UNSER FILMARCHIV D

 

 

 

 

 

 

 

 

Damen und Herren ab 65

BRD 2002, 70 min., Dokumentarfilm, Regie und Buch: Lilo Mangelsdorff. „Nachdem die ersten Aufführungen gelaufen waren, entdeckten wir alle, dass unsere Darstellungsform einfach einen anderen Wert hat.“ Lebenserfahrung statt Bühnenerfahrung zählt bei der Neuauflage des Tanztheaterstückes „Kontakthof„, für das Pina Bausch im Jahr 1998 Laiendarsteller ab 65 sucht. In über einjähriger Probenzeit erarbeiten sich Männer und Frauen, die zum Großteil noch nie auf einer Bühne standen, ein hochkompliziertes Dreistunden-Stück. Nicht allein die tänzerische Perfektion zählt, sondern die persönlichen Interpretationen der Szenen: Eigene Erfahrungen mit Beziehungen – das Thema des Stückes – fließen in das Spiel mit ein und bilden den besonderen Reiz der Neuinszenierung.
Beobachtet werden zum einen die verschiedenen Stadien der Inszenierung. Nach und nach nehmen die schwierigen Posen, Gesten und Bewegungsabläufe à la Pina Bausch Gestalt an. Vorsichtig bewegt sich die Kamera inmitten der tanzenden Gruppe, stets darauf bedacht, die Protagonisten selbst zum Ausdruck kommen zu lassen.
Gleichzeitig geraten hinter den Kulissen die Beweggründe, Hoffnungen und Bedenken der ‘Damen und Herren ab 65’ in den Blickwinkel. Wer ein erfolgreiches Berufsleben schon hinter sich hat, sieht sich nur ungern in der Rolle des kritisierten Anfängers. Und so mancher kämpft mit körperlichen Grenzen und inneren Barrieren, die erst überwunden werden sein wollen. Die vollkommen neue Aufgabe bedeutet eine Herausforderung, aus der Kraft und Kreativität entspringt.

Dance of the wind

D/GB/Indien 1997. OmU. Geschichte einer Selbstfindung zwischen alter, indischer Philosophie und Musik. Die Sängerin Pallavi verliert nach dem Tod ihrer Mutter ihre Stimme. Ein Mädchen gibt ihr den Glauben an die verlorene Gabe wieder zurück. 87 min.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deep blue

Genre: Dokumentation, Produktionsjahr: 2003; Produktionsland: Deutschland/Großbritannien
Kinostart: 29.01.2004; FSK: ab 6 Jahren; Lauflänge: 90 Minuten
Website: http://www.deepblue-derfilm.de;  Einzigartige Einblicke in die Welt unserer Ozeane präsentiert DEEP BLUE, ein visuell und akustisch beeindruckendes Leinwanderlebnis, das während jahrelanger Dreharbeiten rund um den Globus entstanden ist. Als eines der außergewöhnlichsten und aufwändigsten Projekte, die je im Bereich des Dokumentarfilms realisiert wurden, zieht DEEP BLUE den Zuschauer magisch hinein in das faszinierende Leben unter dem Meeresspiegel. Die Reise führt von flachen Korallenriffen, über die unwirtlichen Küsten der Antarktis, in die Weiten des offenen Meeres, bis hin zu den tiefsten Tiefen der Ozeane, in die ewige Dunkelheit.

„Wir nehmen den Zuschauer mit in eine Welt, die er noch nie zuvor gesehen hat, zu einem, wie ich glaube, der letzten weißen Flecken auf der Landkarte unseres Planeten“, erklärt Regisseur Alastair Fothergill.

DEEP BLUE ist ein cinematographisches Meisterwerk, das das Publikum auf der großen Leinwand mit Bildern von abstrakter Schönheit und emotionaler Tiefe beeindruckt.

Die vom fünfmaligen Oscar-Nominee George Fenton (Gandhi, Schrei nach Freiheit) komponierte Filmmusik für ein großes Orchester intensiviert das visuelle Erlebnis von DEEP BLUE. Aufgenommen wurde der Score mit den Berliner Philharmonikern, die zum ersten Mal eine Partitur für einen Kinofilm einspielten.

Die Ozeane sind das letzte unerforschte Gebiet auf unserem Planeten und DEEP BLUE ist die erste filmische Expedition in diese fremde Welt – ein atemberaubendes Kinoevent, das jung und alt faszinieren wird.
Bitte achten Sie bei der Veröffentlichung der Bilder unbedingt darauf die angegebenen Credits zu nennen!

