der Selbstverleugnung seine homosexuellen Neigungen nicht mehr unterdrücken kann. Ganz die verständnisvolle Gattin verzeiht Cathy ihrem Mann und überredet ihn zu einer Therapie, um seine "Krankheit" zu heilen. In dieser schweren Zeit kann sich Cathy nur dem schwarzen Gärtner Raymond (Dennis Haysbert) anvertrauen. Als ihre Freundschaft publik wird, sehen sich beide unvermittelt dem blanken Hass ihrer Umgebung ausgesetzt...

Es fällt leicht, sich bei "Far from Heaven" (so der Originaltitel) in Superlativen zu ergehen, die doch nur in einem Fazit münden: Dieser Film ist ein Meisterwerk - Punkt. Die Begründung hierfür in Worte zu fassen, ist schon schwieriger. Denn Autor und Regisseur Todd Haynes ("Safe", "Velvet Goldmine") inszeniert gleichzeitig derart aufwändig und beiläufig, dass manch ein Zuschauer erst beim Abspann merken mag, welch großartiges Kino er gerade erleben durfte. Mit unglaublicher Liebe zum Detail und vollem Griff in die Technicolor-Kiste erweckt Haynes die biedere US-Mittelklasse der 50er Jahre zum Leben, ohne dabei ins Satirische oder Künstliche abzudriften, wie dies zuvor "The Truman Show" oder "8 Frauen" getan haben. Ohne Dramatik oder moralischen Zeigefinger wird eine aufrichtige Geschichte über Sehnsüchte und gesellschaftliche Diskriminierungen erzählt, die sich so auch in der heutigen Zeit abspielen könnte. Und das ist vielleicht das Erschreckendste. Um die Schwärmerei in Grenzen zu halten, sei bloß noch Julianne Moore erwähnt, deren schauspielerische Kunstfertigkeit kaum noch in Worte zu fassen ist. Da hilft nur, es mit eigenen Augen gesehen zu haben!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HipHop - A tale from the hood

D 2003, 99 min, Erkundung einer Parallelwelt zur modernen Gesellschaft. Zwei Underground-Rapper, I.G.Off und Hazadus, in kleinen Tonstudios, in Harlem, und anderswo. Rumpf feiert nicht den Gangsta Mythos, aber er demontiert es auch nicht. Normalität heisst das Schlagwort. Am Ende bleibt den jungen Leuten nicht viel außer ihrer Begeisterung für die Musik.

Hirtenreise ins dritte Jahrtausend

Schweiz 2002, Regie: Erich Langjahr, 125 min., Nach Sennen-Ballade und Bauernkrieg ist »Hirtenreise ins dritte Jahrtausend« der dritte Film einer Trilogie, in der ich mich mit den elementaren Fragen des Menschen und seiner Existenz auseinandersetze. Im Zentrum stehen die Fragen nach Identität, Überleben und Zukunft.

Eine der ältesten Kulturformen menschlicher Existenz ist das Hirtentum. In seinem Wesen beinhaltet es bis heute nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern verkörpert eine eigene Lebenshaltung und Weltanschauung. Ich wollte das Hirtenleben von heute, am Übergang ins dritte Jahrtausend, kennen lernen. In einer Zeit des Umbruchs und des Wertewandels zwischen Tradition und Zukunft ist der Film auch Ausdruck meiner eigenen Zerrissenheit.
Ich erzähle eine moderne Hirtengeschichte, ausgehend von der Transhumanz, der Weidewirtschaft zwischen den Jahreszeiten und dem damit verbundenen Überbringen der Herden von der Winterweide auf die Sommerweide und umgekehrt.
Die Hirten im Film nehmen ein Leben mit viel Entbehrung auf sich und stellen sich einer Herausforderung, die öfters auch die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht. Sie kommen nicht aus der Tradition des Bäuerlichen, sondern haben diese Lebensform selber gewählt, im Bedürfnis nach der Freiheit, selber etwas Sinnvolles zu tun. (Erich Langjahr) 

Historias minimas
Argentinien 2002, Regie: Carlos Sorin, Tausende Kilometer südlich von Buenos Aires reisen 3 Menschen auf den staubigen Straßen Süd-Patagoniens. Jeder ist für sich alleine unterwegs, keiner weiß vom anderen. Im Lauf ihrer Reise aber kreuzen sich ihre Wege.

Und auch die Geschichten überschneiden sich: die von Don Carlos, dem alten Mann, der seinen Hund sucht, von Roberto, dem Handlungsreisenden mit dem ultimativen Plan, das Herz einer Frau mit Hilfe einer Torte zu gewinnen und von Maria, die schon gewonnen hat und zwar einen Multiprozessor, von dem sie zwar nicht genau weiß, was das sein soll, aber die sich dennoch aufgeregt auf die Reise in die glitzernde Welt der TV-Gameshows macht. 

Der Film von Carlos Sorin ist durchzogen von menschlicher Wärme und einem wunderbaren Humor - eine Kombination, die bewirkt, dass man als Zuschauer glücklich lächelnd das Kino verlässt.

