UNSER FILMARCHIV G

The Gangs of New York


 USA 2002;Regie: Martin Scorsese;FSK: Unbekannt;Darsteller: Daniel Day-Lewis, Cameron Diaz, Leonardo DiCaprio;Genre: Drama

New York um 1861. Während in den USA zwischen Nord- und Südstaaten der Bürgerkrieg ausgebrochen ist, toben in der noch jungen Stadt blutige Straßenkämpfe. Die Vorherrschaft in Lower Manhattan hat sich der kaltblütige Schlachter William Cutting (Daniel Day-Lewis) erobert, als er vor 16 Jahren den irischen Priester Vallon (Liam Neeson) erstach. Jetzt ist dessen Sohn Amsterdam Vallon (Leonardo DiCaprio) unerkannt nach New York zurückgekehrt, um sich an dem Mörder seines Vaters zu rächen. Er schleicht sich in Cuttings Gang ein und beginnt seinen Plan zu realisieren. Dabei kommen ihm das korrupte Stadtumfeld, sowie die bildhübsche Meisterdiebin Jenny Everdeane (Cameron Diaz) immer wieder in die Quere... 

Gattaca

USA 1997. Regie Andrew Nichol, mit Ethan Hawke und Uma Thurman. Nachdenklicher Science-Fiction-Film klassischer pessimistischer Prägung. Nur wer über eine perfekte DNS-Struktur verfügt, hat in der nahen Zukunft eine Chance auf gesellschaftliche Anerkennung. Um Astronaut zu werden, übernimmt Vincent die Identität des verkrüppelten Olympioniken Jerome. Als aber ein Mord geschieht, wird er zum Hauptverdächtigen. Raffinierter Thriller mit überwältigenden Bildern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegen die Wand

Drama, D 2003; B & R: Fatih Akin; Sibel Kekilli, Birol Ünel

Um der traditionellen Strenge ihrer Familie zu entfliehen, überredet die zwanzigjährige Sibel (Sibel Kekilli) den desillusionierten Alkoholiker Cahit (Birol Ünel) zur Scheinehe ohne gegenseitige Verpflichtungen. Doch Cahit verliebt sich in sie. Als auch Sibel ihre Liebe zu ihm entdeckt, ist es zu spät: Cahit hat einen ihrer Liebhaber im Eifersuchtswahn erschlagen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis findet Cahit Sibel in Istanbul und hofft noch immer auf eine gemeinsame Zukunft.

Cahits (Birol Ünel) Leben ist mit 40 Jahren komplett aus den Fugen geraten. Er trinkt, er kokst, seine winzige Wohnung sieht aus wie ein Saustall, er wird leicht aggressiv und hat eigentlich nur Ärger. Er will seinem Leben ein Ende setzen, doch der Crash mit dem Auto führt nur direkt ins Krankenhaus und die Psychiatrie.

Dort lernt er die hübsche 20jährige Türkin in zweiter Generation Sibel (Sibel Kekilli) kennen. Auch sie ist verzweifelt, weil ihr restriktives traditionelles Elternhaus ihr kein freies Leben ermöglicht. Für sie ist eine Scheinheirat ohne Verpflichtungen und ohne Sex der einzige Weg aus ihrer Situation.

Sie überredet den zunächst unwilligen Cahit zur Eheschließung und zieht nur kurze Zeit später bei ihm ein. - Natürlich nicht, um ein langweiliges Eheleben zu führen, sondern um nachts durch die Clubs zu ziehen und wilden hemmungslosen Sex mit allem zu haben, was spannend erscheint.

Doch dann passiert, was eigentlich nicht geplant war: Cahit freundet sich langsam mit der lebenshungrigen Frau an, entwickelt sogar zärtliche Gefühle. Mit ihren zahlreichen Liebhabern hat er zunehmend ein Problem, und er beginnt wieder außer Kontrolle zu geraten.

Eines Abends dreht er nach einer Provokation wieder einmal durch und erschlägt in einem Eifersuchtsanfall einen von Sibels Liebhabern...

Überzeugend aber auch Sibel Kekilli, die zum ersten Mal in einer Mainstream-Produktion zu sehen ist. Bis zu diesem Montag galt sie auch noch offiziell als Newcomerin, der Erfolg durch den Goldenen Bären bei der Berlinale ließ es aber nicht mehr verhindern, dass die sechs Pornofilme der Berliner Magma-Filme mit ihrer Mitwirkung öffentlich wurden. - Dem Film wird dies sicher nutzen, ihrer weiteren Karriere vielleicht nicht.

