Unsere Filme A

8 Frauen

F 2001, R: Francois Ozon, 103 min. Französisches Kino vom Feinsten. Eine Krimi-Musical-Komödie mit erlesener weiblicher Starbesetzung: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Beart, Fanny Ardant, u.a.. Es ist Weihnachten, das Fest der Familie und der Liebe. Alle versammeln sich auf dem Landsitz der Eltern: die gebrechliche Großmama, die Grand Dame des Hauses, ihre jüngere Schwester, die verschrobene Tante, die schwarze Köchin und das junge Dienstmädchen. Nur einer fehlt - der Hausherr - er ist tot. Eine der Damen ist die Täterin. Energiegeladen und mit viel Esprit gedreht. Ein wunderbares Spiel entsteht vor unseren Augen: mit den Farben, mit der Musik, mit den Gags und vor allem mit den Rollen der großen Schauspielerinnen. Entstanden ist eine kraft- und humorvolle Komödie.

 

About a boy

USA 2002, mit Hugh Grant, Toni Collette, 103 min.Verfilmung des Bestsellers von Nick Hornby. Er ist ein Playboy, wie er im Buche steht: reich, charmant und völlig gewissenlos. Ziel seiner Bemühungen sind vorzugsweise alleinerziehende Mütter - weil die es sich nicht leisten können, wählerisch zu sein und leichter zu verlassen sind. Aber eines Tages wird auch er eingewickelt - vom 12-jährigen Sohn eines seiner neuesten Opfer. Eine amüsante Geschichte vom Erwachsenwerden eines Erwachsenen.

About Schmidt

USA 2002,Darsteller: Kathy Bates, Hope Davis, Jack Nicholson, Regie+Drehbuch: Alexander Payne, FSK: ab 6 Länge: 124 Min. Prädikat: besonders wertvoll. Der Versicherungsvertreter Warren Schmidt (Jack Nicholson) wird nach jahrzehntelangen treuen Diensten aufs Abstellgleis geschoben. Warren ist zutiefst betrübt, als ihn schließlich noch ein zweiter Schicksalsschlag ereilt: Nach 42 Ehejahren stirbt völlig unerwartet seine Frau. Warren verwahrlost in seinem nun scheinbar sinnentleerten Dasein. Zu allem Überfluss bereitet ihm die bevorstehende Hochzeit seiner Tochter Jeannie (Hope Davis) Sorgen, die ausgerechnet den nicht gerade vor Intelligenz strotzenden Wasserbettverkäufer Randall (Dermot Mulroney) ehelichen will. Schmidt beschließt, sich ins Wohnmobil zu setzen, um seine Tochter vor dem vermeintlich schlimmsten Fehler ihres Lebens zu bewahren...


 In loser Anlehnung an Louis Begleys Roman "Schmidt" hat Alexander Payne eine Paradegeschichte für Jack Nicholson geschrieben. Die Rolle des alternden Vorstadtspießers ist dem zweifachen Oscarpreisträger wie auf den Leib geschneidert. Mit einem völlig uneitlen Spiel liefert Nicholson eine One-Man-Show ab, bei der er oft genug das eigene Image auf die Schippe nimmt. Mit asymmetrisch gescheiteltem, dünnem Haar und beim Sitzpinkeln bringt der Star des Films sein Publikum zum Schmunzeln. Ein netter Regiekniff ist allerdings der Einbau von Warrens afrikanischem Patenkind Ndugu. In Briefen an den kleinen Jungen, die aus dem Off verlesen werden, schüttet Warren sein Herz aus und gibt dem Publikum Einblick in seine kleine Spießerseele. Ein gelungenes tragikomisches Element innerhalb dieses Roadmovies, das seine Aussichten auf Erfolg hauptsächlich seiner brillanten Hauptfigur verdankt.

Absolut Warhola

Deutschland 2001. Regie: Stanislaw Mucha, 80 min. Ein höchst vergnüglicher Dokumentarfilm über die Heimat des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol, dem Dreiländereck zwischen Slowenien, Polen und der Ukraine. Liebevoll-respektlos zeichnet der Regisseur ein Ambiente von zwei Kleinstgemeinden, die zwar ein Museum von Andy Warhol beherbergen, sonst aber mit ihrem berühmten Bekannten nach ihrer Art umgehen. „Wir wußten schon immer, dass Andy Warhol ein Maler ist, nur nicht, ob er Zimmer oder Häuser anstreicht, oder Bilder malt"(Janko Zavacck, Cousin von Andy Warhol)

 

 

Adaption

Drehbuchautor Charlie Kaufman (Nicolas Cage) hat eine Schreibblockade und steckt dadurch mitten in einer schweren Identitätskrise. Er soll eine völlig unverfilmbare Buchvorlage über Orchideen für die Leinwand adaptieren. Doch er findet einfach keinen geeigneten Ansatz. Zu allem Überfluss nervt ihn sein Zwillingsbruder Donald (Nicolas Cage) mit einem eigenen Skript über einen Serienkiller mit multipler Persönlichkeit. Charlie zieht sich immer mehr zurück, wird depressiv und beginnt mit dem Leben zu hadern. Bis er sich selbst in sein Drehbuch hineinschreibt und der Plot anfängt sich zu verselbstständigen...

