Griechenland und seine Filme

Das ist das Bild, das wir von Griechenland haben. Alexis Sorbas tanzt seinen Sirtaki. Es ist das Bild, das wir mögen und das uns in den guten Komödien auch vermittelt wird ( wie in „Sonntags... nie", „Sorbas" oder auch „My big fat greek wedding", das uns den Anlaß gab, diese Reihe zu veranstalten). Es gibt aber auch ein anderes Griechenland. Das der Rembetiko-Musik, die viel dunklere, sentimentalere, vor allem leidendere Töne herorbringt. Und letztendlich das Griechenland der der antiken Philosophen, egal ob schwermütig oder ironisch ( wie bei „Das Frühlingstreffen"). Es findet sich vor allem im Kino eines der besten europäischen Regisseure wieder: Theo Angelopoulos. Von ihm zeigen wir „Der Bienenzüchter" mit Marcello Mastroianni

Alexis Sorbas

Gr 1964, Regie: Michael Cacoyannis, Musik: Mikis Theodorakis, 145 min., Darst: Anthony Quinn, Alan Bates Die Rolle seines Lebens von Anthony Quinn war der Kreter Sorbas, der voller Lebenskraft einen jungen Engländer und Schriftsteller von seinen Lebenszweifeln abbringt. „Ich habe noch so viel Kraft in mir", sagt er, oder: „Ich habe Dinge getan, da würden dir die Haare zu Berge stehen" oder „Da ist eine Sache, die vergibt Gott nie: Wenn eine Frau einen Mann ruft in ihr Bett, und er kommt nicht, dann ist es Schande für ihn - und für Gott." Ein Film voller Leben, voller Musik, voller Stimmigkeit in den Bildern auf Kreta, voller Liebe und Geheimnis.

Das Frühlingstreffen

Gr. 1999178 min, OmU, „Die Geschichte von 4 Männern, die im Jahr 1960 auf der Insel Chios arbeiten und nacheinander alle an ihrer menshclichen Unzulänglichkeit scheitern, bescherte den Berliner Filmfestspielen ein heiteres 3-stündiges Wunder. Hier feiert der fröhliche Geist der Anarchie Triumphe, der dem melancholiker wie dem Choleriker, dem Dienstbesessenen wie dem über seine Liebe Dienstvergessenen und erst recht der schönen Diebin der Feldfrüchte zu ihrem Recht verhilft ... „(FAZ) 4 Feldhüter melden sich für die Stelle der dörflichen Landpolizei. Doch alle vier werden sie von der Diebin der Feldfrüchte umgarnt. Spielerisch leicht, erfrischend ironisch, vielschichtige Parabel, ein kleines - langes Fundstück in der Filmgeschichte.

Der Bienenzüchter

O MELISSOKOMOS. Gr/ Fr 1986: 122 min: Die Reise eines gealterten Bienenzüchters in den Frühling wird für ihn, der den Bezug zum Leben verloren hat, zu einer Reise inden Tod. Er nimmt Abschied von den Stätten seines Lebens, Freunden und Familienangehörigen, und auch die Begegnung mit einer faszinierenden jungen Frau kann seine wehmütige Todessehnsucht nicht stillen. Ein bewegender, philosophisch gehaltvoller Film, dessen leise Melancholie sich in der kargen Erzählweise und im prägnanten Spiel des hervorragenden Hauptdarstellers spiegelt. O.m.d.U.

Rembetiko

Griechenland, 1983 120 min Das Schicksal einer fiktiven Rembetiko-Sängerin von 1917 bis 1956, verbunden mit den großen politischen Ereignissen in der Geschichte Griechenlands. In einer Erzählform, die das Melodram mit der Ballade, die Stilisierung mit südländischem Pathos verbindet, wird aus der Sicht des einfachen Volkes Geschichte und persönliches Geschick kommentiert, reflektiert und erfahrbar gemacht. O.m.d.U.

Sonntags ... nie

Gr 1960, s/w, 92 min, Buch und Regie: Jules Dassin. Der Film eines Philhellenen, der sich nach der Hexenjagd der McCarthy-Ära ins europäische Exil begeben hat. Im Film selber spielt er die Rolle eines amerikanischen Schriftstellers, der versucht ein leichtes Mädchen aus Piräus (Melina Mercouri- später griech. Kultusministerin) auf den rechten Weg zu bringen. Bis schließlich sie ihn lehrt, was Lebensfreude bedeutet. Eine Komödie voll schillernder Piräusbilder. Die Musik von Manos Chatzidakis erlangte Weltruhm und wurde mit dem OSCAR ausgezeichnet. Melina Mercouri bekam den 1. Preis in Cannes 1960.