Jean - Luc Godard

Jean-Luc Godard war Mitbegründer der französischen Nouvelle vague, die als eine der ersten Filmszenen in Europa Anfang der 60-er Jahre junges innovativesKino auf die Leinwand brachte. Godard wurde berühmt durch seine Schnittechnik und den Versuch die Leinwand aus ihrer Eindimensionalität herauszuholen. Er fragt, was hinter den Bildern an Musik, an Geschichte und auch wieder an Bildern liegt.

Außer Atem

Fr 1959, 88 min. Mit Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg. Jean-Luc Godards Film war nach seinem Erscheinen als Skandal verschrien, stieg aber dann zum Klassiker der französischen Nouvelle Vague auf. Die schnellen Schnitte, coole Aufnahmen von Paris, der knallharte Jean-Paul Belmondo und nicht zuletzt das Knistern zwischen ihm und Jean Seberg sind noch heute ebenso einflussreich, wie unerreicht.

Die Geschichte der Nana S.

Fr 962, 79 min, mit Anna Karina. Eine junge Frau wird Prostituierte, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen kann und findet bei einem Streit mit Zuhältern den Tod. Erster Versuch Godards, die Film-Erzählung durch ein Film-Essay zu ersetzen. Nana (Anna Karina) möchte in ihrem Leben mehr erreichen. Am liebsten wäre ihr eine Karriere als Film- oder Theaterstar. Doch die Umstände sind hart und ihr Lohn als Schallplattenverkäuferin reicht bei weitem nicht aus. Daher wird sie Prostituierte. In zwölf Abschnitten begleiten wir Nana auf ihrem Lebensweg und sehen, wie sie auf ihren ersten Freier, skrupellose Zuhälter und Philosophen trifft...


In einer bundesweiten Wiederaufführung kommt Jean-Luc Godards Klassiker der Novelle Vague erneut in die Kinos. Erstmals mit dem vollständigen Gespräch zwischen Nana und dem Philosophen. Das Werk ging 1962 in die Film-Geschichte ein, da Godard radikal mit den Regeln des klassischen Erzählkinos brach und seine Story essayistisch in zwölf durch Zwischentitel getrennte Kapitel unterteilte. Ein Film voller wundersamer und schrecklicher Momente.

Alphaville

Fr 1965. Mit Eddie Constantine. Lemmy Caution, Agent der Außenwelt, kommt nach Alphaville, wo ein riesiger Computer jede Regung steuert. Lemmy Caution bekommt eine Gefährtin. Mit der hübschen Natascha (Anna Karina) findet er eine Beziehung in poetischen, hoch symbolischen Dialogen.

Der Detektiv und Geheimagent Lemmy Caution (Eddie Constantine) weiß, dass ihn bei seinem Arbeitsbesuch in der Stadt Alphaville Gefahr droht. Deshalb bringt ihn die Tatsache, dass er nur wenige Minuten nach Bezug seines Hotelzimmers einen Mann niederschießen muß, nicht im entferntesten aus der Ruhe. Unbeirrbar bereitet er seinen Auftrag vor: Die Ermordung von Professor Leonard Vonbraun. Dieser hat einen gigantischen Computer entwickelt, der die Stadt beherrschen soll. Der Computer Alpha 60 lenkt jeden Gedanken, jedes Gefühl und macht die Menschen damit zu eiskalten Robotern, die mechanische Floskeln austauschen. Lemmy Caution ist nicht der erste, der beauftragt wurde, dieser Diktatur der Technik ein Ende zu bereiten. Aber vielleicht der erste, der ein Gegenmittel weiß: Die Liebe...


Jean-Luc Godards "Alphaville" wurde 1965 auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin mit dem Goldenen Bär ausgezeichnet. Der in Schwarz-weiß gedrehte Science Fiction Film ist eine verklausulierte Warnung vor einer technisierten und damit entmenschlichten Welt. "Es geht mir sehr gut, danke, bitte schön" lautet die Standardfloskel, die einem an jeder Ecke entgegenschallt. Godard projizierte die damaligen technischen Möglichkeiten in die Zukunft und drohte damit vor der Gefahr der Herrschaft der Rationalität. Auch heute noch ist der Film für alle Godard-Fans ein Pflichtprogramm.

Die Verachtung

Fr 1963. Mit Brigitte Bardot, Michel Piccoli. Film über das Filmemachen und die Welt des Films, komponiert in auffälliger Farbendramaturgie. Faszinierendes Dokument unermüdlicher (Selbst-)reflexion.

Die Ehe eines Drehbuchautors zerbricht bei den Arbeiten zu einem Film über die Irrfahrten des Odysseus, weil seine Frau glaubt, er wolle sie an den Produzenten abtreten, um die eigene Position zu sichern. Godards Film über das Filmemachen und die Welt des Films, komponiert in auffälliger Farbdramaturgie: Braun, Gelb und Grün dominieren bei den Außenaufnahmen, Rot, Blau und Weiß in den Innenräumen. Ein auf der Handlungsebene schlichter, beinahe belangloser Film, der seinen inszenatorischen Reichtum aber in einer Vielzahl von Zitaten und Anspielungen, Dopplungen und Brechungen offenbart und damit zu einem faszinierenden Dokument unermüdlicher Selbst-Reflexion wird. O.m.d.U

Passion

Fr / Ch 1981, mit Isabelle Huppert, Hanna Schygulla. Ein polnischer Regisseur dreht in der Schweiz einen Historienfilm. Mehr und mehr nimmt er aber an den wirklichen Ereignissen um ihn herum Anteil.