So etwas kann auch nur einem Autoren einfallen, der bisher mit so durchgeknallten Geschichten wie "Being John Malkovich" oder "Human Nature" aufgefallen ist. Aus purer Verzweiflung darüber, tatsächlich damit beauftragt worden zu sein, "The Orchid Thief" von Susan Orlean in ein Drehbuch zu verwandeln, schrieb Charlie Kaufman eine irrwitzige Komödie über die Schwierigkeiten ein Drehbuch zu verfassen. Dabei wirft er alle Theorien über den Haufen; springt nach Belieben in Zeiten und Ebenen. Er vermischt Realität und Fantasie und lässt zu Beginn die gesamte Entwicklungsgeschichte der Erde - bis hin zu seiner Geburt - im Eiltempo durchlaufen. Um seine innere Zerrissenheit zu visualisieren, erfindet Charlie Kaufman einen Zwillingsbruder namens Donald, der sich blind den kommerziellen Gesetzen Hollywoods unterwirft und einen Thriller schreibt, in dessen Titel er bereits die Auflösung verrät. Kaufman treibt die Irrungen und Wirrungen auf die Spitze, indem er den fiktiven Bruder in die reale Welt adaptiert und in den Credits als Koautoren aufführen lässt. Nahezu unglaublich, dass es Regisseur Spike Jonze in seiner zweiten Zusammenarbeit mit Charlie Kaufman vorzüglich schafft, dessen schräge Story in einen einigermaßen gradlinigen Film zu verwandeln. Dafür kramt er sogar die Kulissen von "Being John Malkovich" wieder hervor und versetzt die Handlung mitten hinein in die Zeiten der Dreharbeiten zu ihrem ersten gemeinsamen Werk. "Adaption" ist eine irrwitzige "Film im Film"-Geschichte, mit einem glänzenden Nicolas Cage in einer Doppelrolle. Allein durch Mimik und Gestik ist der Zuschauer jederzeit im Bilde, welchen Kaufman er gerade verkörpert.

Die Ahnungslosen

Regie: Ferzan Ozpetek („Hamam") 105 min. Die berührende und aufregende Geschichte einer jungen Frau, die nach dem Unfalltod ihres Mannes feststellt, dass er jahrelang ein Verhältnis hatte. Als sie ihm im berühmten quartiere ostiense von Rom nachspürt, entdeckt sie, dass es sich bei der Geliebten um einen schwulen jungen Mann handelt. Verwirrt entschließt sie sich, mehr über ihren Mann und sein zweites Leben zu erfahren. Dabei taucht sie in die Wohngemeinschaft voller schräger Typen ein und ist von ihr fasziniert. Langsam kommt sie sogar dem Geliebten ihres Mannes näher. Eine feine Doppelbödigkeit entsteht. Der Film von Ozpetek zeichnet sich vor allem durch seine Lebensfreude aus. „Gerade hier, in meinem Stadtviertel, in unmittelbarer Nachbarschaft zum mächtigen Gasometer und zum Großmarkt, zeichnen sich die Menschen durch überbordende Vitalität und durch eine große Warmherzigkeit aus", sagt der Regisseur. Genauso ist dieser Film mit Marghe-ser Welt") in der Hauptrolle.

A.I. - Künstliche Intelligenz

Regie: Steven Spielberg nach der Vorlage von Stanley Kubrick. In einer unbestimmten Zeit nach der Polschmelze nimmt eine Familie einen künstlichen Jungen auf. Er ist auf die Mutter programmiert, doch kommt mit den „orga"-nischen Menschen in Konflikt. Das „Kind" wird von seiner Mutter ausgesetzt. Es hat nur noch den Wunsch, Mensch zu werden. Nach einer Voraussage kann er es durch die Verbindung von Fktion und Märchen, hier: Pinocchio, dies schaffen. Doch es werden noch Jahrhunderte und viele Abenteuer vergehen, bis es ihm gelingt. „E.T." und die Fragestellungen eines Kubricks. 145 min.