Deridda

USA 2002; 85 Min.Buch und Regie: Kirby Dick, Amy Ziering Kofman; Jacques Derrida gilt als einer der wichtigsten Philosophen unserer Zeit, der den Blick auf Geschichte, Kunst und Sprache des 20. Jahrhunderts und nicht zuletzt den Blick auf uns selbst maßgeblich beeinflußt hat. Er ist weltweit vor allem als der Vater der "Dekonstruktion" bekannt. Über fünf Jahre haben Kirby Dick und Amy Ziering Kofman an ihrem Dokumentarfilm gearbeitet, Derrida privat in Paris und New York besucht und ihn auf seinen Vortragsreisen begleitet. Jacques Derrida gilt als einer der wichtigsten Philosophen unserer Zeit, der den Blick auf Geschichte, Kunst und Sprache des 20. Jahrhunderts und nicht zuletzt den Blick auf uns selbst maßgeblich beeinflußt hat. Er ist weltweit vor allem als der Vater der "Dekonstruktion" bekannt. Über fünf Jahre haben Kirby Dick und Amy Ziering Kofman an ihrem Dokumentarfilm gearbeitet, Derrida privat in Paris und New York besucht und ihn auf seinen Vortragsreisen begleitet. Sie zeigen ihn z.B. bei seinem ersten Besuch in Südafrika und nutzen neben Auszügen aus Derridas Publikationen Vorträge, Vorlesungen und Diskussionen an verschiedenen Universitäten.

In seinem ersten Teil dekonstruiert der Film den Denker Derrida: Dick und Ziering Kofman zeichnen seine Gedankenwelt nach, die die Kategorien und Logik der klassischen Philosophie in Frage stellt. Gleichzeitig stellen die beiden Filmemacher sie in den Kontext von Derridas Äußerungen und seinem Leben. Der Film zeigt Derrida, wie er über Liebe und Gewalt, über Narzissmus und Ruhm oder den Tod seiner Mutter spricht, wie er sich kämmt, wie er isst oder mit feinem Witz scherzt. Und er zeigt viel von Derridas Charakter, seinem grüblerischen Snobismus oder seiner Widerwilligkeit, eigene Geheimnis preiszugeben, obwohl ihn diese bei anderen Philosophen im höchsten Maße interessieren.

Der Philosoph seinerseits dekonstruiert den Dokumentarfilm, indem er dessen Unfähigkeit beschwört, die Wahrheit festzuhalten. "Nehmen wir an", erklärt Derrida, "der Philosoph trage normalerweise den ganzen Tag seinen Pyjama. Am Drehtag wird er dennoch seine Erscheinung konstruieren, dem Auftauchen der Kamera unterordnen." Auf seine Art nimmt Derrida das Zitat von Agnès Varda auf, die aus jedem Dokumentarfilmer im Sinne des französischen Wortes "menteur" (Lügner) einen "Documenteur" macht.

Wie hätte Sokrates es empfunden, wenn er seine eigenen Erläuterungen auf Film betrachtet hätte? Im Sinne dieser Fragestellung zeigen Dick und Ziering Kofman auch Derridas Reaktionen auf die Videoaufzeichnung eines Gesprächs und dann noch einmal seine Reaktion auf die Reaktion.

DERRIDA ist deshalb nicht nur die Skizze einer Biografie, auch nicht nur eine Einführung in Derridas Denken, sondern vielmehr ein dichter und unterhaltsamer Dialog, dessen Themen und Inszenierung die Theorien des Philosophen reflektieren. Der Film wird bereichert durch die hypnotisierende Filmmusik von Ryuichi Sakamoto, der bereits für Nagisa Oshima, Pedro Almodovar oder Oliver Stone gearbeitet und für seine Musik zu Bernardo Bertoluccis DER LETZTE KAISER einen Oscar gewonnen hat.

Deutscher Kurzfilmpreis unterwegs 2002 Rolle 1

Jenseits der Ferne, D 2002, R: Johannes Kaltenhauser / Florian Vogel, 30 Min. • Fetisch, D 2002, R: Richard Lehun • Sofa, D 2001, R: Hyekung Jung, 3’00 Min • Fremdkörper, D 2002, R: Katja Pratschke, 28 Min. • Entinen Mies, D 2001, R: Lale Nalpantoglu, 5’20 Min.

Gesamtlänge des Programms ca. 70 Min.

Jenseits der Ferne
Der Erfinder August Frommer widmete sein ganzes Leben einer phantastischen Idee: der Konstruktion der "perfekten Maschine", dem Perpetuum Mobile.Im Lauf der Jahreszeiten beschreibt der Film das entbehrungsreiche Leben des Erfinders, seinen Verzicht auf Familie, seine Einsamkeit und Armut.

Fetisch
Am Ende seines Lebensweges angekommen, verliert sich ein Mann in seiner Jugend. Eine Frau, ein "was wäre wenn", lässt ihm keine Ruhe. In seinen Gedanken omnipräsent, zwingt sie ihn an den vielleicht wichtigsten Wendepunkt seines Lebens zurückzukehren. Ein Unglück oder eine Lebenslüge? Der Zeitpunkt ist gekommen, den Kreis zu schliessen.