Faszinierend ist der Umgang von Akin mit den eigenen Traditionen. Er zeigt die Widersprüchlichkeit und Vielfältigkeit im Leben der nachgeborenen Türken auf, die vielleicht noch nicht einmal mehr richtig Türkisch können, trotzdem aber an vielen Regeln nicht vorbei kommen. Die eigentliche kulturelle Tradition wird dabei ironisch gebrochen, zum Beispiel wenn ein Roma-Orchester ein türkisches Liebeslied singt oder fast Cognac-Pralinen an das türkische Familienoberhaupt verschenkt werden.

Dass dieser sensible und kraftvolle Film sich zum Schluss auch das simple Happy End verkneift, versteht sich natürlich von selbst.

Das Geheimnis
Frankr 2001, Regie und Buch: Virginie Wagon, 107 m. Subtil inszenierte menage a trois um eine Mittdreißigerin, die ihr geordnetes Leben für eine Affäre aufs Spiel setzt. Die 35-jährige Marie ist 12 Jahre verheiratet, liebt ihren Mann und den 2-jährigen Sohn. Als die Vertreterin für Nachschlagewerke eines Tages dem Afro-Amerikaner Bill ein Buch aufschwätzt, verliebt sie sich in ihn und beginnt eine leidenschaftliche Affäre. Immer tiefer verstrickt sie sich in ein Netz sexueller Obsessionen, trägt knallrote dessous statt Schiesser-Weiß, vernachlässigt ihren Beruf und versucht möglichst viel Zeit mit dem einstigen Tänzer zu verbringen. Irgendwann sind die schönen Stunden kein Geheimnis mehr. Als sie vor den Augen des Gatten in des Geliebten Haus verschwindet, führt dieser Affront zu schmerzhaften Konsequenzen.

 

Die geheimnisvolle Minusch

Der junge Journalist Tibbe (Theo Maasen) schreibt mit mäßigem Erfolg für ein holländisches Lokalblatt. Als sein Chef ihn wegen seiner langweiligen Artikel rausschmeißen will, bekommt Tibbe bei seinem Job plötzlich ebenso unerwartete wie ungewöhnliche Unterstützung. Das Mädchen Minusch (Carice van Houten), das behauptet in Wirklichkeit eine Katze zu sein, will dem erfolglosen Schreiberling mit Hilfe ihrer Katzenfreunde die spannendsten Neuigkeiten der Stadt liefern. Dank Minuschs Hilfe wird Tibbe zum gefeierten Starjournalisten. Als die Katzen jedoch eines Tages die Untaten des mächtigen Industriellen Ellemeet (Pierre Bokma) aufdecken will, muss der schüchterne Tibbe über seinen Schatten springen. Minusch fordert ihn auf, die ganze Wahrheit über die korrupten Geschäfte des Unternehmers an die Öffentlichkeit zu bringen... 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Geistervilla

USA 2003 - Originaltitel: The Haunted Mansion - Regie: Rob Minkoff - Darsteller: Eddie Murphy, Terence Stamp, Nathaniel Parker, Marsha Thomason, Jennifer Tilly, Wallace Shawn, Dina Waters, Marc John Jefferies, Aree Davix, Jim Doughan, Rachel Harris - Start: 22.1.2004

Beschreibung
Jetzt schlägt’s 13! Als der Immobilienmakler Jim Evers mit seiner Familie in einem unheimlichen alten Haus landet, macht er widerwillig Bekanntschaft mit einigen unwillkommenen Mitbewohnern, von denen nicht alle mehr am Leben sind.
Mit Hilfe der Wahrsagerin Madame Leota und drei verrückten Geistern stellen sich Jim, seine Frau und ihre Kids der Aufgabe, doppelten Böden, finsteren Geheimgängen, verzauberten Räumen und lebendigen Gemälden zu trotzen. Denn nur so lässt sich ein jahrhundertealter Fluch brechen, bevor die alte Wanduhr endgültig 13 schlägt.

Eddie Murphy, 999 Geister und sensationelle Spezialeffekte von Oscar-Gewinner Rick Baker sind die Hauptattraktionen in dieser atemberaubenden Gespenster-Abenteuerkomödie, in der das Unmögliche Alltag ist. Das Family-Entertainment-Erlebnis der Saison!