Ali

1964 steigt Cassius Clay gegen den Schwergewichtsweltmeister Sonny Liston in den Ring und gewinnt. Ein neuer Champ ist geboren. Doch so überwältigend Clays Aufstieg war, so tief ist kurz darauf sein Fall. Clay konvertiert zum Islam, erhält den Namen Muhammad Ali und zieht damit die Ablehnung der vom Rassismus geprägten amerikanischen Gesellschaft auf sich. Der Champ verweigert außerdem den Kriegsdienst in Vietnam, was eine Anklage und den Entzug seiner Boxlizenz zur Folge hat. Nachdem schließlich auch seine erste Ehe scheitert und immense Gerichtskosten Alis Vermögen verschlingen, scheint der Champ am Boden. Doch bereits dreieinhalb Jahre später plant er sein glorreiches Comeback und fordert den legendären George Foreman in Zaire zum Kampf aller Kämpfe heraus...


Mitreißender Sound und Trainingsszenen im Rhythmus der Musik ziehen den Zuschauer gleich zu Beginn des Films in ihren Bann. 160 Minuten lang verfolgt man gespannt das Leben der Boxlegende Muhammad Ali zwischen authentisch inszenierten Fights, seiner bekannten Großmäuligkeit, dem Hang zu Frauenaffären und seinem Eintreten für Glauben und Gerechtigkeit. Zwar ist Will Smith die Rolle des Schwergewichtlers wie auf den um 15 Kilo schwereren Leib geschneidert, doch wird man das Gefühl nicht los, dass Michael Manns Biopic die Persönlichkeit des Champ nur an der Oberfläche erfasst. Der Film rast zu schnell voran und gibt den leiseren Momenten nicht den Raum, den es bräuchte, um hinter die Fassade dieser facettenreichen Kämpfernatur zu blicken. Das ist schade, denn Will Smith hat sein Äußerstes gegeben und doch hätte man gerne mehr von seinem Innersten gesehen. Trotz allem ist Michael Manns "Ali" ein Film, der seine Gegner bestimmt nicht fürchten muss.

Allein unter Nachbarn
Spanien 2000.106 min, Regie: Alex de la Iglesia. Eine erfolglose Immo-bilienmaklerin quartiert sich für ein paar Tage in einem leerstehenden Luxusappartement ein, das sie potentiellen Mietern vorführen soll. Das Glück ist jedoch von kurzer Dauer. Die Feuerwehr findet in der Nachbarwohnung die Leiche eines verwesten Mannes. Beim Abtransport entdeckt Julia 300 Millionen Peseten, einen Toto-Hauptgewinn, den der Alte vor der niederträchtigen Hausgesellschaft versteckt hat. Das Problem ist nun, den unverhofften Reichtum unbemerkt aus dem Haus zu schaffen, denn die skrupellose Meute der Nachbarn aus der Calle No 14 ist seit Jahren hinter dem Schatz im oberen Stockwerk her und - von Gier zerfressen - zu allem bereit. Die Jagd beginnt .... Entstanden ist ein Kino-Cocktail, der alles hat: Action, Spannung, Thrill - und eine gute Portion bitterbösen Humor. Ab 16 Jahre.

Alles über meine Mutter
Spanien 1999. OSCAR 2000 für den besten fremdsprachigen Film. In einem fast reinen Frauenfilm kehrt die Krankenschwester Manuela ( Cecilia Roth ) nach Barcelona zurück. Diese Stadt hat sie vor 18 Jahren bei der Geburt ihres Kindes verlassen. Sie sucht den Kindsvater, der als Transvestit Lola durch die Gegend tingelt. Auf dieser Suche trifft sie ihre alte transsexuelle Freundin La Agra do und die junge Schwester Rosa (Penelope Cruz). Manuela bildet zusammen mit diesen Figuren eine neue Familie. Kongenialer Film über Frauen, Andersartigkeiten und Liberalismus

Als Großvater Rita Hayworth liebte

D, CH 2000. Eine Komödie für alle, die Anfang der 70-er großgeworden sind und tschechischen Humor mögen. Regie: Iva Svarcova, ab 6 Jahre. Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Prag wandert Hannah mit ihren Eltern nach Westdeutschland aus. Nur Großvater Zigmund, der seine Überzeugungen auch gegen das kommunistische Regime verteidigt, bleibt zurück. In Deutschland angekommen, fühlt Hannah sich den Eltern, die in einen Konsumrausch verfallen, zunehmend fremd. Im Fotoalbum eines Soldaten entdeckt sie das Foto einer Frau, die sie immer für die Jugendliebe ihres Großvaters gehalten hat: Rita Hayworth.

