UNSER FILMARCHIV B

A beautiful mind

Regie: Ron Howard. 134 min. Ab 12 J. OSCAR-Preisträger Russell Crowe liefert eine brillante Darstellung als der von Paranoia und Schizophrenie zerfressene Mathematik-Nobelpreisträger John Nash. Das Denken des Protagonisten dreht sich alleine um Zahlen. Angefangen von seiner Ankunft in der Princeton-Universität im Jahre 1947 wird sein Leben bis zu seiner Nobelpreisehrung verfolgt. Mit seiner überragenden Intelligenz kann er bald alle militärischen Geheimcodes knacken, wird aber an seiner Universität zum Aussenseiter. Eines Tages enteckt er eine bahnbrechende Errungenschaft über Systeme, die sich nicht gegenseitig behindern. Später wird sie ihm den Nobelpreis bringen. Bis dahin muss er aber entdecken, dass er in einer Scheinwelt lebte und dass er nur mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten es schaffen kann, seine Fantasiefiguren und - welten zu überwinden.

 

Baader

D 2001, Regie: Chistopher Roth, 115 min., Andreas Baader (Frank Giering) ist jung, wild und machthungrig. Er will das angestaubte, autoritäre System der Bundesrepublik Deutschland stürzen. Da ihm die außerparlamentarische Opposition von Rainer Langhans und Co. mit ihren Puddingbomben nicht ausreicht, greift er zur Waffe. Nach eigener Aussage will Baader "der Welt mal ordentlich auf die Fresse hauen". Tatsächlich schafft es der narzisstische Exzentriker, gemeinsam mit seiner Freundin Gudrun Ensslin (Laura Tonke), einige Intellektuelle wie die Journalistin Ulrike Meinhof (Birge Schade) und andere willfährige Lakaien, um sich zu scharen. Sie nennen sich die Rote Armee Fraktion. Ihr Kampf gegen den Staat beginnt mit Autodiebstählen und Banküberfällen. Bis ein Polizist ums Leben kommt und es für die Terroristen kein Zurück mehr gibt...

Regisseur und Drehbuchautor Christopher Roth interpretiert das Leben und Sterben des Andreas Baader mehr als frei. Er zeigt ihn als spätpubertierenden Pseudophilosophen, der Mickey Maus lesend und Drogen konsumierend in die Illegalität abtaucht. Als charismatischen Egozentriker, der schnelle Autos liebt und Frauen gewöhnlich nur "Fotzen" nennt. Unschlüssig bleibt über lange Strecken, warum ihm und seiner "kleinkriminellen" Bande im Film ein derartig übergroßer Polizeiapparat entgegen gestellt wird. Mit ihren Autodiebstählen und Banküberfällen erinnern sie eher an Outlaws, denn an staatsgefährdende Terroristen. Auch der Begriff RAF fällt erst spät. Sie sind viel eher Revolverhelden im "Wilden Westen" des geteilten Deutschlands der frühen 70er Jahre. Die Grenze zwischen Gut und Böse lässt Roth permanent verschwimmen. Wie im Western trennt sie bloß der Stern, der diesmal allerdings nicht am Revers hängt, sondern auf Papier gedruckt wird. Dazu passt, dass die Aneinanderreihung der kriminellen Delikte oft mit pathetischer Musik unterlegt ist und Baader im fiktiven Showdown von den Gewehren der Staatsgewalt durchsiebt wird. In Wahrheit starb der Topterrorist am 18. Oktober 1977 durch eigene Hand im Gefängnis von Stuttgart Stammheim. Diese Märtyrisierung durch Roths Interpretation löste auf der Berlinale 2002, wo der Film mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet wurde, ein geteiltes Echo aus. Die einen riefen "Bravo", die anderen schrieen "Geschichtsverfälschung". Aber genau diese Polarisierung und das Gefühl des Unbehagens wollte der junge Filmemacher erreichen. Ob dafür unbedingt die Person Andreas Baader herhalten musste, bleibt jedem Zuschauer selbst überlassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

Hauptdarsteller:Zhou Xun, Chen Kun, Regie:Dai Sijie, Länge:116 Minuten
FSK:ab 12 Jahren, China 1971, Maos Kulturrevolution hat schon einiges an Schärfe verloren. Die Universitäten sind noch geschlossen. Nach Abschluss der Oberschule werden der 17jährige Ma und der 18jährige Luo wie viele andere junge Städter zur Umerziehung durch die revolutionären Bauern aufs Land geschickt. Nach einiger Zeit harter Feldarbeit gibt ihnen der Dorfvorsteher den Auftrag, sich in der Kreisstadt einen Film anzusehen um ihn anschließend den Dorfbewohnern zu erzählen.

Die erzählte Filmvorführung wird ein voller Erfolg, auch im Nachbarort hört man davon. Dort verlieben sich die beiden in die Enkelin des alten Schneiders, die immer neue Geschichten von ihnen hören will. Woher aber immer neue Geschichten nehmen, wenn alle literarischen Bücher verboten sind?

Der Ball

Belgien/Niederlande/Deutschland 1998, Regie: Dany Deprez, 91 Minuten, Farbe, Altersempfehlung ab 8

lSophia verbringt ihre freie Zeit gern mit dem herrenlosen Hund Mingus. Ihr Lieblingsplatz ist ein ehemaliger Park, in dem sich die "Beasty Boys" regelmäßig treffen. Die Beasty Boys wollen sie nicht in die Gang aufnehmen.Der Bürgermeister plant, den Park zuzubetonieren. Zufällig trifft Sophia einen seltsamen Vagabunden, der ihr für drei Tage einen Zauberball leiht. Wenn er aber nicht will, dann passiert gar nichts. Vor allem aber wird er schnell eifersüchtig. Für Sophia ist der Ball zunächst ein guter Freund. Die Beasty Boys werden auf sie aufmerksam und plötzlich darf sie mit ihnen spielen. Gemeinsam wollen die Kinder nun verhindern, daß der Bürgermeister den Park schließt. Der Ball soll ihnen helfen - aber wird er es tun?

 

Baran

Auf einer Baustelle im Iran arbeiten viele illegale afghanische Flüchtlinge. Hier hat auch der junge Iraner Lateef (Hossein Abendini) sein Auskommen, indem er die Arbeiter mit Tee und Essen versorgt. Als sich einer der illegalen Arbeiter bei einem Sturz schwer verletzt, darf keine Hilfe geholt werden, um das illegale Arbeitsverhältnis nicht aufzudecken. Am Tag nach dem Unfall tritt Rahmat (Zahra Bahrami), der Sohn des Verletzten, dessen Stelle an, um das Einkommen der Familie zu sichern. Doch Rahmat ist dünn und schwächlich, also ordnet der Aufseher an, dass Lateef und Rahmat die Aufgaben tauschen. In einem unbeobachteten Moment entdeckt Lateef, dass Rahmat eigentlich eine wunderschöne junge Frau ist. Lateef ist wie verzaubert...

