Filmland: Spanien

Spanien ist nicht nur das Land des Flamenco oder des Don Quixote, sondern vor allem das Land einer immer mehr nach Europa und auf die Welt drängenden Filmkultur. Deutliches Merkmal dafür war der OSCAR-Gewinn für Alles über meine Mutter von Pedro Almodovar oder die Neuverfilmung des Erfolges von Almenabar (Open your eyes) mit Tom Cruise in der Hauptrolle ( Vanilla Sky - die wesentlich schwächere und verwässertere Neuauflage eines interessanten, zum Denen anregenden Science-Fiction-Thrillers) . Julio Medem - seit Jahren erfolgreich - wurde erst letztes Jahr durch "Die Liebenden des Polarkreises" bekannt. Seine wie auch die meisten der in dieser Reihe zu sehenden Filme sind geprägt von Allegorien und Verschachtelungen und von einer kräftigen manchmal sehr farbigen Erzählweise

Alejandro Almenabar
Open your eyes
The others



Open your eyes

Hollywood bedient sich gerne der europäischen Erfolgsfilme, hier dem spannenden und eigenwilligen Psychothriller „Abre los ojos", in dem ein Mann von einem Unfall entstellt wird, nachdem er die Liebe seines Lebens getroffen hat. Von Ale jandro Amenabar, und mit Pene lope Cruz. 118 min. Sie spielt auch in dem etwas schwächeren Remake mit Tom Cruise die Sofia ( Regie hier: Cameron Crowe). Cruise spielt wie immer den gutaussehenden Yuppie, der sich in eine Frau verliebt, während seine Partnerin, bildschön und sexy (Cameron Diaz von ihm zurückgewiesen wird und schließlich ihn und sich gegen den Brückenpfeiler fährt. Der zweite Teil der Geschichte mit der Hollywoodgeglätteten Penelope Cruz beginnt. 134 m.

The others

Regie: Alejandro Amenabar ( „Open your eyes"), 104 min, atemberaubender Thriller in der Manier von „The sixth sense" um eine isoliert und strenggläubige Frau mit ihren beiden Kindern, die 1945 in einem viktorianischen Anwesen auf die Rückkehr ihres Mannes wartet. Die beiden Kinder sind von einer schrecklichen Krankheit geschlagen. Sie dürfen niemals direktem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Drei neue Bedienstete stellen sich vor - und die ANDEREN dringen in das Leben der Familie ein.

 

Luis Bunuel
Der diskrete Charme der Bourgeoisie
Dies obskure Objekt der Begierde

 

Der diskrete Charme der Bourgeoisie

Frankr 1972. Mehrere Angehörigen der bürgerlichen Führungsschicht eines fiktiven lateinamerikanischen Landes verbringen ihre Zeit mit einer Folge von gegenseitigen Einladungen, doch werden sie immer wieder in ihren Geschäften dabei gestört und um den kulinarischen Genuß gebracht. In seinem drittletzten Film knüpft Bunuel an früheste surrealistische Muster an und führt die Denunziation des als vertrottelt angeprangerten Bürgertums zu einem Höhepunkt. 101 min. ab 16

Dies obskure Objekt der Begierde

Fr/Sp 1977. Im D-Zug von Sevilla nach Paris erzählt ein älterer Herr einer merkwürdig zusammengewürfelter Gesellschaft Mitreisender von seiner unerfüllten Leidenschaft zu Conchita, einer jungen Tänzerin, die nicht bereit war, sich den Verlockungen des reichen Lüstlings hinzugeben. Bunuels letzter allegorischer Film - das Leben, eine Reise, ist ein formal und gedanklich sehr vielschichtiges Gebilde. 103 min

Carlos Saura: Flamenco

Carlos Saura, der sich nach seinen sozialkritischen Filmen zur Franco-Zeit der Auseinandersetzung mit der Folklore („Carmen") zuwandte, schuf hier einen Film voller Musik, Stolz und Farbe.

Pedro Almodovar:
Alles über meine Mutter
Mein blühendes Geheimnis
(wird fortgesetzt)

Alles über meine Mutter

Spanien 1999. OSCAR 2000 für den besten fremdsprachigen Film. In einem fast reinen Frauenfilm kehrt die Krankenschwester Manuela ( Cecilia Roth ) nach Barcelona zurück. Diese Stadt hat sie vor 18 Jahren bei der Geburt ihres Kindes verlassen. Sie sucht den Kindsvater, der als Transvestit Lola durch die Gegend tingelt. Auf dieser Suche trifft sie ihre alte transsexuelle Freundin La Agra do und die junge Schwester Rosa (Penelope Cruz). Manuela bildet zusammen mit diesen Figuren eine neue Familie. Kongenialer Film über Frauen, Andersartigkeiten und Liberalismus

Mein blühendes Geheimnis

Spanien 1995. Die Bestsellerautorin Leo Macias veröffentlicht unter dem Pseudonym Amanda Gris triviale Liebesromane. Weil ihre Ehe am Schei-terrn ist und sie zudem die Verlogenheit ihrer Bücher nicht mehr ertragen kann, bewirbt sie sich inkognito bei einer Tageszeitung. Dort muss sie aber eben jene Trivialromane von Amanda Gris rezensieren. Schriller, witziger Unterhaltungsfilm voller Sticheleien auf Spanien. 90 min.

Julio Medem
Die Liebenden des Poalrkreises