(Das) alte Ladakh

D 1986, Regie: Clemens Kuby, 95 min.Die einfühlsame, verständnisvolle Schilderung des einfachen Lebens in einem abgelegenen Dorf im Himalaya-Gebirge, das nicht nur bestimmt wird von den Unbilden der Natur und der Umwelt, sondern auch von der geistigen Erwartung der buddhistischen Bevölkerung.

Amarcord
Italien 1973, Regie: Federico Fellini, 120 min. Fellini erinnert sich an seine Jugendzeit in Rimini und zeichnet eine von einfachen
Menschen, Käuzen und Originalen belebte Provinzlandschaft, wobei auch poiltische Gegebenheiten der 30-er Jahre miteinbezogen sind. Ein durch Erinnerungen verwandeltes Zeitbild, in dem Fellini seiner Fantasie und Vorliebe fürs Groteske freien Lauf lässt

America´s sweethearts
USA 2001. Regie: Joe Roth. Mit Julia Roberts, Catherine Zeta-Jones und John Cusack. Letzte spielen ein Traumpaar Amerikas, das längst zerstritten ist, aber noch den letzten Film zusammen promoten müssen. Dabei hat sich Gwen schon in einen anderen verliebt und Eddis ist es leid, die Fassade länger aufrechtzuerhlaten. Um den schönen Schein zu wahren, versucht der PR-Profi Lee (Billy Chrystal) die Aufmerksamkeit der Weltpresse auf eine vermeintliche Versöhnungsgeschichte der beiden zu lenken, bei der Gwens Assistentin und Schwester Kiki (Julia Roberts) helfen soll. Entstanden ist ein turbulenter Blick hinter die Kulissen der Traumfabrik und eine wunderbar unterhaltsame Liebeskomödie.
Amore, Amore

Il ciclone - Italien 1998. OmU. Komödie, die in jenem Jahr in Italien erfolgreicher als „Titanic" war. Eine einfache, schöne, sommerluftige Geschichte. Ein Bus voller rassiger Flamencotänzerinnen strandet auf einem toskanischen Bauernhof und bringt die jungen Bewohner dort wie im nahen Dorf völlig durcheinander. Der Film ist durchweht von lauen italienischen Nächten voller Grillen, Musik, schönen Frauen und einer Romantik, die letztendlich nach einigem Hin und Her zum guten Ende führt. In der Italienischfassung ein Breitwand-Erfolgsfilm.
Amores perros
Mexiko 2000. International ausgezeichnetes, für den Auslands-OSCAR vorgeschlagenes Menschen- und Milieuporträt aus Mexiko-City. Im Chaos dieser Metropole führt ein Autounfall Schicksale zusammen, um sie dann mit tragischen Konsequenzen wieder freizugeben. So bleiben die Träume Octavios, der seine Schwägerin liebt, Daniels, der Kontakt zur entfremdeten Tochter sucht, vielleicht unerfüllt.Der Debütfilm des Mexikaners Inarritu ist ein menschlich intensives, gewalttätiges und zärtliches (Über-)lebensporträt, das mit allgemeinen Erkenntnissen nur scheinbar in eine fremde Welt entführt. Schwer vorstellbar, dass man diesen Film,über den sich lange diskutieren lässt, einfach am Kinoausgang zurücklässt und nicht nachdenklich mit nach Hause mitnimmt.

Amy und die Wildgänse

USA 1996, 110 min. Die Geschichte der 13-jährigen Amy, die auf der Farm ihres Vaters Wildgänseeier findet, sie aufzieht und schließlich mittels eines selbstgebastelten Fluggefährts in wärmere Gefilde für den Winter bringt. Einfühlsam, sehenswert.

Anam

D/Türkei 2001. Regisseurin: Buket Alakus.Lebensbejahende und mit kräftigen Farben geschilderte Geschichte über eine türkische Putzfrau und Mutter Anam, deren Leben aus den Fugen gerät, als sie erfährt, dass ihr Sohn drogenabhängig ist. Mit ihren beiden Arbeitskolleginnen, der deutschen Rita und der Afrikanerin Didi macht sich Anam auf die Suche nach dem verlorenen Sohn.