Hinter der Sonne

Bras. 2001, 110 min. Regie: Walter Salles. In einem Dorf im wüstenartigen Hinterland von Brasilien leben zwei Generationen seit Jahrzehnten in Blutfehde. Der 20-jährige Tonho erhält von seinem Vater die Anweisung, den Tod seines älteren Bruders zu rächen. Tonho weiß, dass s er aber dadurch nächstes Todesopfer wird. Sein Gewissenskonflikt bildet den Hintergrund dieser Geschichte voll epischer Kraft

Honey

 USA 2003, 97 min, Regie: Bille Woodruffe. Sie hat den Rhythmus im Blut: Als die junge Hip-Hop-Tänzerin und Choreographin Honey Daniels (Jessica Alba) über Nacht für Hip-Hop-Clips der Musikkanäle entdeckt wird, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch schnell wird sie mit der kalten Realität konfrontiert, die sich hinter der glamourösen Scheinwelt des Showbusiness verbirgt. Aber als Kind der Straße gibt sie nicht auf, sondern setzt alles an die Verwirklichung ihres größten Traumes: Einer Hip-Hop-Tanzschule für Kids...

The hours

USA 2002, Regie: Stephen Daldry, mit Meryl Streep, Nicole Kidman, Juliane Moore;114 min In Richmond, einem ruhigen Vorort von London, brütet die Schriftstellerin Virginia Woolf (Nicole Kidman) im Jahre 1923 gerade über den Anfang ihres Romans "Mrs. Dalloway". In ihren Gedanken verschmilzt sie immer mehr mit ihrer Protagonistin, die sich wie in einem inneren Gefängnis fühlt. Auch Laura Brown (Julianne Moore) verbindet eine emotionale Nähe zu "Mrs. Dalloway", als sie 1952 die Lektüre in die Hand nimmt. Nach außen führt sie ein idyllisches Familienleben, doch innerlich wird sie von einem manischen Freiheitsdrang getrieben. Für den weiteren Verlauf ihres Daseins gibt es nur zwei Alternativen - Leben oder Sterben. Den Tod vor Augen hat ebenso der AIDS-kranke Dichter Richard (Ed Harris). Ihm zu Ehren steckt seine Freundin Clarissa Vaughan (Meryl Streep) mitten in der Vorbereitung einer großen Party. Viel ist nicht mehr geblieben von dem Mann, den sie einst liebte und der sie zärtlich "Mrs. Dalloway" nennt... 

Drei Frauen, drei unterschiedliche Generationen, drei Geschichten. Inspiriert durch Virginia Woolfs Bestseller "Mrs. Dalloway" schuf US-Schriftsteller Michael Cunningham seinen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Bestseller "The Hours". Geschickt reflektiert er darin voneinander größtenteils unabhängige Interpretationsmöglichkeiten des Werkes. Er portraitiert den Tagesablauf dreier Frauen, die wie dereinst "Mrs. Dalloway" in Partyvorbereitungen stecken und darüber in eine Sinn- und Identitätskrise rutschen. Das Leben, die Liebe und Selbstmord bilden dabei die zentralen Angelpunkte. Regisseur Stephen Daldry, der zuletzt mit "Billy Elliot" für Furore sorgte, schafft es, die drei Geschichten brillant miteinander zu verknüpfen. Die Übergänge und Sprünge der einzelnen Handlungsstränge sind teils drastisch, aber immer passend und plausibel. Durchgehend beeindruckend ist die schauspielerische Leistung der drei Hauptdarstellerinnen, wobei Nicole Kidmans Leistung eindeutig hervorsticht. Ungeschminkt und mit klumpiger Nasenprothese, nimmt sie ihre eigene Person vollkommen zurück und verkörpert mit brillanter Tiefe die psychische wie physische Labilität der Virginia Woolf. "The Hours" ist ein großartiger Film, solange man sich auf dessen melancholische und depressive Grundstruktur einlassen kann. Wer zudem mit dem Roman "Mrs. Dalloway" vertraut ist, wird in vielen Details und dargestellten Personen intelligente Parallelen zur Vorlage feststellen können.

Hundstage

Österreich 2001. Regie: Ulrich Seidl, 121 min. Der Regisseur hat sich einen Namen als Chronist des Abseitigen und Skurrilen im Alltäglichen gemacht. Sein provozierendes Spielfilmdebut erhielt auf dem Filmfestival von Venedig den Großen Preis der Jury. In den heißesten Wochen des Jahres, den sogenannten Hundstagen, lässt die stehende Hitze in einer Siedlung südlich von Wien die Aggressionen steigen. Hier berühren und überschneiden sich sechs Geschichten, die von Sex und Gewalt, Einsamkeit und Sehnsucht, Frustration und Verletzlichkeit handeln. Im Mittelpunkt stehen eine anscheinend verrückte Anhalterin, ein hartnäckiger Vertreter für Alarmanlagen, eine schöne Blondine mit Macho-Freund, ein schweigendes, geschiedenes Ehepaar, ein Rentner mit Kontroll-Tick und eine sexhungrige ältere Lehrerin mit betrunkenem Liebhaber. Ab 18 Jahre