UNSER FILMARCHIV  C

    Casablanca   

USA 1942, 105 min, Regie: Michael Curtiz. Der Klassiker aller Klassiker. In der marokkanischen Hafenstadt Casablanca drängen sich vor dem Hitler-Faschismus geflüchtete Europäer, die ein Visum für die USA erhalten wollen. In Rick´s Bar gibt es nach einem Mord zwei Visa. Doch es gibt drei Bewerber. Viktor Laslo, Elsa Lund und den barbesitzer Rick selber, der seine große Liebe Elsa Lund wiedergefunden hat. „Ich schau dir in die Augen, Kleines". .

In Rick`s Bar treffen Flüchtlinge aus allen Teilen Europas. Die Schieber, Spieler, Diebe und leichten Mädchen träumen alle von einem Flug nach Amerika. Für sie ist die marokkanische Stadt Casablanca während des Zweiten Weltkriegs ein brüchiger Zufluchtsort geworden. Das internationale Halbweltmilieu ist voller Spannungen, Intrigen und politischer Repressionnen. Der zynische Barbesitzer Rick Blaine (Humphrey Bogart) sieht sich unversehens seine große Liebe (Ingrid Bergman) gegenüber. Kurz vor dem Einmarsch der Deutschen hatten sie in Paris eine romantische Liebesgeschichte. Die Wiederbelebung der Beziehung scheitert, weil Ehemann und ungarischen Widerstandskämpfer Victor Laszlo (Paul Henreid) vor seinem Nazi-Verfolger, dem deutschen Major Strasser, gerettet werden muß.

Was macht einen Film zum Kultfilm? Vielleicht liegt der Reiz in der vollendeten Künstlichkeit dieses spannenden, zuweilen witzigen Melodrams mit zeitgeschichtlichem Hintergrund. Oder doch ein alles überragender Humphrey Bogart, ein Einzelgänger, der seinen Zynismus durch die Tat besiegt und seine Angebetete auf einer Kiste stehend küßt. Eine ganze Stadt wurde eigens für den Film im Studio nachgebaut. Die Figuren sind nicht so klar in Gut und Böse unterteilt, auch Bogard steht zwischen den Fronten. Die verwobenen Parallelgeschichten sind geschickt angeordnet. Trotz der vordergründigen Einfachheit, Casablanca wird nie zum Klischee. Im Jahre 1952 gelangte eine gekürzte und grob verfälschte Fassung in die deutschen Kinos: Alle Hinweise auf den Nationalsozialismus und das Vichy-Regime waren getilgt, die politischen Konflikte zu einer Agentengeschichte verkommen. Der Widerstandskämpfer hatte sich in einen norwegischen Atomphysiker verwandelt. Erst Mitte der 70er Jahre lief im Fernsehen erstmals eine originalgetreue Fassung des inzwischen zum Kultfilm avancierten Werkes

 

            Catch me if you can  

USA 2002, Darsteller: Leonardo DiCaprio, Tom Hanks,  Regie: Steven Spielberg Drehbuch: Jeff Nathanson: 140 Min.
Mitte der 60er Jahre realisiert der damals erst 16-jährige Frank Abagnale, Jr. (Leonardo DiCaprio) sein großes Talent als Hochstapler. Er schmeißt die Schule, reißt von zuhause aus und prellt die Banken binnen weniger Monate um mehrere Millionen US-Dollar. Dadurch wird das FBI auf den jungen Mann aufmerksam. Die Polizeibehörde setzt ihn auf die Liste der 10 meistgesuchten Verbrecher der USA. An seine Fersen heftet sie den eifrigen Agenten Carl Hanratty (Tom Hanks). Ein Katz- und Mausspiel um den gesamten Globus nimmt seinen Verlauf...
Leonardo DiCaprio meldet sich eindrucksvoll zurück! Mit Bravour verkörpert der "Titanic"-Star den jugendlichen Betrüger Frank in einer Mischung aus reifer Dreistigkeit und pubertärem Leichtsinn. Gejagt wird er über 140 kurzweilige und fesselnde Minuten von einem gewohnt starken Tom Hanks. Steven Spielberg verfilmte die wahre Lebensgeschichte des Frank Abagnale, Jr. als Krimikomödie, in der die moralischen Grundsätze der amerikanischen Gesellschaft hinterfragt werden. Die beiden Hauptpersonen präsentiert er als Seelenverwandte einsame Männer, die sich selbst und anderen ständig etwas vormachen. Aus ihrer Jagd entwickelt sich fast so etwas wie ein familiäres Verhältnis. Das ist großartiges Kino. Detailliert inszeniert und mit einer exzellenten Besetzung, die durch Christopher Walken und Martin Sheen in Nebenrollen abgerundet wird.