Anansi - der Traum von Europa


D 2001;Regie: Fritz Baumann;FSK: ab 12;Darsteller: Maynard Eziashi, George Quaye;Genre: Drama

Eine Gruppe Westafrikaner um Zaza (George Quaye) und Sir Francis (Maynard Eziashi) macht sich auf den Weg nach Deutschland. Es ist eine beschwerliche Reise durch mehrere Länder. Getrieben werden sie von ihren Traumvorstellungen und ihrem sehnsüchtigen Verlangen nach etwas Lebensglück. Es wird eine Odyssee voller Leiden und Wunder...
Anansi ist die Geschichte einer beginnenden Völkerwanderung aus dem Süden in den Norden. Der Film betrachtet unsere Welt mit fremden Augen und porträtiert ein Thema, das in naher Zukunft für die gesamte Europäische Union immer dramatischere Ausmaße nehmen wird.
film.de

Annas Sommer

Regie: Jeanine Meerapfel. Mit Angela Molina als griechische Jüdin auf der Suche nach sich selbst. Der Tod ihres Mannes konfrontiert die 50-jährige Anna mit Alter und Verlust. Sie verbringt den Sommer im seit Jahren leerstehenden Haus ihrer Familie auf einer griechischen Insel und erinnert sich. Das erste Bild schlägt den Ton des Films an, diesen gedämpften Klang sanfter Erinnerungsströme. Das Bild einer Frau auf einem Schiff. Über ihren Rücken hinweg sieht man, wie sich eine griechische Insel langsam entfernt und das Wasser und die dunstige Luft legen sanfte Schleier über die Szenerie. 108 min., ab 12 J.

Apocalypse Now Redux

USA 1979, Regie und Buch: Francis Ford Coppola, 153 min. Noch während des Vietnam-Krieges erhält der erfahrene Militärpolizist Capitain Willard (Martin Sheen) den Auftrag, einen hochrangigen US-Militär zu liquidieren. Colonel Kurtz (Marlon Brando) hat sich jenseits der kambodschanischen Grenze mit einer paramilitärischen Einheit verschanzt und lebt in seiner eigenen Welt. Er ist längst bereit jeden zu töten, der sich in seine Nähe wagt. Die Odyssee zu Kurtz, quer durch den vietnamesischen Dschungel, wird für Willard und seine Männer zu einer Reise durch die menschlichen Abgründe und zugleich zu einer schonungslosen Selbsterfahrung. Je tiefer Willard und seine Truppe in den Urwald vorstoßen und dem Reich des Colonel näher kommen, um so bizarrer und furchteinflößender mutet die Männer ihr Auftrag an.


Inspiriert von Joseph Conrads Roman "Heart of Darkness" schuf Francis Ford Coppola einen der erschütterndsten Anti-Kriegsfilme aller Zeiten. Neben perfekt inszenierten Schlachtenszenen überzeugen vor allem die ruhigen Momente, in denen über die Sinnlosigkeit des Krieges philosophiert wird. In den Hauptrollen glänzen Martin Sheen und ein furchteinflößend guter Marlon Brando. Begleitet wurden die Dreharbeiten von Finanzierungsproblemen, Alkoholexzessen und katastrophalen Bedingungen, die alle Beteiligten an den Rand des Wahnsinns trieben. Das "Making of" wurde unter dem Titel "Heart of Darkness: A Filmmaker's Apocalypse" von Coppolas Ehefrau Eleonora gedreht.

 

 

 

 

 

Ararat

Mit Arsinée Khanjian, Charles Aznavour, Christopher Plummer, David Alpay, Marie-Josée Croze, Eric Bogosian, Elias Koteas Ein junger Mann will durch den Zoll - mit Filmen vom Land seiner Eltern?
Seine Mutter will vergessen. Ihre Stieftocher brennt auf Vergeltung.
Ein alter Regisseur dreht den Film seines Lebens.
Ein Schauspieler übernimmt ohne Bedenken die Rolle des Bösen... Nur eines vereint sie alle: die verneinte Geschichte Armeniens. Kanada 2002, 35mm, 116 min, Dolby Digital, O.m.U

"Ein Glück für Cineasten! ARARAT spielt einzig einfallsreich mit dem Medium, um Zuschauererwartungen zu trotzen. Ob Armenier, Türken oder andere - das Publikum kann Egoyans aufrüttelnde Betrachtungen zur Macht der Vergangenheit über die Gegenwart nur bewundern. Er unterläuft den Gemeinplatz, dass Geschichte von den Siegern geschrieben werde, durch den Vorschlag: Geschichte ist ein wandelbares Ding."
SCREEN INTERNATIONAL