Leise kommt dieser Film daher, der mit wenigen Worten, dafür sehr aussagekräftigen Bildern die bitteren Umstände der afghanischen Flüchtlinge im Iran aufzeigt. Die Farben sind blass und spiegeln die Tristesse der illegalen Arbeiter wider. Zwar steht die ausgeprägte Märchensymbolik an manchen Stellen stark im Vordergrund, doch unterstreicht diese im allgemeinen sehr gut die träumerischen Liebesgedanken des jungen Lateef, der übrigens sehr überzeugend von Hossein Abendini verkörpert wird. Bereits mit "Die Farben des Paradieses" hat Regisseur Majid Majidi bewiesen, dass er mit seinen ruhigen Filmen den Nerv eines interessierten Arthouse-Publikums trifft.

 

Bashu

Iran 1989, 120 min. Nach einem verheerenden Bombenangriff flieht der zehnjährige Bashu aus den Trümmern seines Heimatortes im Süden des Iran. Kaum jemand hat das Inferno überlebt. Auf einem Lastwagen entkommt Bashu in den Norden des Landes, in die Region Gilan in der Nähe des Kaspischen Meeres. Kinder finden den völlig erschöpften Jungen, der eine andere Hautfarbe hat und eine fremde Sprache spricht. Naii, eine selbstbewusste Frau und ihre zwei Kinder kümmern sich um Bashu, der langsam Vertrauen zu ihnen fasst und stockend von seinem Schicksal erzählt.
Auf die übrigen Dorfbewohner wirkt alles Fremde bedrohlich und gefährlich; sie verlangen, dass Naii den Jungen fortjagt. Als sie sich weigert, wird sie von Verwandten und Bekannten gemieden. Nun steht sie mit ihren Kindern alleine da. Mit ungeahnter Kraft und Willensstärke gelingt es ihr, Bashu in die Dorfgemeinschaft und schließlich auch in ihre Familie zu integrieren.

"Gedreht noch während des iranisch-irakischen Kriegs beginnt BASHU, DER KLEINE FREMDE mit der schrecklichen iranischen Wirklichkeit jener Jahre: Bahram Beyzaie schockiert uns zu Beginn mit Bildern eines Bombenangriffs, um zwei Stunden später mit seiner pazifistischen Utopie zu schließen: den Bildern des Bombenangriffs steht das Bild von Bashu gegenüber, der zusammen mit seiner Adoptivfamilie ein Wildschwein (ein Symbol für das Böse) aus dem Kornfeld vertreibt. - Der Film besticht durch die Schlichtheit der dramaturgischen Konstruktion, die sich zu Gunsten der Handlung und der Botschaft zurücknimmt. Alle Aufmerksamkeit gilt den Menschen, ihren Nöten und Freuden, ihrer sozialen Entfaltung. Psychologisch präzise baut Beyzaie seine Hauptfiguren Naii und Bashu auf und stellt ihnen die oft karikierten Nebenfiguren aus dem Dorf zur Seite. Mit einem Humor, der aus seiner Liebe und Symphatie für all seine Figuren wächst, ist ihm ein Film von großer Leichtigkeit gelungen." (Robert M. Richter: Filme aus dem Iran)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der bayerische Rebell

D 2003, Dokumentarfilm, 92 min., Regie: Andy Stiglmayer, 

Am Anfang war der Liebeskummer. Als Hans Söllner Mitte der achtziger Jahre von seiner damaligen Freundin verlassen wurde, flog der bis dahin mäßig erfolgreiche Liedermacher nach Jamaica, wo er sich unter Palmen und mit Hilfe des ein oder anderen Joints von den seelischen Strapazen erholte. 

Wieder genesen, beschloss er das Wunderkraut nach Deutschland mitzunehmen, es in seinem Garten anzupflanzen, seine wundersame Wirkung in Liedern zu preisen ("Marihuana-Song") und seinen Konsum in jedem seiner Konzerte anzupreisen. Das macht Hans Söllner jetzt seit knapp zwanzig Jahren. Daneben hat er sich viele Feinde geschaffen in den Reihen der bayerischen Polizei, weil er ihre Vertreter regelmäßig verbal beleidigt, und mit dem bayerischen Innenminister Günther Beckstein steht er sowieso seit Jahren auf Kriegsfuß, weil er ihn öffentlich wiederholt ein "Arschloch" genannt und seine Asylbewerberpolitik angeprangert hat. Er wird nie im Radio gespielt und gehört dennoch mittlerweile zu den erfogreichsten deutschen Liedermachern.

Der Karlsruher Filmemacher Andy Stiglmayr hat den "bayerischen Rebell" fast ein Jahr lang begleitet und eine gleichnamige Dokumentation daraus gemacht. Herausgekommen ist dabei ein Porträt, das den Künstler so zeigt, wie er sich wahrscheinlich selber auch am liebsten sieht: als ewigen Querdenker, als am deutschen Staat und System, an all der Ungerechtigkeit in der Welt Verzweifelten. "Jeden Tag sterben 60 000 Kinder auf dieser Welt", sagt er. "Und wenn ich ein bisschen Haschisch rauche, regen sich alle furchtbar auf." Die Fans lieben Hans Söllner für solche Aussagen. Denn solche Aussagen sind unanfechtbar, sie sind so einfach, sie teilen die Welt ein in "Gut" und "Böse", in "Richtig" und "Falsch". Hans Söllners Fans sind nicht mit ihm alt geworden, die Mehrheit sei immer schon "zwischen 15 und 25 gewesen", sagt der Achim Bergmann, der Boss von Söllners Plattenlabel, und sieht aus, als wüsste er nicht, ob das gut oder schlecht ist. "Die finden mich halt cool", sagt Söllner selbst, und für einen Moment spürt man einen Anflug von Zweifel. "Aber ob die auch kapieren, was ich ihnen sagen will?"

Before night falls
von Julian Schnabel
Mit Javier Bardem, Olivier Martinez, Johnny Depp, Andrea Di Stefano, Sean Penn, Hector Babenco
Basierend auf den Memoiren von Reinaldo Arenas
Musik von Carter Burwell, Lou Reed und Laurie Anderson

USA 2000 - 1:1,85 - Dolby SR - 134 Min. - OmU

Der mehrfach preisgekrönte Film erzählt in mitreißenden Bildern die Lebensgeschichte des kubanischen Schriftstellers Reinaldo Arenas und dessen Suche nach künstlerischer, politischer und sexueller Freiheit.
Kuba Anfang der 1960er: Die Batista-Diktatur ist gestürzt, die Revolution Fidel Castros und “Che” Guevaras in vollem Gange, als Reinaldo Arenas, gerade mal 19 Jahre und begeistert von den neuen Ideen und Idolen, nach Havanna kommt. Er schreibt sich an der Universität von Havanna ein und entdeckt in dieser aufregenden Stadt eine pulsierende homosexuelle Subkultur. Gleichzeitig bringt ihm sein offensichtliches Talent erste schriftstellerische Erfolge ein: mit 20 Jahren veröffentlicht er seinen ersten Roman.
Als homosexueller Künstler, der sich der Revolution anschließt, wird er jedoch bald zum Opfer eines zunehmend strengeren und paranoideren Regimes. Wachsender Druck, die Drohung mit Arbeitslager und Folter bedrängen Arenas Hoffnung auf ein freies Leben.
Ein Fluchtversuch scheitert, er landet im Gefängnis.
1980, als Castro mit dem Erlass des “Mariel Harbour Boatlift” Kriminellen die Emigration gestattet, gelingt es Arenas, unter falschem Namen das Land zu verlassen. Doch auch im New Yorker Exil, verarmt und staatenlos, bleibt seine Begeisterung fürs Schreiben und sein Hunger nach Leben ungebrochen.