Sofa
Eine ironische Situation über Einsamkeit und Zweisamkeit zwischen einer Frau mit einer Katze und einem Mann, die auf zwei verschiedenen Hälften eines Sofas in zwei Rahmen sitzen.

Fremdkörper
Die Geschichte zweier unzertrennlicher Freunde, Jan und Jon. Beide verlieben sich in Marie, und Marie verliebt sich in beide. Bei einem Unfall verlieren beide ihre Köpfe und es kommt zu einem denkwürdigen medizinischen Experiment.

Entinen Mies
Eine himmlisch musikalische Geschichte über die Liebe.

 

Dezemberbraut

Irland 1990, Literaturverfilmung. Nordirland um die Jahrhundertwende. Gegen den Widerstand von Pfarrer, Behörden und Bevölkerung leben zwei Brüder mit ihrer Magd in einem eheähnlichen Verhältnis zusammen. Trotz gesellschaftlicher Isolation beugen sie sich nicht den Konventionen. Beeindruckend in seiner Bildsprache An „Das Piano“ erinnernd.

Die Diebin von Saint-Lubin

Frankreich 1999. 85 min, Regie: Claire Devers. Ein auf Tatsachen beruhendes Porträt einer Frau, die aus schierer Verzweiflung im Supermarkt stiehlt. Zweimal wird sie in diesem Justizdrama vor Gericht stehen. Einmal ist ihr die Richterin wohlgesonnen. Sie versteht ihr Anliegen. Dann wird der Fall aus politischen und formaljuristischen Gesichtspunkten noch einmal aufgerollt. Diesesmal sieht die Sachlage anders aus. Schnörkellos, aber äußerst beeindruckend wird diese Geschichte erzählt und hinterlässt in ihrer Tragik einen bleibenden Eindruck.

 

Diese Liebe

Frankreich 2001, 100 min, mit Jeanne Moreau. Der letzte Lebensabschnitt der Marguerite Duras als filmische Inszenierung, als semi-fiktive, semi-authentische Beschreibung. Eines Tages begegnen sie sich. Es ist in Trouville, in der Normandie, direkt am Meer. Der junge Student der Literaturwissenschaft Yann Andrea, der ihr viele Briefe geschireben hat, und die große Schriftstellerin, die Werke wie „Der Liebhaber" und „Hiroshima - mon amour" verfaßt hat. Sie beginnen zu reden, über Literatur, über das Leben und ihr Verhältnis. Sie bleiben zusammen, bis sie im Jahre 1996, 82 Jahre, sterben wird ...


 

Dogville

USA 2003, Regie: Lars von Trier, 177 min., Die bildschöne Grace ist auf der Flucht vor einer Gangsterbande. In der isolierten Berggemeinde Dogville in den Rocky Mountains findet sie Zuflucht. Unterstützt von der Fürsprache des jungen Idealisten Tom, dem selbst ernannten Sprecher des Städtchens, wird Grace von der kleinen Gemeinde aufgenommen und vor ihren Häschern versteckt.

Als Gegenleistung erklärt sich Grace bereit, jedem Einzelnen in der Stadt bei der Arbeit zur Hand zu gehen. Nur kurz währt die Idylle. Denn als ein Suchtrupp in Dogville nach Grace forscht und von den Bürgern wieder weggeschickt wird, verlangen die guten Menschen von Dogville ein höheres Entgelt für das Risiko, einer Flüchtigen Unterschlupf zu gewähren.

Auf die harte Tour muss Grace lernen, dass Gutheit in dieser Gemeinde ein relativer Begriff ist. Aber Grace hat ein Geheimnis - ein gefährliches Geheimnis. Gut möglich, dass Dogville es bedauern muss, jemals die Zähne gefletscht zu haben ... 

Down by law

In einer Gefängniszelle in New Orleans treffen der Aufschneider Jack, der arbeitslose Discjockey Zack und der italienische Tourist Roberto aufeinander. Letzterer spricht zwar kaum Englisch und zitiert vorzugsweise Phrasen aus einem Wörterbuch, erweist sich aber umso einfallsreicher, was das Ausklügeln eines Fluchtplanes anbelangt. Gemeinsam flieht das Trio durch die Sümpfe Louisianas, bis es schließlich unvermittelt zu einer italienischen Imbißbude gelangt, in der Roberto seine Landsmännin Nicoletta vorfindet. Er beschließt, bei ihr zu bleiben, während sich seine weiterziehenden Kameraden an der nächsten Weggabelung trennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dreizehn