Germanikus
D 2003, Regie: Hanns Christian Müller, 90 min, mit Gerhard Polt, Gisela Schneeberger; Germanien 9 n. Chr. Der arbeitsscheue, bequeme Sumpf-Bavare Germanikus wird von Sklavenhändlern nach Rom verschleppt und schnurstracks an die neureiche Römerin Tusnelda verscherbelt. Zwar gelingt ihm die Flucht, aber nur um als Vorkoster am Kaiserhof in der nächsten Misere zu landen.

Als der Imperator stirbt wird er als Kaisermörder verhaftet und soll in der Arena den Tigern zum Fraß vorgeworfen werden. Mit Hilfe der schwarzen Sklavin Saba schafft er es, den tödlichen Kampf zu gewinnen und wird dafür - gegen seinen Willen - zum neuen Kaiser des Römischen Reiches ausgerufen.

Seine pragmatischen Ideen als Staatsmann erklären uns, warum das Römische Reich so abrupt endete. An der Seite der zur Kaiserin erhobenen Saba kehrt er in sein Heimatdorf Sumpfing zurück, wo er sich jetzt ganz neue Perspektiven verspricht ... 

Die Geschichte vom weinenden Kamel
Dokumentation; D 2000; Regie: LUIGI FALORNI; ohne Altersbeschränkung; 90 Min.Im weiten Süden der Mongolei, in der unwirklichen Landschaft der Wüste Gobi, kommt ein kleines, weißes Kamel zur Welt. Die Mutter, geschwächt und verstört von der schmerzhaften Geburt, verstößt ihr Junges. Ohne die nahrhafte Muttermilch scheint das Kalb, das sich seiner Mutter immer wieder verzweifelt nähert, dem Tod geweiht.

In ihrer Not erinnern sich die Hirtennomaden an ein uraltes Ritual: Ein Musiker aus der fernen Stadt soll mit den magisch-himmlischen Klängen seiner Geige die Kamelmutter zum Weinen bringen und so ihr Herz erweichen. Das Wunder geschieht: Die Mutter bricht in Tränen aus, ihr Junges darf säugen und ist gerettet.
Dieser fein beobachtende Film voller fremdländischer Mysterien erzählt nicht nur die Geschichte einer Kamelmutter und ihres Jungen, sondern lässt auch erahnen, wie universell der große Wunsch nach Liebe und Geborgenheit ist.


DIE GESCHICHTE VOM WEINENDEN KAMEL ist eine Produktion der HFF München in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk, gefördert vom FFF Bayern.
Nach der Entdeckung des Filmes auf dem Münchner Filmfest und dem sensationellen Erfolg auf dem Filmfest Toronto 2003 hat der Abschlussfilm der beiden Regisseure, der Mongolin Byambasuren Davaa und des Italieners Luigi Falorni, einen Sog ausgelöst, der von dort aus in alle Welt ging. Nun wurde der Film von der Mongolei als „Best foreign-language film“ ins Oscar-Rennen geschickt: Ein wahres Filmmärchen.

 

Ghost dog

Ghost Dog ist ein professioneller Killer, der nach dem Verhaltenskodex der Samurai lebt und sich nahezu unbemerkt durch die Straßen der Stadt bewegen kann. Gemeinsam mit unzähligen Tauben lebt er auf dem Dach eines leerstehenden Gebäudes. Sein einziger Freund ist der afrikanische Eisverkäufer Raymond, der nur französisch spricht. Trotzdem verstehen sich die beiden hervorragend. Der Auftraggeber von Ghost Dog ist ein alter Mafioso, der ihm einst das Leben gerettet hat. Als der Pate beschließt, Ghost Dog töten zu lassen, kommt es zum Krieg...

Ghost world

USA 2001. Regie: Terry Zwigoff, 112 min. Poetischer und realistischer Blick auf den Alltag zweier Teenager, der einerseits von Illusionslosigkeit und Abgeklärtheit, andererseits aber auch von der Hoffnung auf einen tieferen Daseinssinn geprägt ist. Mit ihren abfälligen Kommentaren nehmen die Mädchen auf nichts und niemand Rücksicht und boxen sich durch ein Amerika voll endloser Einkaufspassagen und fast-food-Ketten. Erwachsenwerden ist nicht gerade ein Kinderspiel. Ein amüsantes, witzig melancholisches Meisterwerk.