Basierend auf Reinaldo Arenas Erzählungen und Gedichten sowie auf seinen 1993 postum publizierten Memoiren reflektiert BEFORE NIGHT FALLS die Schönheit, die Kraft und Mehrdeutigkeit von Arenas Schriften. Es ist gleichzeitig das lebendige Portrait eines ungeheuer talentierten und sensiblen Menschen, ein packender Bericht von politischer Repression, Verfolgung und Exil. Nicht zuletzt ist der Film ein Zeugnis von der befreienden Kraft der Kunst, ihrer Fähigkeit zur Konfrontation, Aufklärung und Transzendenz.

In wunderschönen, prachtvollen Bildern lässt der Maler und Regisseur Julian Schnabel das farbenfreudige Havanna der 60er Jahre wieder auferstehen. Sein Hauptdarsteller Javier Bardem in seiner vielleicht beeindruckendsten schauspielerischen Rolle wurde für sein emotional packende Darstellung mit zahlreichen Auszeichnungen belohnt und für den Oscar nominiert. Johnny Depp glänzt zudem in einer ungewöhnlichen Doppelrolle.

Beijing Bicycle

China 2001. Silberner Bär Berlin, 113 min. Beijing heute. Guei, ein 16-jähriger Junge vom Land, kommt mit großen Erwartungen in die Stadt. Er findet Arbeit bei einem Kurierdienst, der ihm ein neues silberfarbenes Mountainbike zur Verfügung stellt. Sobald Guei 600 Yuan verdient hat, soll ihm das Rad gehören. Doch dann wird es ihm geklaut. Er findet es zwar wieder, aber de r neue Besitzer will es nicht mehr herausgeben. Drama über die heutigen Verhältnisse der chines. Hauptstadt, angelehnt an „Fahrraddiebe".

 

Bellaria - So lange wir leben

D,Ö 2001;FSK: Keine Altersbeschränkung;Regie: Douglas Wolfsperger;Genre: Dokumentation

Hinter dem Wiener Volktheater, in einer kleinen Nebenstraße, steht ein beschauliches Kino in dem die Zeit stehen geblieben scheint. Das Programm besteht ausschließlich aus alten UFA-Klassikern, die mittlerweile mehr als 50 Jahre auf dem Buckel haben. Das Lichtspielhaus hat sich eine kleine aber feine Fangemeinde aufgebaut, die sich regelmäßig zu den Vorführungen trifft...
"Bellaria" erzählt die Geschichte des kleinen Kinos und seiner skurrilen Stammkundschaft. Es handelt vom menschlichen Drang, die Zeit zumindest manchmal ein Stückchen zurückdrehen zu können und noch einmal in die verloren gegangene Jugend einzutauchen.
film.de

                                

Bella Martha

D 2001. Regie: Sandra Nettel-beck, 107 min. Kulinarische Komödie. Marthas ganze Leidenschaft ist das Kochen. Ihr Interesse gilt dem Handwerk, nicht dem sinnlichen Genuss. So gestaltet sie auch ihr Leben. Als sie nach dem Tod ihrer Schwester ihre Nichte bei sich aufnimmt und ein italienischer Koch sich an ihrer Seite einfindet, ändert sich ihr Leben. Zum Auf -der-Zunge-zergehen-Lassen

 

Belma

Dänemark 1995, 75 min. Der 15-jährige Rasmus lebt allein mit seinem Vater in Kopenhagen. Er liebt Videospiele und kann davon nicht genug haben. Da kommt ihm eine verlorene Brieftasche, die er im Antiquitätengeschäft seines Vaters findet, gerade recht. Am nächsten Tag steht Belma vor ihm, der die Brieftasche gehört. Sie und ihr Vater Josip sind vor dem Krieg aus ihrer bosnischen Heimat geflohen und wohnen auf einem Flüchtlingsschiff im Hafen. Rasmus verliebt sich in das Mädchen. Durch sie erfährt er, was es bedeutet, als Flüchtling in einem fremden Land zu leben.
Die Gräuel des Krieges holen die Flüchtlinge ein, als ein Mann auf das Schiff kommt, in dem sie den besonders brutalen Kommandanten eines serbischen Gefangenenlagers in Bosnien erkennen. Für die Flüchtlinge ist die Stunde der Vergeltung gekommen. Nur Belmas Vater mahnt zur Besonnenheit. Als er sogar versucht, den Menschenschinder vor der Lynchjustiz seiner Landsleute zu retten, wird er von der alarmierten Polizei als Tatverdächtiger festgenommen. Jetzt müssen Rasmus und Belma beweisen, dass Josip unschuldig ist ...

"Ohne didaktisch zu wirken, wird hier ein leidvolles aktuelles Thema aufgegriffen und mit einem individuellen Schicksal verbunden, mit zärtlichen Szenen, mit lustigen Begebenheiten ebenso wie mit sehr harten Darstellungen - eine Mischung, die berührt und nachdenklich macht. Für seine sensible und differenzierte Inszenierung erhielt BELMA bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck 1995 den Jugendfilm-Preis der Nordischen Filminstitute." (Christel Strobel, KJK 66/ 96)

Berlin is in Germany

2001, ab 12, 93 min. Regie: Hannes Stöhr. Schwarfsinniges Bild der deutschen Gegenwart. Martin Schulz wurde zu DDR-Zeiten wegen eines Mordes an einem SED-Blockwart eingesperrt. 11 Jahre später wird er in das wiedervereinigte Deutschland entlassen. Seine Frau ist inzwischen mit einem Schwaben liiert und sein 11-jähriger sieht ihn zum ersten Mal. Zwischen Handys, schicken Angl-izismen und umbenannten Strassen - im Osten trägt keine mehr ihren ursprünglichen Namen, im Westen dagegen erinnern weiterhin viel an die braune Vergangenheit - muss er sich zurechtfinden. Pfiffig erzählt und wert, gesehen zu werden.

Bibi Blocksberg

Nachwuchshexe Bibi Blocksberg (Sidonie von Krosigk) kann ihr Glück kaum fassen: Weil sie zwei Kindern das Leben gerettet hat, soll sie schon jetzt die Kristallkugel bekommen, die eine Hexe erst erwachsen macht. Während Mutter Barbara (Katja Riemann), ebenfalls zauberhaft begabt, vor Stolz fast platzt, ist Vater Bernhard (Ulrich Noethen) von dem ganzen "Hex, hex" seiner Frauen nicht gerade begeistert. Und schon bald werden seine schlimmsten Albträume wahr: Zufällig kommt Bibi in den Besitz einer Kristallkugel, in der die böse Hexe Rabia (Corinna Harfouch) eine geklaute Formel der ewigen Jugend versteckt hat. Und um die zurück zu kriegen, schreckt Rabia vor keinem Mittel zurück...

Seit Jahrzehnten sind die Geschichten der vorwitzigen Hexe Bibi Blocksberg in deutschen Mädchenzimmern Pflichtprogramm. Stark an das große Vorbild Pipi Langstrumpf angelehnt, trieb Bibi jede Menge Schabernack und mischte die Erwachsenenwelt kräftig auf.

