Claude Sautet (gest. 22.7.2000)

Francois Truffaut nannte ihn den "französischsten aller Regisseure". Schon in einer knappen Bistroszene gelang es ihm, eine Vielzahl von Geschichten und Schicksalen zu verknüpfen. 1969 wurde er mit "Die Dinge des Lebens" mit Romy Schneider berühmt. Sie war fortan das romantische und moralische Zentrum seiner Filme. Mit den Jahren inszenierte Sautet immer verhaltener. Einzig die Gefühle und Gesten seiner Protagonisten waren die Beweggründe der Kamera. Sautet warf ein engmaschiges Netz der Bilder, Töne und Farben (Blau in "Ein Herz im Winter", Beige und Kastanienbraun in "Nelly & Monsieur Arnaud") über seine Akteure. Sautet urteilte nicht, er porträtierte. Die Delikatesse, mit der dieser Pointilist menschlicher Beziehungen seine Figuren zeichnete, zeigte immer wieder, wie hellsichtig er sie analysierte. Seine Filme verrieten ein melancholisches Einverständnis mit dem Leben. Sie bleiben für immer sehenswert.