Amy go home

Krieg ist die Hölle. Aber Frieden ist höllisch langweilig. Die im Herbst 1989 in Stuttgart stationierten US-Soldaten langweilen sich zu Tode. Das monotone Leben in der Kaserne ist ätzend. Um sich die Zeit zu vertreiben starten Ray Elwood (Joaquin Phoenix) und seine Kameraden einen florierenden Schwarzhandel. Sie vertickern innerhalb und außerhalb der Kaserne so ziemlich alles, was sich irgendwie zu Geld machen lässt. Das reicht von Reinigungsmitteln bis hin zu harten Drogen. Als der neue Top Robert E. Lee (Scott Glenn) seinen Dienst in Stuttgart antritt, will er dem bunten Treiben endlich einen Riegel vorschieben. Doch auch seine Motivation ist dabei eigentlich bloß pure Langeweile...
Vielen Dank für diesen Film! Nach all der unsäglichen Militär-Glorifizierungen à la "Black Hawk Down", "Wir waren Helden" und Co. ist es endlich an der Zeit auch mal ein anderes Licht auf das Soldatenleben zu werfen. Denn, was machen die Helden eigentlich in Friedenszeiten? Dann handeln sie getreu dem brechtschen Motto: "Stell`dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Dann kommt der Krieg zu euch!" In ihrer Station bauen die Soldaten dafür reichlich eigene Kriegsschauplätze auf. Dabei fallen dann absurde Sätze wie: "Das Wort `erstrahlt´darf diesen Stützpunkt nicht verlassen!" Da überfahren vollgedröhnte Panzerfahrer eine zivile Tankstelle und richten damit ein Chaos an. Und da verprügeln unausgeglichene Militärpolizisten grundlos einen arglosen Rekruten. Im Mittelpunkt steht aber das zunehmend blutiger werdende Duell zwischen dem neuen Top und dem jungen Jay Elwood. Jungstar Joaquin Phoenix weiß den gelangweilten "Spezialist" mit lakonischem Leben zu füllen. Daneben glänzt Ed Harris in einer Nebenrolle als gutgläubiger Commander der Kompanie voller Loser und Junkies. "Army Go Home" ist bestimmt kein Meisterwerk. Aber im Kriegswust der letzten Monaten eine herrlich böse Wohltat. Der US-Army wird das sicher nicht gefallen. Dem geplagten Zuschauer schon!

Asterix und Obelix: Mission Kleopatra
Frankreich 2002, 108 min, Regie: Alain Chabat. Von Cäsar gereizt, wettet die wunderschöne, aber leicht reizbare ägyptische Königin Kleopatra, dass ihre Untertanen in kürzester Zeit einen Palast zu Cäsars Ehren errichten können. Da hilft nur ein Wunder - oder Zauberkraft. Und so bittet der pfiffige Architekt Numerobis seinen Freund, den Druiden Miraculix im fernen Gallien um Hilfe. Also reisen Asterix, Obelix und Miraculix mitsamt Idefix nach Alexandria. Neuester Familienspaß ab 6 Jahre mit Gerard Depardieu, frei nach den Aste-rix-Büchern von Uderzo und Goscinny.
Atanarjuat


Kanada 2000, 172 Min.,Regie: Zacharias Kunuk; Inuit-O.m.U mit Natar Ungalaaq, Sylvia Ivalu, Peter Henry Arnatsiaq, Pauloosie Quilitalik, Madeline Ivalu, Lucy Tulugarjuk, Pakkak Innukshuk

Die Legende vom schnellen Läufer von Zacharias Kunuk nach einer mündlichen Überlieferung der Inuit Nackt und barfuß sprintet Atanarjuat über die weite Eisfläche der kanadischen Arktis. Er ist der Schnellste aus der Gruppe, doch diesmal läuft er um sein Leben. Als er seine drei Verfolger endlich abgehängt hat, ist er weit draußen, völlig erschöpft und hilflos. De facto ein toter Mann.
Dabei hatte alles so gut angefangen. Atanarjuat und Atuat hatten sich ineinander verliebt. Da sie schon Oki, dem Sohn des Chefs versprochen war, hatte Atanarjuat in einem fairen Zweikampf um sie gekämpft und gewonnen. Damit war der Fall geregelt. Er und Atuat hatten geheiratet und einen Sohn bekommen.
Mit Puja, Okis Schwester, die Atanarjuats Zweitfrau wird, kommt der Streit in sein Haus zurück. Sein Bruder Amaqjuaq hat mit Puja geschlafen. Jetzt liegt Amaqjuaq tot unter der eingestürzten Plane ihres gemeinsamen Sommerzeltes, das Oki eines Nachts mit zwei Gefährten überfallen hat.
Atanarjuat findet Unterschlupf bei einem einsam lebenden Ehepaar, das den halb erfrorenen Läufer mühevoll wieder aufpäppelt – also ist die Geschichte noch nicht zu Ende...
Was sich hier wie eine Sex- und Crime-Story anhört, sieht auf der Leinwand aus wie eine Zeitreise in die Vergangenheit der Inuit. Mit großer Muße und dokumentarischer Genauigkeit zeigt der Film, wie die Inuit in der Arktis lebten: es wird gejagt, gefischt, Iglos werden gebaut, Felle gegerbt. Schon der Zweikampf zu Beginn macht uns klar, daß hier andere Regeln gelten. Fast drei Stunden werden wir in den weitläufigen Bildern vom arktischen Leben baden. Hinter dem Eifersuchtsdrama wird die Notwendigkeit und die Schwierigkeit sichtbar, in den kleinen Gruppen ohne Streit miteinander zu leben. Anders ist die Existenz in der Arktis nicht möglich.
Von nichts anderem erzählt die seit tausenden von Jahren mündlich überlieferte Legende von „Atanarjuat, dem schnellen Läufer“. Inuit-Regisseur Zacharias Kunuk hat sie nach den Erzählungen von acht alten Leuten in ein Drehbuch gegossen und mit einem fast hundertprozentigen Inuit-Team und einer leichten Digitalausrüstung verfilmt. Es ist der erste Film, in dem Inuits ihr Leben in ihrer eigenen Sprache darstellen. 