 

 

 

Der Bienenzüchter

O MELISSOKOMOS. Gr/ Fr 1986: 122 min: Die Reise eines gealterten Bienenzüchters in den Frühling wird für ihn, der den Bezug zum Leben verloren hat, zu einer Reise in den Tod. Er nimmt Abschied von den Stätten seines Lebens, Freunden und Familienangehörigen, und auch die Begegnung mit einer faszinierenden jungen Frau kann seine wehmütige Todessehnsucht nicht stillen. Ein bewegender, philosophisch gehaltvoller Film, dessen leise Melancholie sich in der kargen Erzählweise und im prägnanten Spiel des hervorragenden Hauptdarstellers spiegelt. O.m.d.U.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Big fish

USA 2003, Regie: Tim Burton, 125 min., mit Ewan McGregor, Albert Finney, Billy Crudup, u.v.a.Seit drei Jahren ist Will Bloom nun schon mit seinem Vater Edward zerstritten. Doch jetzt liegt der alte Herr im Sterben und sein Sohn unternimmt einen letzten Versuch, sich mit ihm zu versöhnen.

Er will endlich herausfinden, wer Edward Bloom wirklich ist. Denn zeitlebens hat der nur fantastische Lügengeschichten über sich und sein Leben erzählt. Glaubt man Edward Bloom, hat der als junger Mann gemeinsam mit einem Riesen seine Heimatstadt verlassen, in einem magischen Wald gegen mordlüsterne Fabelwesen gekämpft, die perfekte Stadt gefunden und umgehend wieder verlassen, mit einem Werwolf im Zirkus gelebt, seine geliebte Ehefrau Sandra mit 10.000 Narzissen betört, den Zweiten Weltkrieg quasi im Alleingang gewonnen, eine komplette Nacht auf dem Grund eines Sees verbracht und noch viele andere, schier unglaubliche Wunderdinge erlebt.

Edward Bloom war ein Held, ein Abenteurer, ein Genie - sein eigener Mythos. Doch er war nie ein richtiger Vater.

Sein Sohn Will rekapituliert nun all diese bizarren Geschichten, will unbedingt Spuren von Realität in den Lügenkonstrukten entdecken - nur, um schließlich zu erkennen, dass man sich mit solchen Lappalien wie der Wirklichkeit gar nicht aufzuhalten braucht, wenn man einen Mann wie Edward Bloom kennen, begreifen und lieben will.

Meisterregisseur Tim Burton (Edward mit den Scherenhänden, Sleepy Hollow) verfilmte den berühmten gleichnamigen Roman von Daniel Wallace als faszinierende Mixtur aus gigantischem Fantasy-Märchen und einer zutiefst anrührenden, wahrhaftigen Vater-Sohn-Geschichte.

The Big Lebowski

USA1998 FSK: ab 12 J, 112 Min. Regie: Joel Coen Darsteller: Jeff Bridges, John Goodman, Julianne Moore, Steve Buscemi, 
Inhalt:
Jeff Lebowski, der sich schlicht The Dude nennt, ist der wohl trägste Mensch von Los Angeles. Ein schlaffer Alt-Hippie, der sich ausschließlich von White-Russian-Cocktails ernährt, am liebsten Walgesänge hört und auch den Joint nur selten aus der Hand legt. Die verbleibende Zeit widmet er gemeinsam mit seinen Freunden Walter und Donny dem Bowling. Doch mit dem easy living ist es schlagartig vorbei, als der Dude mit einem gleichnamigen Millionär verwechselt wird. Erst pinkeln zwei Geldeintreiber auf seinen Lieblingsteppich, dann wird er von ihnen verprügelt, um Schulden seiner angeblichen Frau Bunny bei ihm einzukassieren. Schließlich wird eben diese Bunny entführt, und der echte Mr.Lebowski heuert seinen Namensvetter als Lösegeldkurier an. Als der Dude die Geldübergabe vermasselt, geht der Ärger erst richtig los... 

The BigOne

USA 1997, Regie: Michael Moore, 89 min., Michael Moores zweiter fulminanter Angriff auf die amerikanische Wirtschaftspolitik: Nach der Politsatire "Roger und Me" nutzt der ebenso raffinierte wie schwergewichtige Moore die Werbetournee zu seinem Buch "Downsize This" – ohne Wissen das Verlages – für die Dreharbeiten zu "The Big One". Ergebnis der Aktion ist eine schockierende und zugleich unglaublich witzige Aufklärungsstunde zur sozialen Situation des Wirtschaftslandes USA.

Blue - Im Rausch der Tiefe

FR 1987, 121 min, Der schüchterne Franzose Jacques Mayol (Jean-Marc Barr) und der temperamentvolle Italiener Enzo Molinari (Jean Reno) kennen sich seit ihrer frühesten Kindheit: Damals tauchten sie in einem kleinen Fischerdorf gemeinsam um die Wette. Die beiden verloren sich aus den Augen, nachdem Jacques Vater bei einem Tauchunfall ums Leben kam. Doch dann taucht Enzo eines Tages bei Jacques auf, um ihn zur Weltmeisterschaft im Tauchen ohne Pressluft-Tauchgerät einzuladen. Zwischen den beiden Freunden beginnt ein harter, aber herzlicher Wettkampf. Immer als Zuschauerin dabei ist die amerikanische Versicherungsangestellte Johanna (Rosanna Arquette), die sich unter ungewöhnlichsten Umständen in den französischen Taucher verliebt hat und verzweifelt versucht, einen Platz in seinem Leben zu finden.


Luc Bessons ("Johanna von Orleans", 1999) symbolschwangeres Epos über zwei ungleiche Taucherfreunde ist eine ungewöhnliche und zutiefst faszinierende Liebeserklärung an die Schönheit des Meeres. Besson nimmt seine Zuschauer mit auf eine Reise von Griechenland über Sizilien und New York bis nach Peru, ohne dabei sein eigentliches Sujet, das Meer, aus den Augen zu verlieren. Dabei vermischt er grandiose Bilder von azurblauen Wasserlandschaften mit der kongenialen stimmungsvollen Filmmusik seines Freundes und Hauskomponisten Eric Serra und schafft dabei ein unvergleichliches Fest für die Sinne. Wie bei den meisten Besson-Filmen ist auch hier wieder der begnadete Jean Reno (Léon - Der Profi", 1994) dabei, dem Besson die Rolle des temperamentvollen und zugleich melancholischen Italieners Enzo auf den Leib schrieb.

 

 

 

 

 

 

 

 

Blue Crush

USA 2003, 105 min., Regie:John Stockwell, Das Leben war für Anne Marie bislang ein Traum voller unerreichbarer Wünsche. Doch dieser Traum könnte Wirklichkeit werden, wenn sie es schafft, nicht in ihren eigenen Ängsten zu ertrinken.

Während die Uhr der Pipe Masters Surfmeisterschaft in North Shore auf Oahu entgegentickt, steht für Anne Marie mehr auf dem Spiel als nur in einer der gefährlichsten, aggressivsten und von Männern dominierten Sportarten mitzumischen. Sie muss auch den Wettkampf mit sich selbst gewinnen.