Gloomy Sunday - Ein Lied von Liebe und Tod

D 1999. Regie: Rolf Schübel. Das Lied vom traurigen Sonntag. Mit Joachim Krol. Ein hervorragender Film über eine außergewöhnliche Liebesgeschichte zu dritt im Budapest der späten 30-er Jahre zwischen einem Restaurantbesitzer, seinem jüdischen Pianisten und ihrer wunderschönen Geliebten. Der Deutsche Hans macht ihr einen Antrag, dessen Antwort bis in die Gegenwart schwerwiegende Folgen hat.

 

Ein Glückstag

Argentinien 2002, 94 min, OmU, Regie: Sandra Cugliotta; Caligari-Preis 2002 Berlin; Im aktuellen politischen und sozialen Chaos von Buenos Aires hält sich Elsa, 25, mit Gelegen-heitsjobs über Wasser. Eigentlich will sie nur weg und zwar nach Sizilien, von wo ihre Vorfahren stammen. Mit Hilfe ihres Freundes walter, mit dem sie eine etwas verquere Liebesbeziehung pflegt,und der Sturheit ihres anarchistischen Großvaters reist sie nach Europa. Doch auch Europa erweist sich nicht gerade als das Land der Träume

Inhalt
Buenos Aires heute, inmitten sozialer Proteste gegen Arbeitslosigkeit, Verarmung und die Korruption der politischen Klasse. Die 25jährige Elsa hält sich mit Gelegenheitsjobs mühsam über Wasser. Aber eigentlich will sie weg, will � wie Zehntausende von Argentiniern � vor der Hoffnungslosigkeit fliehen, möglichst weit weg, am liebsten nach Italien. Dort lebt der Typ, in den sie sich vor Jahren verliebte. Außerdem ist dies das Land ihrer Vorfahren. Der Großvater, ein italienischer Anarchist, der einst von Sizilien nach Argentinien auswanderte, weil er sich hier ein besseres Leben versprach, erzählt ihr viel davon und stärkt so ihr politisches Bewusstsein, aber auch ihren Traum von Italien. Mit ihren Freunden Laura, Walter und Toni zieht Elsa umher, immer auf der Suche nach einer Verdienstmöglichkeit und sei es mit Schwarzhandel. Walter, mit dem sie eine Art Liebesbeziehung unterhält, findet schließlich den Weg, der ihr die Reise nach Europa ermöglicht. Doch Italien entpuppt sich nicht gerade als die Verwirklichung ihres Traums. Sandra Gugliotta ist mit ihrem Spielfilm-Debut ein Werk von hoher Realitätsdichte und unmittelbarem Bezug zur politischen und ökonomischen Katastrophe, die das Land zur Zeit durchlebt, gelungen. Sie verweist dabei in der Gestalt des alten Anarchisten auf ideelle Werte, die in der gegenwärtigen argentinischen Gesellschaft kaum noch eine Rolle spielen

Die Regisseurin über ihren Film
�Dieser Film handelt von Träumen, von ihrer Unmöglichkeit und vom Kampf, sie dennoch zu realisieren. Außerdem erzählter von anständigen Leuten, sozialen Barrieren und deren Wurzeln. Als der sizilianische Großvater sein Land verließ, um nach Amerika auszuwandern, sagte er zu seiner Frau: �Dort hinter dem Meer, da ist das Leben, dort gibt es keinen Hunger." Walter, der sich in Argentinien in Elsa verliebt, entgegnet ihm heute: �Nichts gibt es hier. Siehst du nicht, daß es nichts gibt? Wenn wir weggehen, bleibt hier nichts zurück.
"Ein Kreis scheint sich zu schließen. Eine Rundreise, von der wir weder wissen, wohin sie uns führt, noch wer sie bestimmt. Und während all die jungen Leute wie Elsa versuchen zu leben und zu lieben, haben sie immer noch Träume. Eine unaufhaltsame Kraft scheint Elsa und ihresgleichen zu lenken, eine Kraft wie die geheime und irrationale Hoffnung, irgendwann einmal einen Glückstag zu haben".
Sandra Gugliotta

