Aki Kaurismäki

Das Mädchen aus der Streichholzfabrik
Seefeld 5.-11.6.: Finnland 1989, 70 min, ab 12, mit Kati Outinen.
Eine junge Arbeiterin in einer finnischen Streichholzfabrik träumt von der
großen Liebe und einem besseren Leben, wird aber bitter enttäuscht und rächt
sich an ihrer Umwelt. Ein konzentriert und formal sehr konsequent entwickelter
Film, der einmal mehr die trostlose Realität zum Thema hat und der lakonisch
und mit schwärzestem Humor die Unmöglichkeit eines erfüllten Lebens
angesichts einer lieblosen Umwelt reflektiert.
I hired a contract killer
Seefeld 12.-18.6.: Finn/GB/D 1990, mit Jean-Pierre Leaud, 80 min.
Der in London lebende Franzose Henri Boulanger möchte seinem Leben ein Ende
setzen. Aber all seine mehr oder weniger hilflosen Versuche sich umzubringen
scheitern an irgendwelchen Kleinigkeiten. So heuert er schließlich einen
Berufskiller an. Jetzt fühlt sich Boulanger erleichtert. Zum ersten Mal in
seinem Leben trinkt er einen Whisky, der ungeahnte Folgen hat. Der Franzose wagt
es, sich dem anderen Geschlecht zu nähern. Er verliebt sich in die Frau, diese
in ihn, sie beginnen eine gemeinsame Zukunft zu planen, aber leider ist da der
nicht mehr rückgängig zu machende Mordauftrag.
Das Leben der Boheme
Seefeld 19.-25.6.: Finn/I/S 1992. 100 min.
Drei Möchtegernkünstler, die im Paris des 19. Jahrhunderts mit Pfiff,
Einfallsreichtum und exklusivem Stil gegen Hunger, Kälte und Einsamkeit
ankämpfen.
Nach den ungewohnten Farbexzessen von „I hired a contract killer" kehrt Kaurismäki hier zur Schwarz-Weiss-Fotographie zurück. In seiner gewohnt lakonischen Erzählweise setzt er die sentimentale Vorlage in traurig-schöne Bilder voller Melancholie um. Hervorragend fotographierte und mit filmischen Reminiszenzen gespickte Künstlerstudie, von den kleinen glänzenden Auftritten Samuel Fullers und Louis Malles bis zu den hom-mageartigen Anleihen an den französischen poetischen Realismus von Carne und Renoir.