Anne Marie teilt sich eine Strandhütte mit ihren besten Freundinnen Eden und Lena sowie mit ihrer rebellischen, jüngeren Schwester Penny. Sie lebt für das adrenalin-gelandene Surferdasein - jeden Tag vor Sonnenaufgang aufstehen und sich den gefährlichen Wellen der Pipelines stellen.

Die Freundinnen jobben als Zimmermädchen in einer luxuriösen Hotelanlage, was zwar gerade ihre Rechnungen deckt, aber es erlaubt ihnen, sich ganz auf ihre Surfleidenschaft zu konzentrieren. Aber die Dinge ändern sich, als ein Team professioneller Football-Spieler mit schlampigen Angewohnheiten und dicken Brieftaschen im Hotel absteigt.

Ob sie will oder nicht, Anne Marie verliert - und findet - ihr Gleichgewicht, als sie sich in den Quarterback Matt Tollman verliebt. Plötzlich eröffnen sich Optionen: die Frau eines Gewinners zu sein oder selbst ein Gewinner?

Aber eigentlich gibt es nur eine Wahl für jemanden wie Anne Marie. Matt weiß das auch - deshalb mag er sie so sehr. Und als sich Anne Marie schließlich dem lähmenden Moment der Wahrheit am wichtigsten Tag ihres Lebens stellt, ist Matt an ihrer Seite, ebenso Lena, Eden und Penny. 

 

Black Box BRD

Deutschland 2001, Regie und Buch: Andres Veiel FSK: ab 12 Länge: 102 Min. Prädikat: besonders wertvoll Genre: Dokumentation. Bis in die 90er Jahre wird die Bundesrepublik von einer Machtprobe zwischen Staat und Rote Armee-Fraktion erschüttert. Alfred Herrhausen, Top-Manager der Deutschen Bank und einer der mächtigsten Männer der Bundesrepublik, fällt 1989 einem Attentat der RAF zum Opfer. Wolfgang Grams, Sympathisant der Rote Armee-Fraktion, rebelliert wie Viele seiner Generation. Er wird aktives RAF-Mitglied und geht in den Untergrund. Kurz vor seiner Verhaftung im Jahr 1993 stirbt Grams auf ungeklärte Weise am Bahnhof von Bad Kleinen...
Andres Veiel liefert mit seinem Dokumentarfilm ein spannendes Doppelporträt des Deutsche Bank-Managers Alfred Herrhausen sowie des RAF-Terroristen Wolfgang Grams. Sowohl Weggefährten des RAF-Aktivisten als auch die Familie Herrhausens kommen in dem Film zu Wort, der dieses jüngste Kapitel deutscher Geschichte kritisch und ausgewogen beleuchtet.

Blood Work

USA 2002, Von und mit Clint Eastwood. 108 min. Bei der Verfolgung eines Serienkillers erleidet FBI-Agent Terry McCaleb (Clint Eastwood) einen schweren Herzanfall. Zwei Jahre später erhält der todkranke Mann mit der seltenen Blutgruppe AB negativ ein Spenderherz. Das lebensrettende Organ stammt von einem weiblichen Mordopfer. Aus Dankbarkeit für die Spende, verspricht McCaleb der Schwester, den Mörder zu finden. Bei seinen Recherchen entdeckt er erstaunliche Parallelen zu dem ungeklärten Fall des Serienkillers von vor zwei Jahren. Anscheinend hatte es der gesuchte Täter nur darauf angelegt, McCalebs Leben zu retten... Zwar ziemlich altersschwach, doch nimmermüde präsentiert sich Clint Eastwood in seinem neuesten Streifen. Der mittlerweile 72-jährige Oscar-Preisträger geht einmal mehr als Einzelkämpfer auf Verbrecherjagd. Vom Staatsdienst pensioniert und ohne Detektivlizenz, muss er es nicht nur mit einem kaltblütigen Killer aufnehmen, sondern sich auch gegen den mächtigen Polizeiapparat durchsetzen.

 

Blue moon

Der Österreicher Johnny Pichler (Josef Hader) überreicht auf einem Parkplatz einem zwielichtigen slowakischen Geschäftsmann eine Tüte Dollarnoten an. Irgendetwas läuft schief und er droht als Geisel zu enden. Doch bevor er sich umschaut, hat ihn dessen Animierdame Shirley (Viktoria Malektorovych) ins Auto gezogen und sich mit ihm auf die Flucht begeben. Die beiden kommen sich zwar etwas näher, doch bevor es richtig funkt, trennen sich ihre Wege. Verzweifelt versucht Johny seine ukrainische Traumfrau wieder zu finden. Auf seiner Suche begleitet ihn Ignaz (Detlev Buck), der sich mit kleinen Diebstählen und großen Sprüchen über Wasser hält. In Kiew trifft Johnny die angebliche Schwester von Shirley. Erst durch Zufall findet er heraus, dass sie in ihrer Kindheit ein schweres Schiffsunglück überlebt hat und gar keine Schwester hat. Mit einer Schifffahrt, genau da, wo ihre Familie ums Leben kam, versucht er ihr Herz zu erobern...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blue velvet

USA 1985, Thriller von David Lynch mit Dennis Hopper, Isabella Rossellini, 120 min., Lumberton ist eine idyllische, friedliche Kleinstadt. Doch dann findet der Amateurdetektiv Jeffrey Beaumont ein abgeschnittenes Ohr - ein alptraumhafter Trip in die Welt von Sex, Gewalt und Sado-Maso beginnt!

Auf der Suche nach einem Verbrecher dringt er in die Wohnung der erotischen Sängerin Dorothy ein, entsetzt wird er Zeuge einer Vergewaltigung. Als Jeffrey entdeckt wird, kann er nicht mehr aussteigen!

 

Blueprint
D 2003, 110 min, Regie: Rolf Schübel. Die Geschichte des ersten geklonten Menschen und seiner Suche nach der Identität. Die Geschichte eines Mutter-Tochter-Konflikts und seiner Aussöhnung. Franka Potente als weltberühmte Pianistin, die sich reproduzieren lassen will und erst nach 20 Jahren die Folgen ihres Tuns sieht. Bis dahin ist ihre Tochter - ebenfalls von Franka Potente dargestellt - schon in die Wälder Kanadas geflüchtet. Wird sie zu ihrer todkranken Mutter zurückkehren?
Irgendwann in naher Zukunft. Siri Sellin (FRANKA POTENTE) erfährt, dass sie ein Klon ihrer Mutter, der weltberühmten Pianistin und Komponistin Iris Sellin (FRANKA POTENTE) ist. Iris ist unheilbar krank und hat den ehrgeizigen Reproduktionswissenschaftler Martin Fischer (ULRICH THOMSEN) überzeugt, mit einem Klon, ihr musikalisches Talent - und ihn als Forscher - unsterblich zu machen.

Siri zerbricht fast an dem Wissen, eine Kopie ihrer Mutter zu sein, eine Blaupause, ein Blueprint. Als junge Frau flieht sie aus ihrem Leben und versucht, in der Weltabgeschiedenheit Kanadas zu sich zu finden. Dort begegnet sie Greg (HILMIR SNAER GUDNASON) und zum ersten Mal scheinen ihre Gefühle sie nicht zu täuschen. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Sie erfährt, dass Iris bald sterben wird. Siri steht vor der Entscheidung ihres Lebens...