Atlantis  
- Das Geheimnis der verlorenen Stadt

Der 40. abendfüllende Disney-Zeichentrickfilm ist ein packendes Fantasy-Action-Abenteuer, das ohne Songs und Sidekicks auskommt.Bücherwurm Milo wird im Washington des Jahres 1914 als Mitglied einer U-Boot-Mission rekrutiert, die in den Tiefen des Ozeans nach der versunkenen Stadt Atlantis forscht. Zwar finden sie die verlorengeglaubte Zivilisation nach zahlreichen Abenteuern, aber Milo muss entdecken, dass seine Mitstreiter lediglich kompromisslose Söldner sind und das Paradies ausbeuten wollen. 

Auf Liebe und Tod

Leider viel zu früh verstorben hat der bekannte und sensible französische Regisseur der nouvelle vague Filme hinterlassen, die bleiben werden. Einer von ihnen ist „Vivement dimanche" aus dem Jahre 1971 mit Fanny Ardant und Jean-Louis Trintignant in den Hauptrollen. Ein Immobilienhändler gerät in den Verdacht, seine Frau umgebracht zu haben. Er verkriecht sich in seinem Geschäft und erhält Hilfe von seiner couragierten Sekretärin, die sich plötzlich nicht nur als gewiefte Sekretärin, sondern auch als reizvolle Partnerin entpuppt. Schwarz -weiße Hommage-Komödie an den film noir. 100 min.

  Aufrecht gehen - Rudi Dutschke

zum 35. Jahrestag des Attentats auf Rudi Dutschke - Am 11.4.1968 wurde Rudi Dutschke, Symbolbewegung der damaligen Protestbewegung von einem Attentäter niedergeschossen und schwer verletzt. Als Reaktion auf dieses Attentat erschütterten die schwersten Unruhen der Nachkriegszeit die Bundesrepublik. Helge Rademeister macht sichtbar, wo sich die persönliche Lebensgeschichte Rudi Dutschkes mit gesellschaftlichen Entwicklungen, Widersprüchen, Fragen und Konflikten schneidet. Die Frauen-, die Friedens - und die Ökologiebwegung bis hin zu den Bürgerinitiativen wären ohne die 68-er Revolte nicht vorstellbar gewesen. Der Film enthält Gespräche mit Weggefährten Rudi Dutschkes, mit Freunden, mit „antiautoritär" erzogenen Jugendlichen aus der APO-Kinderladen-Bewegung, die bezeugen, daß Einfluß und Wirkung der damaligen Protestbewegung in unterschiedlichen Formen weitergeht. „ein gut gelungener Versuch zu zeigen, dass Rudi Dutschke, der 1980 starb, nicht tot ist, dass seine Ideen, seine Visionen, seine Aktionen noch wirken. Dokumentarfilm, 92 min.

 

 Austin Powers in Goldständer

USA 2002, Regie: Jay Roach, 94 min. "Mein Daddy war nie da!" Austin Powers (Mike Myers) ist von seinem Vater (Michael Caine) total enttäuscht. Egal, ob der Superspion einst seinen Schulabschluss bekam oder von der Queen geadelt wurde, sein Daddy saß nie im Publikum. Trotzdem ist Austin Powers natürlich sofort zur Stelle, als sein alter Herr von dem hinterhältigen Holländer Goldständer (wiederum Mike Myers) entführt wird. Um ihn aus den Fängen des Schurken mit dem güldenen Genital zu befreien, braucht Austin Powers ausgerechnet die Unterstützung seines Erzfeindes Dr. Evil (Mike Myers zum Dritten). Doch der ist gerade mal wieder damit beschäftigt, die Welt zu zerstören... 