  Ein Chef zum Verlieben 

USA 2002, Darsteller: Sandra Bullock, Hugh Grant, Alicia Witt Regie: Marc Lawrence Drehbuch: Marc Lawrence FSK: Keine Altersbeschränkung Länge: 100 Min. Prädikat: wertvoll Genre: Komödie. Seit fünf Jahren arbeitet die ebenso intelligente wie tollpatschige Anwältin Lucy Kelson (Sandra Bullock) für den Immobilien-Millionär George Wade (Hugh Grant). Dieser ist ein Egozentriker wie er im Buche steht und seiner Art entsprechend behandelt er die Harvard-Absolventin, als wäre sie seine Hausangestellte. Er klingelt sie mitten in der Nacht mit unmöglichen Fragen aus dem Bett, schleppt sie zum Krawattenkauf mit und bittet sie ständig um Ratschläge bezüglich seiner jeweils aktuellen Flamme. Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann, ist klar. Lucy reicht ihre Kündigung ein und damit hat das Ganze ein Ende. Oder etwa nicht ?

                                                   
                  Chicago 

USA 2002, Regie: Rob Marshall, ab 12 J; Darsteller: Richard Gere, Renee Zellweger, Catherine Zeta-Jones, 110 min, Plakatmotiv (USA) - Klicken für große Version Chicago im Jahr 1929. Weil sie ihren Geliebten erschossen hat, landet die etwas naive Roxie Hart (Renée Zellweger) im Knast. Der Galgen wartet schon. Da tröstet es sie auch nicht besonders, dass nur einige Zellen weiter ihr großes Vorbild, die berühmte Jazzsängerin und Tänzerin Velma Kelly (Catherine Zeta Jones) wegen Doppelmordes einsitzt. Roxies einzige Hoffnung ist der Staranwalt Billy Flynn (Richard Gere). Nachdem das Finanzielle geregelt ist, jubelt sie der findige Jurist zum Liebling der sensationslüsternen Journalistenmeute hoch. Roxies Leben und Karriere scheinen gerettet. Nur leider duldet die Diva Velma Kelly keine Konkurrentin neben sich, und so beginnt ein unerbittlicher Kampf der zwei Frauen um die Aufmerksamkeit des Anwalts und der Öffentlichkeit...
"Einfach Spitze !!!
Ich muss schon sagen ich war einfach baff. Ich ging mit geteilten Erwartungen in den Film, weil ich das Original Musical schon am Broadway gesehen hatte und hoffte dass es gut umgesetzt ist.Aber es ist nicht gut sondern einfach nur fantastisch umgesetzt.
Lasst es euch nicht entgehen!"(Bewertung in film.de)


Chihiro´s letzte Reise

Japan 2001, 125 min, Regie: Hayao Miyazaki, OSCAR 2003 und Goldener Bär Berlin 2002. Eine überaus fantastische und ideenreiche Animation. Die 10 Jahre alte Chihiro verirrt sich mit ihrer Familie in einen dunklen Gang und findet an seinem Ende die Zauberwelt Aburaya. Ihre Eltern werden verhext und Chihiro muss sie mit Hilfe des geheimnisvollen Haku von dem Bann befreien ... Es beginnt eine Reise, auf der sie die unglaublichsten Begegnungen machen und die fan-tastischsten Kreaturen treffen - und neue Freunde. 

Die zehn Jahre alte Chihiro ist gar nicht begeistert, mit ihren Eltern von Tokio in einen kleinen Vorort umzuziehen und dabei alle Freunde hinter sich zu lassen. Auf dem Weg zu ihrem neuen Zuhause verirrt sich die Familie und stößt dabei auf einen geheimnisvollen Tunnel. Von Neugierde gepackt, wagen sich die drei durch den dunklen Gang. Sie wissen nicht, dass sich auf der anderen Seite des Tunnels die Zauberwelt Aburaya befindet - eine Welt, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat.

Sie kommen in eine verlassene Stadt. Einem unwiderstehlichen Duft folgend, finden sie ein Restaurant mit Unmengen von lecker aussehendem Essen, aber niemanden, der sie bedienen könnte - Chihiros Eltern stürzen sich gierig auf das Essen - und werden in Schweine verwandelt.

Chihiro hat schreckliche Angst. Plötzlich erscheint ein geheimnisvoller Junge namens Haku, der ihr erklärt, dass es nur eine Möglichkeit gibt, ihre verzauberten Eltern zu retten: Sie muss in den Dienst der bösen Hexe Yubaba treten, die nicht nur die Zauberwelt von Aburaya beherrscht, sondern auch die Herrin über ein riesiges Badehaus ist, in dem sich erschöpfte Götter und Geister erholen und reinigen.

