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Andrej Tarkowskij-Retrospektive Andrei Tarkowski, geboren 1932 in der UdSSR, Sohn des Dichters Arseni Tarkowski, studierte zunächst Musik und bildende Künste, bevor er 1954 an der Moskauer Filmhochschule aufgenommen wurde. Mit seinem ersten Spielfilm IWANS KINDHEIT (1962) gewann er den Goldenen Löwen in Venedig und wurde auf einen Schlag international bekannt. Die eigenwillige Ästhetik seiner Filmsprache, die sich jedem oberflächlichen Realismus verweigerte, nötigte Tarkowskij 1982 zur Emigration aus der Sowjetunion. Er starb am 29.12.1986 in Paris. Filmographie Das Opfer Seefeld 23.+26.3.: OFFRET, LE SACRIFICE, Schweden/Frankreich, 1985 Länge: 149 min, FSK: ab 12;Ein Intellektueller, der sich auf eine schwedische Insel zurückgezogen hat, zieht angesichts einer angedeuteten atomaren Katastrophe eine radikale Konsequenz. Er bietet sich Gott als Opfer an, verstummt und zerstört alles, was er besitzt. Eine wort- und bildgewaltige poetische Vision, die dem Materialismus der Welt in der Forderung nach Opferbereitschaft eine von spiritueller Sinnsuche erfüllte Gegen-Welt des Glaubens gegenüberstellt. In Bildern von großer Schönheit und rätselhafter Symbolik gelingt eine Verbindung von poetischer Filmsprache und philosophisch-religiösem Diskurs. Spezialpreis der Jury Cannes 1986.Andrej Tarkowskij, der große russische Kino-Poet, erzählt die apokalyptische Fabel Opfer als vielschichtiges Drama, in dem noch deutlicher als in seinen früheren Filmen das bedrohte Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur zum beherrschenden Thema wird. Andrej Tarkowskij starb am 1986 wenige Tage nach der Uraufführung von Opfer, im Alter von 54 Jahren an Krebs. Sein letzter Film, 1986 u. a. mit dem Großen Preis von Cannes ausgezeichnet, ist sein filmisches Vermächtnis, sein verzweifelter Aufruf zur Besinnung angesichts der nahenden Katastrophen. Opfer ist seinem "Sohn Andrjuscha gewidmet - mit Hoffnung und Vertrauen". Ein Haus. Ein Kind. Baum, Wiese, Wasserpfütze. An diesem Fluchtort des Friedens, den sich Alexander hier geschaffen hat, erreicht ihn dennoch �die Katastrophe�. Der �Ernstfall� kündigt sich an: Das Stromnetz ist unterbrochen. Und während er noch am Morgen mit dem Kind einen dürren Baum gepflanzt hat in der sicheren Hoffnung, daß er eines Tages blühen wird, wenn man ihn nur genug wässert, tut er jetzt ein Gelübde: Er bietet sich selbst als Opfer an für die Rettung der Welt. Ein Film, der den Innenwelten Ingmar Bergmans sehr nah ist, und der jeder schwärmerischen Verklärungsmystik standhalten wird.« (Ponkie, AZ) Der Spiegel Starnberg 27.-31.3./Seefeld 1.+ 2.4..: Serkalo - UdSSR 1975, Regie+Buch: Andrej Tarkowskij, mit Gedichten von Arseni Tarkowski, 105 min: Ein Mann, Sohn geschiedener Eltern, auf der Suche nach der verlorenen Zeit und nach der eigenen Identität. Das private Schicksal ist verbunden mit den gesellschaftlichen Erschütterungen und Umbrüchen der Sowjetunion zwischen 1930 und den späten siebziger Jahren. Andrej Tarkowskij folgt in seinem stark autobiografisch bestimmten Film der verschlungenen Struktur eines Bewußtseins und setzt an die Stelle linearer Erzähllogik die poetische Brechung und Reflexion: So gleicht "Der Spiegel" einem komplexen System sich gegenseitig kommentierender Spiegelbilder, die mit hoher Kunstfertigkeit ineinandergefügt sind. DER SPIEGEL ist eine melancholische Reise durch das fragmenthafte Gedächtnis eines Menschen und bricht mit einer linearen Erzählweise zugunsten einer assoziativen Montage. Das Ergebnis ist ein verwirrend vielschichtiger Film, dessen poetisch-traumhafte Bilderwelt dem Zuschauer noch lange im eigenen Gedächtnis bleibt.Stalker Starnberg 5.+6.4./Seefeld 7.-9.4. nach Motiven ihrer Erzählung "Piknik na obotschine". UdSSR, 1978/79 Länge: 163 min:Unter der Führung des "Stalkers", eines Pfadfinders und Ortskundigen, der am Rande der Welt in einer vom Verfall gezeichneten Industrielandschaft lebt, bege-ben sich ein Wissenschaftler und ein Schriftsteller in die mysteriöse "Zone", wo es angeblich einen Ort geben soll, an dem die geheimsten Wünsche in Erfüllung gehen. Die Expedition wird zur Reise in die Innenwelt der Protagonisten und zum Panorama einer gottverlassenen europäischen Zivilisation. Ähnlich wie in "Solaris" benutzt Tarkowskij eine Science-Fiction-Vorlage als Hintergrund für mystisch-philosophische Reflexionen und überwältigende Bildvisionen, mit denen er die Grenzen des Erzählkinos poetisch überschreitet.Solaris Seefeld 10.4./ Starnberg 12.-15.4. nach dem gleichnamigen Roman von Stanislaw Lem UdSSR, 1972 Länge: 167 min:Ein Psychologe wird zum Planeten Solaris geschickt, um unerklärlichen Vorkommnissen auf der dortigen Forschungsstation nachzuspüren. Der gesamte Planet spiegelt als kollektives Bewußtsein die Erinnerungen, Ängste und Wünsche der Raumfahrer wider und wird für die Besatzung des Raumschiffs zur metaphysischen Reise in die Innenwelt ihrer eigenen Kultur. Nach dem Science-Fiction-Roman von Stanislaw Lem erzählt Andrej Tarkowskij eine philosophische Fabel, die um die abendländischen Ideen von Tod, Liebe und Auferstehung kreist. Ein brillant inszenierter, äußerst reicher und vielschichtiger Film, der, im Gewand einer technischen Utopie, die Hybris traditionellen Fortschrittsglaubens in Frage stellt.Nostalghia Seefeld 17.+22.4./ Starnberg 18.- 21.4.Italien, 1982/83 Länge: 130 min:Der russische Schriftsteller Andrej reist durch Italien auf den Spuren eines russischen Komponisten des 19. Jahrhunderts, dessen Biografie er schreiben will. Das Erlebnis der fremden Landschaft und Kultur, die übermächtige Erinnerung an die Heimat und die Begegnung mit einem geisteskranken Sonderling treiben ihn in eine ausweglose Isolation und Schwermut mit tödlichem Ausgang. In seinem ersten im Ausland entstandenen Film meditiert Andrej Tarkowskij über das profunde Gefühl der "Nostalghia": die Sehnsucht nach der verlorenen geografischen wie spirituellen Heimat, der Schmerz über die Kommunikationsunfähigkeit der technokratischen Welt, die verzweifelte Suche nach dem metaphysischen Sinngehalt alltäglicher Dinge und Wahrnehmungen. Eine mit vollendeter Meisterschaft inszenierte Traumreise durch die Bruchstellen der abendländischen Kultur - mit suggestiven Bildvisionen, die von einem dicht geflochtenen Netz religiöser und literarischer Querverweise kommentiert werden.
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