Goodbye, Lenin

Ost-Berlin. Sommer 1990: Audi und Mercedes rollen in den Osten. Deutschland steht vor der Wiedervereinigung. Freie Marktwirtschaft.
Alex Kerner, gerade 21, muss der Geschichte Einhalt gebieten. Seine alleinerziehende Mutter, Christiane, eine verdiente Aktivistin der Deutschen Demokratischen Republik und Gorbatschow-Anhängerin, fällt kurz vor dem Mauerfall in ein hoffnungsloses Koma und wacht für alle überraschend 8 Monate später wieder auf. Die historischen Veränderungen hat sie regelrecht verschlafen. Und da jede Aufregung für sie lebensbedrohlich sein kann, lässt Alex auf 79qm Plattenbau den real existierenden Sozialismus wieder auferstehen. Was anfänglich noch leicht fällt, wird zu einem Wettlauf mit der Zeit. Die Veränderungen draußen sind nicht mehr aufzuhalten. Doch wie soll er der Mutter den veränderten Blick aus dem Fenster mitsamt dem brandneuen Coca-Cola Plakat erklären?
Alex muss improvisieren und so erfindet er eine ganz andere Version der Ereignisse
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Good Film Food

D 2002, http://www.goodfilmfood.de
"Mach Deinen Film zum Thema Landwirtschaft, Ökologischer Landbau, Menschen auf dem Land, landwirtschaftliche Produkte. Es geht um den Erhalt und die Stärkung unserer Lebensgrundlagen heute und für die nachfolgenden Generationen."

... war das Motto des Filmwettbewerbs.
Gesucht wurden Vorschläge für Spots, für Imagefilme oder für Kurzfilme (dokumentarisch oder fiktional). Von wegen "feiner Unterschied"! Wahre Horrorvisionen ergreifen von einem Jungen Besitz, der beim Einkauf mit der Mutter Billig-Möhren holen soll: Abgase, Gestank, die totale Gemüse-Apokalypse. Wenn er dem Massen-Ei die Hand auflegt, halluziniert er sich in eine gigantische Legebatterie - als könne der kleine Futterflüsterer die Aura der Dinge fassen. Doch wie gut, dass es Bio-Produkte gibt. Bio-Ei und -Möhre beamen ihn in eine grüne saftige Welt, und das Mädchen mit dem Blütenkranz, das demeterhaft zwischen den Regalen erschien, hat wohl auch mit dieser Suche nach dem verloren geglaubten Paradies zu tun.

Mit "Der feine Unterschied" gewannen Sven Falge und Markus Matschke den ersten Preis des Wettbewerbs "Good Film Food", den das Bundesverbraucherministerium Ende 2002 initiierte. 160 weitere Projekte wurden zum Thema "Ökolandbau" von Filmstudenten eingereicht. Die besten 18 Spots, Kurz- und Imagefilme, nun zu einer "Öko-Filmrolle" zusammengestellt, versuchen mit schwarzem Humor und genauem Blick, das noch immer leicht angeranzte "Müsli-Image" anzuknabbern.

Mal ist Bio cooler, mal macht es schöner, mal schneller. Man erfährt Interessantes von öko-internen Spannungen (Pferde versus Traktor), taucht ab in die ästhetische Versöhnung von Natur und Technik und darf sich auf die fernöstliche Begeisterung für deutsche Bio-Hundehaltung freuen. Die Filmrolle, angereichert mit kulinarischen Maßnahmen der jeweiligen Kinos, startet heute deutschlandweit in mehr als 80 Kinos - ob geschmacksbildend, wird sich zeigen.

The good thief

Kanada, England 2202, 108 min, Regie: Neil Jordan, Bob Montagnet ist ein Gentlemen Gauner, eine Spielernatur mit einer Vorliebe für Kunst und Rennpferde, den es auf seine alten Tage nach Südfrankreich verschlagen hat. Vom Glück und immer öfter von allen guten Geistern verlassen, treibt er in der Halbwelt von Nizza ziellos durch zwielichtige Bars und stickige Hinterzimmer.

Huren, Zuhälter und Dealer sind seine ständigen Begleiter - ebenso wie eine fast schon notorische Pechsträhne, die seine letzten Ersparnisse durch seine Finger rinnen lässt. Ein letzter grandioser Coup soll die Wende bringen. Mit seinem Freund Raoul und dem Computergenie Vladimir stellt er ein Team zusammen, mit dem er den legendären Kasino-Safe von Monte Carlo knacken will - das jedoch nur zum Schein, als Ablenkungsmanöver für einen noch viel verwegeneren Raubzug ...

Doch wird sich auch Bobs alter Freund, der Polizist Roger, so einfach täuschen lassen? Und welche Rolle spielt die mysteriöse Anne? Und vor allem: Spielen tatsächlich alle mit offenen Karten?