BLUEPRINT ist die Geschichte des ersten geklonten Menschen und seiner Suche nach Identität. Die Geschichte eines Mutter-Tochter-Konflikts und seiner Aussöhnung. Vor allem aber ist BLUEPRINT die Geschichte einer großen Liebe. Denn Seelen lassen sich nicht klonen...

Die Blume des Bösen

Fr 2003, 104 min, ab 12 J. Die Familie Charpin-Vasseur.Gut situiert, schöner Garten, schönes Haus. Alles in einem kleinem Ort in der Nähe von Bordeaux. Sie, eine ambitionierte Lokalpolitikerin, er, ein im Ort angesehener Apotheker. Aber was stimmt zwischen ihnen nicht?
Ist es nur der Parteifreund der Gattin, der stört? Oder des Ehemanns offenkundiges Interesse auch an anderen, möglichst jüngeren Frauen? François, der Sohn, kommt aus Amerika zurück. Die Begrüßung zwischen ihm und seiner Schwester fällt äußerst liebevoll, fast leidenschaftlich aus.
Aber warum ist er ins Ausland gegangen, warum kommt er jetzt wieder? Die ältere Tante, oft betont gut gelaunt, bekocht die Familie besonders gern mit Lieblingsgerichten und scheint für Sorgen und Nöte aller da zu sein.
Aber: Wer schreibt anonyme Briefe, die die Familie Charpin-Vasseur eines unaufgeklärten Verbrechens beschuldigen? Was geht wirklich vor in diesem Haus? Was ist hier passiert?
Filmkritiken
film-dienst 15/2003: Eine von Claude Chabrol mit hintergründigem Schmunzeln dargebotene, mildaltersweise Variante seines Lieblingsthemas von der Dekadenz der Bourgeoisie, der er eine unschuldig-junge Liebe als Hoffnungsträger entgegensetzt. Schnörkellos fotografiert und von einem bis in die Nebenrollen überzeugenden Ensemble gespielt, bietet der Film intelligent-hintergründige Unterhaltung.

Peter Claus, Rhein-Zeitung (25. Juli 2003): Chabrol serviert die Gruselmär genüsslich. Die Köpfe rollen wie nebenbei. Gevatter Tod trippelt und tänzelt durch die Szenerie. (...) Chabrol hat seine Inszenierung als heiteres Chanson arrangiert: handwerklich perfekt und schauspielerisch exzellent, von Stars wie Nathalie Baye und Benoît Magimel sehr charmant und sehr leicht umgesetzt.

Die Bourne Identität

USA 2002, Regie: Doug Liman, Drehbuch: Tony Gilroy, William Blake Herron, Kamera: Oliver Wood, Musik: John Powell, Darsteller: Matt Damon, Franka Potente Brian Cox, Chris CooperEin Agenten-Thriller nach klassischem Strickmuster. Altmodisch im besten Sinn. Dank Franka Potente mit Publikums-Potenzial auch jenseits der Kinocenter. Franka rennt - nun auch für Hollywood: nach ihrem kleinen, aber feinen Traumfabrik-Einstand an der Seite von Johnny Depp im Drogendrama „Blow“, kommt der „Lola rennt“-Star nun ganz groß mit dem einst „Talentierten Mr.Ripley“ Matt Damon auf die Leinwand. Nach der Thriller-Vorlage des suspense-Spezialisten Robert Ludlum inszenierte Independent-Filmer Doug Liman („Swingers“) die Geschichte des Top-Agenten Jason Bourne, der sein Gedächtnis verloren hat. Auf der Suche nach der eigenen Identität wird der Held von finsteren CIA-Agenten gejagt. In der jungen Deutschen Marie findet er in letzter Minute eine schöne Verbündete. Für 20.000 Dollar verhilft Marie dem smarten Fremden im MiniCooper zur Flucht von Zürich nach Paris. Dort warten bereits die Häscher, die der skrupellose Agenten-Abteilungsleiter auf seinen Top-Spion ansetzt. Mit geschickter Kampftechnik samt einer spektakulären Verfolgungsjagd im Kleinstwagen durch die Straßen von Paris kann das Duo in letzter Minute der Staatsmacht entkommen. Im kleinen Hotelversteck kommt es zur größeren Romanze beim Haarefärben – doch die nächsten Killer warten längst: erneut heisst es nun für die Ex-Lola: „Jason rennt“.Wenig überraschend, dass die Story selbst genretypisch reichlich vorhersehbar ist, gut und böse klar verteilt und diverse Logik-Fehler unvermeidlich sind. Durchaus spannend allerdings wirkt, wie der erinnerungslose Spion-Supermann sich immer wieder aus den heiklen Situationen befreit. Hübsche Actionsequenzen, vor allem jene spektakuläre Auto-Hatz durch Paris, sorgen für ausreichend Adrenalin-Potenzial. Mit bemerkenswerter Distanz werden die Gewaltszenen jenseits der Comic-Ästhetik inszeniert: da wird der Franka schon einmal speiübel, wenn der Agenten-Freund zu hart zuschlägt. Oder es gibt hörbar schmerzhafte Töne, wenn die schurkischen Schergen eine Treppe hinunterfallen.

Gelungenem Timing sei Dank hält der Thriller durchgängig die Spannung. Die Chemie zwischen Damon und Potente stimmt perfekt, mit charmanter Leinwandpräsenz kann sich der deutsche Star bestens gegen ihren Oscar-gekrönten Partner behaupten. Kein cineastischer Meilenstein, aber Thriller-Unterhaltung der besseren Art

 

 

 

 

 

 

Bowling for Colombine

Im zweiten Verfassungszusatz der USA wird jedem amerikanischen Bürger "zur Sicherheit des Staates" das Recht auf Waffenbesitz zugesprochen. Die Vertriebswege zur Umsetzung dieses Gesetzes sind bisweilen skurril. Man bekommt Gewehre als Willkommensgeschenk bei Eröffnung eines Bankkontos oder Patronen als Zugabe zum Haarschnitt beim Friseur. Momentan kursieren rund 250 Millionen Schusswaffen in den Vereinigten Staaten. Die beiden Schüler Dylan Klebold und Eric Harris hatten daher keinerlei Probleme an Gewehre heranzukommen, als sie am Morgen des 20. April 1999 in ihrer Schule in Littleton ein blutiges Massaker anrichteten. 12 Schüler und ein Lehrer fanden damals den Tod...


