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April/Mai 2002 Dokumentarfilmwochen Ein Dokumentarfilm im Kino ist anders als ein Feature im Fernsehen. es kann radikaler sein, es ist nicht an Ausgewogenheit gebunden, nicht an eine Filmlänge, die ins Fernsehprogramm passt und es kann Themen anpacken, dei das Fernsehen scheut. Deswegen ist der Dokumentarfilm im Kino eine spannende Sache. In einer Zeit, da Politiker nicht mehr nach einer sinnvollen Kooperation streben, ist es für den einzelnen umso wichtiger, eigene Lebensentwürfe und -modelle zu finden, sich also nicht dem Massengeschmack anzupassen. Gerade Dokumentarfilme können dazu den nötigen Untergrund bieten. Sie können in ihrer Andersartigkeit oft einen genussreicheren und spannenderen Abend bringen als manches Hollywoodspektakel. In diesem Sinne M.H. |
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| Nomaden der Lüfte | D / Fr /Spanien 2001. Regie: Jacques Perrin. 92 min. Ungewöhnlicher Dokumentarfilm über Zugvögelals Sinfonie der Bewegung gestaltet. Kraniche gleiten in V-Formationen vorüber und rasten an den großen Seen Europas. Ringel - und Graugänse ziehen kraftvoll ihre Bahnen und imposante weiße Pelikane überfliegen die Ebenen USA und Kanadas. Dabei werden die verschiedenartigsten Landschaften überflogen - das schottische Hochland, die Fjorde Norwegens, Wälder aus Laub - und Nadelbäumen, die Taiga, Vulkane in Japan. Erneut hat Produzent Jacques Perrin nach „Mikrokosmos" einen ungewöhnlichen Naturdokumentarfilm entworfen. Wie eine Sinfonie der Bewegung wirkt das vogelfreie Abenteuer, für das ein Team drei jahre auf der ganzen Welt unterwegs war und mit diversen technischen Innovationen arbeitete. Ab 6 |
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| Viel passiert - der BAP- Film | D 2002. Regie: Wim Wenders. Film über den erfolgreichen deutschen Rockmusiker Wolfgang Niedecken. Entstanden ist ein Rock´n´ Roll-Film, der sich allen Konventionen entzieht. Mit einer Kollage aus aktuellen Konzertaufnahmen und seltenen Archivbildern, angereichert mit Niedeckens einzigartigen Texten, Kommentaren und Gastauftritten von Wolf Biermann und Joachim Krol entsteht das faszinierende Porträt einer Band, die auch nach zwei Jahrzehnten „Kölsch Rock" immer noch an der Spitze steht. | ![]() |
| Mein kleines Kind | Mein kleines Kind (D 2001) zeigt den Konflikt einer Frau, die sich fragt, ob sie ein behindertes Kind zur Welt bringen soll oder nicht. | |
| Sotto sopra | Sotto Sopra (Ch 2001) handelt von starken Frauen, die es in ihrem Leben geschafft haben, sich zu befreien. Beide Filme mit Einführung und anschl. Gespräch. | |
| Der Traum ist aus - Die Erben der Scherben | D 2001. Regie: Christoph Schuch. Dokumentarfilm über Rio Reiser und TON STEINE SCHERBEN, ihren Mythos, ihren bis heute wirksamen Einfluss, vor allem aber über die Frage, was aus ihren Träumen von Landkommune, etc. geblieben ist. Wichtig und spannend als Kapitel deutscher Mentalität und (Musik-)Geschichte. | ![]() |
| Bob Marley - Live in concert | D 1998. Hauptsächlich aus Konzertmitschnitten beim Sunplash-Festival 1979 mit den Wailers auf der letzten „Uprising"-Tour montierte Doku über den König des Reggae, der auch eine Kultur prägte. 85 min. | ![]() |
| Rivers and tides | D 2001. Von Thomas Riedelsheimer, ausgez. mit dem Kamerapreis 2001 über Andy Golsworthy, der weltweit bekannt ist für seine faszinierenden Arbeiten mit Naturmaterialien, Eis, Steinen, Zweigen und Wasser. Er arbeitet mit dem, was er vorfindet. Mehr als ein Jahr und über die vier Jahreszeiten begleitete der Filmemacher den Künstler nach Kanada und rund um die Welt. „Es gibt Momente von außergewöhnlicher Schönheit, wenn ein Werk plötzlich ... geschieht ... lebendig wird ... das sind die Momente, für die ich lebe." (A.G.) | ![]() |
| Berlin - Babylon | Von Hubertus Siegert über das Berlin der 90-er Jahre. Beobachtungen des radikalen Umbaus einer Innen-stadt. Originalmusik von „Einstürzende Neubauten". Der Film erzählt von der Melancholie einer Stadt, die ihre zerstörte Struktur mit aller Macht zurückgewinnen und die Schatten der Vergangenheit überwinden will. Ein Film über eine Stadt und die Menschen zwischen der Angst vor der Leere und der Sucht nach Vollendung. | ![]() |
| Kriegerin des Lichts | D 2001. Regie: Monika Treut. Stra ßenkinder in Rio. Eine Frau aus der Oberschicht nimmt sich ihrer an. Die Kamera begleitet sie in die Slums. Sie kann nicht viel helfen, sie kann mit ihrem Projekt „Krieger des Lichts" nur einen Ansatz bieten, in Bezug auf medizinische Versorgung und Bildung. Hier direkt zu helfen, wäre dringend nötig. |
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| Im toten Winkel | Die 81-jährige Traudl Junge erzählt Regisseur Andre Heller vor laufender Kamera aus ihrem Leben. Als junges Mädchen war sie von 1942 bis Kriegsende eine von Hitlers Privatsekretärin. Fast 60 Jahre hatte sie über ihre Arbeit im Führerhaupt-quartier geschwiegen. Sie hat der naiven jungen Traudl ihre damalige Naivität nie verziehen. Nur wenige Stunden nach der Uraufführung der Kinofassung starb Traudl Junge an Krebs. | |
| Wolken | Dokumentarfilm der belgischen Regisseurin Marion Hänsel, die in Auszügen aus eigenen Briefen über die Beziehung zu ihrem Sohnphiloso-phiert. Dazu schwelgt sie in Aufnahmen von Wolken. Es sind Bilder von grimmig grauen Ungeheuern und weichen weißen Schäfchen. Sie geben zeitgleich Zeugnis von Kraft, Tristesse und Schönheit der Natur. |
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