Chihiro stellt sich dieser Herausforderung und macht sich auf eine Reise, auf der sie ungeahnten Mut, eine bisher nicht gekannte Willenskraft und Ausdauer beweisen muss. Eine Reise, auf der sie die unglaublichsten Begegnungen machen und die fantastischsten Kreaturen treffen wird - und neue Freunde. 


                           Chocolat

In einem kleinen, malerischen französischen Dorf herrschen die strengen katholischen Dogmen vergangener Jahrhunderte. Der autoritäre Bürgermeister Comte de Reynaud (Alfred Molina) sorgt mit ständigen Ermahnungen dafür, dass sich das Dorf nicht von den moralischen Ketten befreit. Mitten in eine Welt, in der schon freie Gedanken eine Sünde sind, stolpert Vianne (Juliette Binoche), um eine Chocolaterie zu eröffnen. Die zarte Versuchung aus der Kakaobohne erscheint dem Comte während der Fastenzeit jedoch als reine Sünde. Es folgt eine Hexenjagd, die zunächst erfolgreich einen Boykott der feinen Leckereien herbeiführt, bis die ersten Dorfbewohner neue Lebensfreuden entdecken...


Lasse Hallström zeichnet schöne Bilder des romantischen Dorfes und seines kleinen Schokoladeladens. Trotz guter Besetzung mit Juliette Binoche und Johnny Depp fehlt dem Film ein wenig Spannung. Zwar gibt es einige lustige und rührende Szenen, insgesamt kommt der Film aber bei weitem nicht an Hallströms geniales "Gottes Werk und Teufels Beitrag" heran.


City of God

Brasilien 2002, Regie: Katia Lund, 128 min. „Mitreissend, genial, hautnah, brillant, energievoll - ein Wunderwerk., heißt es über diesen Film und alles trifft zu. Der Film erzählt, auf wahren Begebenheiten beruhend, die Geschichte des jungen Rocket, der in den Slums von Rio aufwächst und das Leben der Banden miterlebt. Er ist nie wirklich Teil einer Bande, auch wenn er mit den Anführern befreundet ist. Sie leiten den Drogenhandel und sind die eigentlichen Herren der Stadt Gottes, sie sind die Legenden des Großstadtdschungels. Rocket träumt davon als Fotograph zu arbeiten und dadurch seinen Weg nach draußen zu finden. Der Film übernimmt seinen Blickwinkel, die Geschwindigkeit der Handlungen und die Poesie der Fotographien.
 

 

The cooler
Drama; USA 2003; Regie: Wayne Kramer; 104 Min.

Bernie Lootz (William H. Macy) ist ein wandelnder Unglücksrabe, ein Mann, der ständig vom Pech verfolgt scheint: Seine Pflanzen verdörren unter seiner Obhut, seine Katze läuft ihm davon und auch sonst geht in seinem Leben alles schief. Aber Bernie hat dieses Pech, das er überall anzieht, für sich genutzt: Er arbeitet als „Cooler“ im Kasino Shangri-La, das seinem Freund Shelly Kaplow (Alec Baldwin) gehört. Bernie muß sich einem Gewinner im Kasino nur nähern und schon endet dessen Glückssträhne jäh. In der Eigenschaft als Cooler gleitet er jede Nacht lautlos von Spieltisch zu Spieltisch, um durch seine bloße Anwesenheit die Glückssträhnen der Kasinogäste zu unterbrechen. So versucht er sich von den erdrückenden Spielschulden zu befreien, die er bei Shelly in der Vergangenheit angehäuft hat. Doch alles ändert sich, als er nur wenige Tage, bevor er seine Schulden abgearbeitet hat und Las Vegas endgültig verlassen will, Natalie (Maria Bello) kennenlernt, die als Serviererin im Shangri-La arbeitet. Beide verlieben sich leidenschaftlich ineinander. Aber Bernie scheint durch sein neu gefundenes Liebesglück sein professionelles Pech verloren zu haben. Plötzlich gewinnen die Kasinogäste, sobald Bernie ihnen begegnet – alles sehr zum Mißfallen von Shelly. Das Kasino erleidet auf einmal millionenschwere Verluste, und Shelly denkt nicht daran, Bernie einfach so gehen zu lassen. Bernies Lage verschlimmert sich weiter, als auch noch sein von ihm entfremdeter Sohn Mikey (Shawn Hatosy) mit seiner schwangeren Frau auftaucht…