Originaltitel:Thirteen(USA, 2003)Regie:Catherine HardwickeDarsteller: Holly Hunter, Evan Rachel Wood Nikki Reed, FSK:ab 12 Jahre, Länge:100 Min

Sex, Drugs & More: Mit dem realitätsnahen Teenager-Porträt zweier 13-jähriger Mädchen, die auf die schiefe Bahn geraten, gibt Catherine Hardwicke ihr Regiedebüt.
Dreizehn © Fox Mädchen sind so. Sind Mädchen so? Zwei Dreizehnjährige sitzen auf einem Bett, offensichtlich vollgedröhnt mit Drogen. "Schlag mich" sagt die eine, "Fester!" Doch sie kann nichts spüren. Beide lachen und bluten, sie sind fröhlich am Ende...

Nach diesem, auch in seiner Form erschreckenden Auftakt, blickt der Film "Thirteen" ein paar Monate zurück. Da war die dreizehnjährige Tracy (Evan Rachel Wood) noch ein braves Schulmädchen mit guten Noten. Doch dann freundet sie sich mit der gleichaltrigen Evie (Nikki Reed) an, die in vielem so viel weiter, reifer und vor allem cooler zu sein scheint, als sie. Die wird tatsächlich zur Eva, zur Verführin, die ihre Vertreibung aus dem Kindheitsparadies bewirkt. Tracy zieht sich plötzlich sexy an, lässt sich den Nabel piercen, macht mit Jungs rum (und bald auch mehr), klaut im Supermarkt, nimmt Drogen - das ist mehr als massive Pubertätserscheinung, es ist ein kompletter Identitätswechsel.

Nettes Mädchen, böses Mädchen - das alles könnte arg simpel werden und leicht in konservatives Moralisieren ausarten, doch die Inszenierungskunst der Regisseurin Catherine Hardwicke sorgt dafür, dass ihr Debütfilm immer nuancenreich bleibt, nie denunzierend wirkt. Der Film ist oft mit Handkamera gedreht, die Farben sind blass - kein Versuch billige Pop-Moden zu bedienen. Und gerade dadurch ist sein Stil bestechend. Dabei half ihr, dass sie schon öfters sehr erfolgreich als Production-Designerin ("Tombstone", "Three Kings," "Vanilla Sky") gearbeitet hat. Das brachte Hardwicke den Regiepreis beim renommierten Sundance-Filmfestival 2003 ein. Das Drehbuch stammt von ihr und der Nikki Reed, die die zweite Hauptrolle spielt, und hier wohl auch auf viele eigenen Erfahrungen zurückgreift. Vielleicht konnte nur ein Mädchen, das selbst noch mitten im Erwachsenwerden steht, so treffende Dialoge formulieren, so gute Szenen erfinden und allen naheliegenden Klischees so fern bleiben. Mit viel Feingespür beschreibt sie den Annäherungsprozeß zwischen den Mädchen, und dann das allmähliche Eskalieren der Situation: Die Mädchen wagen immer mehr. Wichtige Bedeutung hat auch das Verhältnis von Tracy zu ihrer Mutter. Die ist alleinstehend und hat selbst mit manchen Schwierigkeiten zu kämpfen. Holly Hunter hat einen ausgezeichneten Auftritt in dieser Rolle. Gegenüber diesen beiden Figuren gerät die manipulative, charakterlich kompliziertere Evie im Laufe des Films etwas in den Hintergrund.

Das Dschungelbuch 2

USA 2003, 72 min, ab 0 Jahre, Obwohl Mogli im Menschdorf eine Familie und viele Freunde gefunden hat, vermisst er das lustige Dschungelleben. Und auch der Bär Balu ist fest entschlossen, seinen kleinen Freund zu finden und ihn nach Hause zurück zu holen. Doch den Kindern in der Menschensiedlung ist es strengstens untersagt, sich auch nur in der Nähe des Dschungels aufzuhalten. Eines Tages taucht Balu im Dorf auf und Mogli beschließt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen...

 "Das Dschungelbuch" gilt als der erfolgreichste Kinofilm in Deutschland. Seit seiner Premiere 1967 sahen den Disney-Klassiker bisher über 27 Mio. Kinogänger. Mit jahrzehntelanger Verspätung folgt jetzt die Fortsetzung. Die Story setzt dabei exakt dort an, wo der erste Teil aufhörte und führt das Menschenkind zurück zu seinen alten Freunden. Tatsächlich gibt es ein Wiedersehen mit allen bekannten Figuren und der Balu`s Superhit "Probier`s mal mit Gemütlichkeit" wird nicht weniger als dreimal intoniert. Mit seiner angenehmen Laufzeit von 72 Minuten, seiner bunten Bilderpracht und den schwungvollen Liedern ist die Fortsetzung besonders für ein ganz junges Publikum interessant.