Außer Atem

Der Kleinkriminelle Michel (Jean-Paul Belmondo) klaut in Marseille ein Auto, wird aber bald darauf von der Polizei angehalten. Michel erschießt den Gendarmen kaltblütig und flüchtet anschließend nach Paris. Hier lernt er die amerikanische Studentin Patricia (Jean Seberg) kennen und beginnt mit ihr eine leidenschaftliche Affäre. Sie nimmt ihn auch in ihrer Wohnung auf, um ihn vor der Polizei zu schützen. Doch die Fahnder kommen immer dichter an Michel heran... 



Jean-Luc Godards Film war nach seinem Erscheinen als Skandal verschrien, stieg aber dann zum Klassiker der französischen Nouvelle Vague auf. Die schnellen Schnitte, coole Aufnahmen von Paris, der knallharte Jean-Paul Belmondo und nicht zuletzt das Knistern zwischen ihm und Jean Seberg sind noch heute ebenso einflussreich, wie unerreicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus heiterem Himmel

Arg 2001, Regie: Diego Lehmann. Wie die anderen südamerikan. Filme (Y tu mama tambien, Amores perros), die derzeit in den Kinos zu sehen sind, sucht auch dieser Film den Puls des Lebens. Murcia, ein pummeligen Mädchen mit muffigem Gesicht, wird ins Leben gerissen, als zwei lesbische Punkerinnen in ihr Leben treten. In die schwarz-weißen Handkamerabilder mit dokumentarischer Direktheit mischt sich melancholische Poesie Jugendlicher Sturm mengt sich mit Weisheit, kriminelle Energie mit rebellischem Übermut, und schließlich führt die Geschichte aus dem dichtbesiedelten Buenos Aires an die luftigen einsamen Strände des Meeres...


Auszeit

Vincent (Aurélien Recoing) hat seine Stelle als Consultant verloren. Doch gegenüber der Familie verheimlicht er seine Arbeitslosigkeit. Genau wie vorher, lässt er sich Daheim kaum blicken und wenn doch, dann beklagt er sich über Arbeitsstress. Seine Notlüge von einer gutbezahlten Stelle in der Schweiz wird immer mehr zu einem fragilen Lügenkonstrukt, dass früher oder später einstürzen muss. Denn in seinem Wahn kauft Vincent sogar ein neues Auto, dass er finanziert indem er seinen Vater und seine Freunde belügt. Als diese misstrauisch werden, droht ein totales Fiasko. Seine Frau Muriel (Karin Viard) hat längst Zweifel an seinen Geschichten, die Kinder sehen ihn kaum und entfernen sich immer weiter von ihm...
Auszeit ist ein sanft gezeichneter Film, der die bizarren Lügenwelten eines gescheiterten Erfolgsmenschen beleuchtet. Die Geschichte selbst erscheint stark überspitzt und viele Erklärungen für das unerklärliche Handeln des Ex-Managers kommen sehr spät. Dass es über 130 Minuten dauert, um die surrealen Lügenwelten zum Einsturz zu bringen, wird nicht jeder Zuschauer positiv aufnehmen. Abgesehen davon ist ein nüchtern gefilmtes Werk mit überzeugenden Hauptdarstellern entstanden, das auch starke Momente hat. Besonders der tief verwurzelte Konflikt mit dem eigenen Vater wird überzeugend dargestellt.

Ayurveda


Dokumentarfilm über die älteste, ganzheitliche Heilkunst der Erde, die aus Indien stammt. In ihr ist jede Krankheit Ausdruck eines Ungleichgewichtes der Lebensenergien. Das Ziel von Ayurveda ist es, das Gleichgewicht von körperlichem und seelischem Wohlbefinden wiederherzustellen - und dabei das zeitlose Wissen von Existenz und Heilung zu bewahren. Dazu beschreibt der Film eine intensive und sehr sinnliche Reise durch Indien.

Azzurro

Italien/Schweiz 2000. Regie: Denis Rabaglia. 83 min., Der 75-jährige Giuseppe hat 30 Jahre lang als Gastarbeiter in der Schweiz gelebt. An seiner erblindenden Enkelin Carla versucht er gutzumachen, was er bei seinen eigenen Kindern versäumt hat. Eine Augenoperation soll ihr helfen. Giuseppe reist in die Schweiz, um dort von seinem ehemaligen Chef Broyer Geld für die Operation zu erbitten. Doch Broyer ist bankrott. So wird die Reise mit der Enkelin zu einer Reise und Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit."Der Zug meiner Träume geht zu Dir, aber der Zug meines Lebens fährt in die andere Richtung.