Amerikas wohl zynischter Dokumentarfilmer Michael Moore nahm die Highschool-Tragödie zum Anlass das Verhältnis seiner Landsleute zum Recht auf Waffenbesitz zu hinterfragen: "Sind wir verrückt nach Waffen - oder sind wir nur verrückt?" Warum sterben in den USA pro Jahr rund 11.000 Menschen durch Schusswaffengebrauch? Liegt es an den Medien? An dem leichten Zugang zu Waffen? Oder an der blutigen Vergangenheit der USA? Michael Moore verneint all diese Thesen. Für ihn liegt es vor allem daran, dass die Amerikaner wie kein anderes Volk von Regierung und Öffentlichkeit in ständiger Paranoia gehalten werden. Nach seiner Meinung ist die Geschichte der USA eine Geschichte der Angst. Angst vor den Engländern, Angst vor den Sklaven, Angst vor Terroristen. Als bizarre Folgen der organisierten Paranoia wird den Amerikanern mittlerweile sogar Angst vor Rolltreppen, Bienen und Äpfeln gemacht. In dem rasanten Trickfilm-Intermezzo "A Brief History of America" wird dieser gedankliche Ansatz pointiert auf die Spitze getrieben. In seiner Dokumentation präsentiert Moore mehr oder weniger unkommentiert Waffennarren, Zeugen des Littleton-Massakers und als Höhepunkt Charlton Heston, den Schauspieler und Vorsitzenden der NRA (National Riffle Association). Zu den weiteren Höhepunkten zählen Interviews mit dem Rocksänger Marilyn Manson und "South Park"-Zeichner Matt Stone. Dabei bezieht Moore eindeutig Stellung gegen die Waffenlobby. An so mancher Stelle ist die subjektive Färbung seiner Dokumentation deutlich spürbar. Doch die Vielzahl interessanter und aufschlussreicher Fakten und die satirisch unterhaltende Erzählweise machen diesen Film zu einem absoluten Genre-Highlight, das in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury bedacht wurde

 

 

 

Bram Stoker´s Dracula

 USA 1992, 132 min, Regie: Francis Ford Coppola, moderne Version des Dracula-Stoffes mit Keaneu Reeves, Gary Oldman; Inhalt
Immobilienmakler Jonathan Harker (Keanu Reeves), geschäftlich unterwegs in Transsylvanien, folgt der Einladung eines alten Grafen. Bereits kurz nach der Ankunft auf dem Schloß entdeckt er, wer sein Gastgeber wirklich ist: Dracula (Gary Oldman), der Fürst der Vampire. Als Dracula ein Foto von Jonathans Verlobter Mina (Winona Ryder) sieht, ist es um den Meister der Dunkelheit geschehen: Mina gleicht Draculas verstorbener Braut Elisabeta aufs Haar! Dracula überlistet Jonathan und reist blutdürstend zu Mina nach London... Grauenerregend, blutig, erotisch, sinnlich, wunderbar. Francis Ford Coppolas Meisterwerk ist ganz großes Kino - ausgezeichnet mit 2 Oscars¨!

Bread and roses

GB 2000, Regie: Ken Loach, 110 min, ab 12 Jahre. OmU. Spannender, emotionaler Film, in dem der britische Regieveteran Arbeitskampf und private Schicksale miteinander verknüpft. Maya erhofft sich ein besseres Leben in den USA. Mit Hilfe von Menschenschmugglern kommt sie zu ihrer Schwester Rosa nach Los Angeles. Sie bekommt einen Job in einer Bar und bei einem Putzunternehmen, wo die Arbeiter, fast alle Immigranten, hemmungslos ausgenutzt werden. Maya lässt sich das nicht gefallen. Es entstand ein Kino-Film voller Energie und Emotion, trotz des „schweren" Themas voller Leichtigkeit. Denn man weiss: die Hoffnung stirbt zuletzt.

Brennen im Wind

Italien 2001, Regie: Silvio Soldini („Brot und Tulpen"). Tobias (Filip Gottschalk) wächst als Sohn der Dorfhure in einem kleinen Ort irgendwo in Osteuropa auf. Als er eines Tages mitbekommt, dass der Dorflehrer (Jaromir Dulava), einer der vielen Männer seiner Mutter, sein eigener Vater ist, treibt er diesem Mann, zutiefst gedemütigt, ein Messer in den Rücken und flieht aus dem Dorf. Tobias gibt sich den neuen Namen Dalibor (Ivan Franek) und beginnt irgendwo in der Schweiz ein tristes Leben als Fabrikarbeiter. Verfolgt von dem Albtraum, seinen eigenen Vater getötet zu haben, bleibt Tobias nur noch wenig Trost. Er sucht Zuflucht in der Schriftstellerei und in dem Gedanken an seine große imaginäre Liebe Line. Tobias fristet ein trauriges und monotones Dasein, bis Line (Barbara Lukesova) tatsächlich eines Tages in seinem Leben auftaucht. Sie, die Tochter des Dorflehrers, drückte damals neben ihm die Schulbank...

 

Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück

GB/USA 2001. Regie: Sharon Maguire. Scharfsinnig-spöttische Singles studie nach dem Bestsellerroman um das drollige Liebesleben einer übergewichtigen, quasselig-taktlosen Engländerin (Rene Zellweger ).Bridget Jones raucht, trinkt und redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Ihr Liebesleben ist chaotisch. Entgegen besserer Vernunft beginnt sie ein Verhältnis mit ihrem überheblichen Boss, um alsbald von ihm sitzengelassen zu werden. Darauf kreuzt sich ihr Weg mit dem versnobbten Anwalt Darcy (Hugh Grant). Bislang waren all ihre Treffen peinlich ausgefallen. Es entsteht eine lebhafte Liebeskomödie um die Suche nach Lust, Liebe und Selbstakzeptanz mit herzhaft charmanter Selbstironie.

 

 

 

 

 

 

 

Der Brief des Kosmonauten

D 2001, Regie: Vladimir Torbica, ab 6 Jahre, 94 min. Die Träume von Gottfried Wormsbecher (Oliver Bäßler) sind einfach: Er wünscht sich, dass seine Familie das tiefe Sibirien hinter sich lässt, um in Deutschland ein angenehmeres Leben zu führen. Als Russlanddeutsche bekommen sie problemlos die Genehmigung zur Übersiedlung. Die jungen Russen Boris, Sergej, Ruslan und Jurij haben keine Chance zur legalen Einreise und schaffen es trotzdem nach Deutschland zu kommen. Ihre Träume liegen in Amerika, wo sie Schauspieler, Musiker oder Fremdenlegionär werden wollen. Verglichen mit den Träumen des kleinen Heinrich (Frederick Lau) sind selbst das realistische Ziele, denn Heinrich verlässt seine Familie um Astronaut zu werden. Auf der Suche nach einer Unterkunft trifft er die vier illegal in Deutschland lebenden Russen, die ihn zunächst nur widerwillig aufnehmen...

"Der Brief des Kosmonauten" ist ein spannender und innovativer Film, der Spaß macht. Die schauspielerischen Leistungen, besonders des jungen Frederick Lau, sind beeindruckend, weil natürlich. Das Ergebnis ist ein Film, dem es erfolgreich gelingt, den Spagat zwischen Poesie und Ernsthaftigkeit zu vollziehen. Dazu trägt auch die Musik von Vladimir Genin bei. Die zugrundeliegende Geschichte ist traurig und spielt mit den Träumen der Erwachsenen und denen des Jungen. Besonders die Träume aus der Sicht des Kindes sind gelungen und werden mit Weltraumbildern visuell schön umgesetzt

 

 

 

USA 20
Mit Hilfe der Wahrsagerin 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Broken Silence

CH 1996. 

Schweiz 1996, OmU, Regie: Wolfgang Panzer. Ein Karthäuser-Mönch aus der Schweiz ist unterwegs nach Indonesien um dort eine Vulkanologin zu treffen. Ihr gehört sein Kloster dessen Pachtvertrag abläuft. Wegen Klaustrophobie muss er das Flugzeug in Indien verlassen. Er verliert sein Geld und trifft auf eine junge schwarze New Yorkerin, die ein Geheimnis umgeben zu scheint. Gemeinsam machen sie sich auf eine abenteuerliche Reise durch eine fremde Welt.