Gosford Park

GB/USA 2002, Regie: Robert Altman, 137 min. Grandioses Gesellschaftsstück über Adlige, Untergebene, Intrigen, Affären - und einen Mord auf einem Landgut. Elegant, opulent und sehr geistreich erzählt. England 1932. Auf einem weitläufigen Landsitz versammelt sich eine seltsame Mischung von Leuten, von Filmstars über Aristokraten bis hin zu den Stockbridges und Meredithes. Sie alle haben samt ihrer Dienerschaft Geheimnisse ...

Die Gottesanbeterin

Österreich 200192 min, Regie: Paul Harather(„Indien"). Makabre Komödie um die männermordende Hausfrau Trixi Jancik. Nach dem Tod ihres Mannes will sich das Glück für Trixi(Christiane Hörbiger) einfach nicht einstellen. Weitere Männer müssen auf die gleiche Weise enden wie der erste. Trockener, satirisch-beißender Witz. Spannung und Spaß mit skurrilem Charme.

Gran Paradiso

D 2000, Regie: Miguel Alexande, Deutscher Filmpreis 2001. Imposantes Bergabenteuer, in dem sich eine Gruppe jugendlicher Außenseiter zusammenraufen müssen. Nach einem Umfall ist der Jugendliche Mark querschnittsgelähmt. Um ihn aus seiner Depression zu befreien, verspricht seine Pflegerin ihm, den Aufstieg zum Gran Paradiso zu ermöglichen. Zu ihnen gesellt sich ein befreundeter Sozialarbeiter mit drei jugendlichen Straftätern. Spannungen sind vorprogrammiert. Fesselnde Kinodebüt mit starken Schauspielerleistungen in knapp 4000 Metern Höhe auf dem Gletscher. Es gilt die Maxime: Wenn man etwas wirklich will, dann kann man es auch erreichen.

Greenfingers

GB 2000. 91 min. Clive Owen ist Sträfling in einem experimentellen, offenen Gefängnis, in dem die Gefangenen weitergebidet werden sollen für die Zeit nach ihrer Entlassung. Dort entdeckt einer der „Schwerverbrecher", dass er einen „grünen Daumen" hat. Ein richtiger Gärtner entdeckt die Talente von Clive und ermutigt ihn und andere Insassen zu einem Gartengestal-tungswettbewerb, den schließlich sogar die Queen prämieren will. Vieles kommt dazwischen, der Wettbewerb rückt in weiter Ferne, abe rdie Komödie ist gestrickt wie jene anderen englischen Kino-Geschichten, die oft auf einem wahren Fall beruhen und von ihrer Authentizität, aber vor allem von ihrem Humor leben.

 

 

 

 

Das große Rennen von Belleville

Fr 2003, Gewinner von Cannes, 81 min., Regie:Sylvie Chomet, Madame Souza lebt mit ihrem Enkel und Adoptivsohn Champion in einem Häuschen neben dem Bahndamm. Der ist ein begabter Fahrradfahrer und wird von seiner Großmutter beim Training intensiv gefördert - mit Erfolg: Eines Tages nimmt er als Rad-Profi an der Tour de France teil. Doch die französische Mafia hat finstere Pläne mit Champion und entführt ihn während einer Berg-Etappe. Dabei haben sie allerdings die Rechnung ohne die resolute Madame Souza und ihren treuen Hund Bruno gemacht. Per Schlauchboot machen die sich auf den Weg nach Amerika - die Spur führt nach Belleville, wo sie von den „Les Triplettes de Belleville“, Drillingsschwestern und berühmte Musik-Stars der 30er Jahre unter ihre Fittiche genommen werden... 

 

Großglocknerliebe

Deutschland 2002, 90 min, mit Jule Ronstedt; Durch Zufall lernen sich Johanna und der Automechaniker Uwe kennen: Beide haben Liebeskummer. Johanna beschließt sogar, sich umzubringen. In letzter Sekunde jedoch verhindert Uwe die Katastrophe.


Johanna hat einen mysteriösen Onkel, den liebenswürdigen aber etwas verrückten Onkel Heinrich, der sich für einen Ritter hält und unbedingt mit seiner großen Liebe Anneliese, Johannas verstorbener Mutter, wieder vereint sein möchte.

Dazu muss er allerdings das Zeitloch finden, das sich nur alle sieben Jahre am Großglockner öffnet. Er macht sich mit Hilfe von Johanna und Uwe auf den Weg, koste es, was es wolle.