Die Reise wird eine faszinierende Suche nach dem verschütteten Selbst und eine Auseinandersetzung mit alten Traditionen und Sinngebungen.

Das er im Orden ein Schweigegelübde abgelegt hat, macht die Sache nicht einfacher.

„Dieser Film ist für mich wie gute Musik die man immer und immer wieder hören will. Ich habe all` meinen Freunden davon erzählt. Für mich ein absoluter Pflichtfilm mein Lieblingsfilm. ich werde ihn mir noch sehr oft anschauen!!!! Würde ich wissen bräuchte ich ja nicht zu glauben.......war so einer meiner Lieblingssätze"

Broken wings

Broken Wings ist die optimistische Geschichte einer Familie, die - trotz einer Serie von Tragödien und Krisen - den Weg vom Rand des Abgrunds zurück ins Leben findet. Mit großer Sensibilität hält Bergman die Balance zwischen Drama und Komödie und zeigt Menschen, die nach und nach begreifen, wie der Zusammenhalt der Familie ihnen Kraft geben und ihre Wunden heilen kann.

Der tragische Tod des Vaters stürzt die Familie Ulman in eine tiefe emotionale und finanzielle Krise. Während sie verzweifelt versuchen, zurecht zu kommen, entfremden sich Dafne und ihre vier Kinder zunehmend voneinander. Der fünfjährige Bar fühlt sich vernachlässigt, während der zehn Jahre alte Ido plant, den Weltrekord im Turmspringen zu brechen  in ein leeres Schwimmbecken. Yair, der Sohn im Teenager-Alter, weigert sich, in die Schule zu gehen und verteilt lieber als Maus verkleidet Flugblätter in der U-Bahn. Und die siebzehnjährige Maya kämpft gegen Wut und Schuldgefühle, da sie die Rolle der Ersatzmutter für die jüngeren Kinder übernehmen muss. Während ein Tag im Leben der Familie vergeht und sich die einzelnen Geschichten der trauernden Familienmitglieder verbinden, beginnt ein unerwarteter Vorfall, alle in eine Richtung zu ziehen. Neue Hoffnung keimt auf und sie erhalten die Chance, ihre gebrochenen Herzen zu heilen und ihre gebrochenen Flügel wieder auszubreiten.

Brot und Tulpen

Italien 2000, 118 min., Regie: Silvio Soldini, ab 6 J. Ist das Leben nicht wundervoll? fragte die Kritikerin der SZ, nachdem sie diesen Film gesehen hatte. Rosalba ist mit Mann und zwei Söhnen auf Besichtigungstour antiker Ruinen und wird an einer Autobahnraststätte von der Busgesellschaft einfach vergessen. Per Anhalter landet sie in Venedig und beschließt sich die Stadt ein wenig anzuschauen. Als sie am nächsten Tag auch noch den Zug verpasst, stürzt sie sich in weitere kleine Abenteuer und genießt die Freiheit. Mit Bruno Ganz als Kellner. „Und wenn man all diesen Menschen nahegkommen ist, dann löst sich diese Geschichte zunehmend vom Boden der grauen Wirklichkeit, hebt ab in die schwerelose Welt der Liebeskomödie, und alles ist gut, noch Tage nachdem man dieses kleine Wunder von einem Film gesehen hat.



Bruce Almighty

USA 2003, Regie: Tom Shadyac, 92 min., Bruce (Jim Carrey) ist Fernsehreporter und mit seinem Leben ständig unzufrieden. Am Ende eines verkorksten Tages lässt er seiner Wut freien Lauf und gibt Gott in einer Schimpfkanonade die Schuld an seiner Misere. Gott hört zu. Und antwortet: wenn Bruce meint, er könnte seinen - Gottes - Job besser machen, dann soll er es ruhig einmal probieren. Und so wird Bruce allmächtig, für eine Woche ..., ab 6 Jahre.

Buena Vista Social Club

D 1999, Regie Wim Wenders, 105 min.  In ihrer Heimat genießen sie Kultstatus, ihre Musik steht für das pulsierende Leben Kubas. Der bekannte US-Komponist Ry Cooder hat diese kubanischen Musik-Legenden für ein einmaliges Musik-Projekt gewinnen können: "Buena Vista Social Club".

Das Album "Ry Cooder and the Buena Vista Social Club" avencierte zum internationalen Überraschungshit und wurde mit einem Grammy ausgezeichnet. Seit der Erstveröffentlichung wurde es über drei Millionen mal verkauft. Ry Cooders langjähriger Freund, der deutsche Regisseur Wim Wenders, hat den legendären kubanischen Soneros nun ein filmisches Denkmal gesetzt.

Über mehrere Monate hinweg begleitete er die Musiker mit einem kleinen Filmteam in Kuba und während der einzigen Konzerte, die der "Buena Vista Social Club" jemals gegeben hat: Im April 1998 in Amsterdam und im Juli 1998 in New York.

Buster Keaton - Seven chances

USA 1925. 57 min. Buster soll ein Vermögen erben. Es gibt jedoch eine Bedingung; er muss rechtzeitig bis sieben Uhr abends verheiratet sein. Da er solche Pläne bislang nicht hatte, sucht er zuerst vergeblich nach einer Braut. Doch als er eine Annonce aufgibt, muss er sich auf einmal hunderter erwehren, bis es schließlich doch noch zum Happy-End kommen kann.


Bungalow

D 2002, 85 min., 1. Preis Filmfest Schwerin. Hochsommer in einer deutschen Kleinstadt. Vier Tage im Leben eines Jugendlichen. Er wird fahnenflüchtig, verkriecht sich in einem Bungalow in der Provinz, seine Freundin macht Schluss und er verliebt sich in die Freundin des grossen Bruders. Viele Gründe, aus dem Bungalow zu verschwinden. Ein verhindertes Road-movie, eine Geschichte über Revolte in einer revoltefreien Zeit, ein Porträt einer jungen Generation, deren Ziellosigkeit zu einer merkwürdigen Antriebslosigkeit führt, aber auch in Aggression umschlagen kann.





Bye, bye bluebird

Barba (Sigri Mitra Gaini) und Rannvá (Hildigunn Eydfinsdottir) sind unzertrennliche Freundinnen. Nachdem sie jahrelang in der Großstadt gelebt haben, kehren sie auf die Faröer Inseln zurück, wo sie aufgewachsen sind. Leider kommt es auch nach der langen Zeit der Abwesenheit wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Barba und ihrem Stiefvater. Also beschließen die beiden Freundinnen, die Flucht zu ergreifen. Sie treffen auf den Fischer Rúni, der zwar immer eine leichte Alkoholfahne hinter sich her zieht, ansonsten aber sehr nett ist. Rúni nimmt die beiden Mädchen mit auf eine Tour um die Insel...
"Bye Bye Bluebird" erhielt 1999 u.a. den Hauptpreis der Nordischen Filmtage in Lübeck und den Preis der Ökumenischen Jury auf dem Filmfestival Mannheim-Heidelberg, sowie im Jahr 2000 den Tiger Award in Rotterdam. Der Film wird im dänischen Original mit deutschen Untertiteln in die Kinos kommen